Deut­sche Wirt­schaft hält wei­ter Kurs

Ro­bus­tes Wachs­tum im vier ten Qu­ar tal 2017 be­flü­gelt die Kon­junk­tur

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis West (W / West-Ausgabe) - - WIRTSCHAFT · ROMAN - Von Frie­de­ri­ke Marx, dpa

Die deut­sche Wirt­schaft geht mit kräf­ti­gem Rü­cken­wind ins lau­fen­de Jahr. Ge­trie­ben vor al­lem vom Ex­port-Boom stieg das Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) im vier ten Qu­ar tal 2017 um 0,6 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­quar­tal, wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt ges­tern in ei­ner ers­ten Schät­zung mit­teil­te. Das lie­fert ei­ne gu­te Ba­sis für die kom­men­den Mo­na­te, auch wenn sich das Wachs­tums­tem­po ge­ring­fü­gig ab­schwäch­te. Im drit­ten Vier­tel­jahr hat­te es noch ein Plus von 0,7 Pro­zent ge­ge­ben. „Das drit­te Quar­tal konn­te zwar nicht über­trof­fen wer­den – das hat aber auch nie­mand er­war­tet, nach­dem die Pro­duk­ti­on we­gen vie­ler Feier­und Brü­ck­en­ta­ge im Ok­to­ber schwach in das vier­te Quar­tal ge­star­tet ist“, er­läu­ter­te KfWChef­volks­wirt Jörg Zeu­ner. „Al­les spricht für ei­nen sehr gu­ten Start ins Jahr 2018.“Die Auf­trags­bü­cher sei­en voll und die Stim­mung der Un­ter­neh­men her­vor­ra­gend. Im Vor­jah­res­ver­gleich leg­te das preis­be­rei­nig­te BIP von Ok­to­ber bis En­de De­zem­ber um 2,3 Pro­zent zu. Für das lau­fen­de Jahr hat die deut­sche Wirt­schaft nach An­ga­ben der Sta­tis­ti­ker be­reits ein Plus von 1,0 Pro­zent si­cher, selbst wenn sie in al­len vier Quar­ta­len nicht wei­ter wach­sen soll­te. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te Eu­ro­pas größ­te Volks­wirt­schaft um 2,2 Pro­zent zu­ge­legt, be­stä­tig­te die Aus­blick Wies­ba­de­ner Be­hör­de vor­läu­fi­ge Da­ten. Es war das stärks­te Plus seit sechs Jah­ren. Ge­tra­gen wur­de das Wachs­tum zum Jah­res­en­de vor al­lem vom Au­ßen­han­del. Nach den vor­läu­fi­gen Be­rech­nun­gen leg­ten die Ex­por­te stark zu. Die kräf­ti­ge Er­ho­lung der Welt­wirt­schaft sorgt für stei­gen­de Nach­fra­ge nach Wa­ren „Ma­de in Ger­ma­ny“. Deutsch­lands Ex­port­un­ter­neh­men hat­ten 2017 das vier­te Re­kord­jahr in Fol­ge er­zielt. Da­zu trug auch der Auf­schwung in der Eu­ro­zo­ne bei. Dort wuchs die Wirt­schafts­leis­tung im vier­ten Quar­tal nach An­ga­ben des eu­ro­päi­schen Sta­tis­tik­am­tes Eu­ro­s­tat um 0,6 Pro­zent zum Vor­quar­tal. Deutsch­lands Un­ter­neh­men in­ves­tier­ten zum Jah­res­en­de mehr in Ma­schi­nen und an­de­re Aus­rüs­tun­gen. Die In­ves­ti­tio­nen in Bau­ten san­ken hin­ge­gen et­was. Die Kon­sum­aus­ga­ben der Ver­brau­cher, die in der Ver­gan­gen­heit die Kon­junk­tur an­ge­trie­ben hat­ten, la­gen in et­wa auf dem Ni­veau des Vor­quar­tals. Nach Ein­schät­zung des Markt­for­schungs­un­ter­neh­mens GfK dürf­te die Kauf­lust der Men­schen in Deutsch­land aber auch in die­sem Jahr ei­ne wich­ti­ge Kon­junk­tur-Stüt­ze blei­ben. Die La­ge auf dem Ar­beits­markt ist his­to­risch güns­tig, Spa­ren wirft we­gen der Null­zins­po­li­tik der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) kaum noch et­was ab. „Die wei­ter sin­ken­den Ar­beits­lo­sen­zah­len ge­ben den Ver­brau­chern die not­wen­di­ge Pla­nungs­si­cher­heit für ih­re An­schaf­fun­gen“, sag­te GfK-Kon­sum­ex­per­te Rolf Bürkl jüngst. Hin­zu kommt die Aus­sicht auf stei­gen­de Löh­ne. Com­merz­bank-Chef­volks­wirt Jörg Krä­mer geht da­von aus, dass die Ta­rif­löh­ne nach dem deut­li­chen Plus in der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie in die­sem Jahr in der Ge­samt­wirt­schaft um knapp drei Pro­zent und im kom­men­den Jahr um gut drei Pro­zent zu­le­gen wer­den. Füh­ren­de Öko­no­men rech­nen in die­sem Jahr mit ei­ner For tset­zung des Kon­junk­tur­booms. Die ge­schäfts­füh­ren­de Bun­des­re­gie­rung ging zu­letzt von ei­nem An­stieg des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes um 2,4 Pro­zent aus. „Die deut­sche Wirt­schaft be­fin­det sich in ei­ner sehr gu­ten Ver­fas­sung“, sag­te Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Bri­git­te Zy­pries (SPD) jüngst bei der Vor­stel­lung des Jah­res­wirt­schafts­be­richts. Krat­zer könn­ten nach Ein­schät­zung von ING-Di­ba-Chef­volks­wirt Cars­ten Br­ze­ski – ne­ben ei­ner schar­fen Auf­wer­tung des Eu­ro im Ver­gleich zu an­de­ren Wäh­run­gen – po­li­ti­sche Span­nun­gen rund um den Glo­bus und das Po­lit-Cha­os in Berlin hin­ter­las­sen. „In die­sen Ta­gen zeigt Deutsch­land zwei Ge­sich­ter: Das be­kann­te ei­ner leis­tungs­star­ken Wirt­schaft und das un­be­kann­te ei­ner fra­gi­len Po­li­tik.“DIHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Mar­tin Wans­le­ben mahn­te, ste­ti­ges Wachs­tum sei kein Na­tur­ge­setz. „Ei­ne neue Bun­des­re­gie­rung muss da­her die Gunst der St­un­de nut­zen, um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit Deutsch­lands zu ver­bes­sern. An­sons­ten droht der In­ves­ti­ti­ons­auf­schwung in Deutsch­land zum Stroh­feu­er zu wer­den.“ Ri­si­ken

„Al­les spricht für ei­nen sehr gu­ten Start ins Jahr 2018.“ Jörg Zeu­ner

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