Di­gi­tal­wirt­schaft boomt in Deutsch­land

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis West (W / West-Ausgabe) - - WIR TSCHAFT -

Pi­sche­ts­rie­der brach­te VW mit bes­se­rer Qua­li­tät, neu­en Mo­del­len wie dem Tou­ran und dem Toua­reg so­wie län­ge­ren Ar­beits­zei­ten oh­ne Lohn­aus­gleich wie­der auf Kurs und brems­te den teu­ren Phae­ton – ein Lieb­lings­pro­jekt des Auf­sichts­rats­chefs Piëch. Das be­deu­te­te Är­ger. Zu­mal Pi­sche­ts­rie­der da­mals auch schon ver­such­te, ei­ne et­was an­de­re Un­ter­neh­mens­kul­tur zu eta­blie­ren. Freund­lich im Auf­tre­ten und oh­ne die un­er­bitt­li­che Här­te sei­nes För­de­rers Piëch war es fast schon un­aus­weich­lich, dass das Ver­hält­nis der bei­den bald ab­kühl­te. Piëch setz­te ihm im Fe­bru­ar 2005 den frü­he­ren Daim­ler-Vor­stand Wolf­gang Bern­hard als neu­en star­ken Mann fürs Gro­be in den VWVor­stand. Stück für Stück be­kam Bern­hard mehr Macht, Pi­sche­ts­rie­der durf­te zu­min­dest nach au­ßen hin noch den jo­via­len Chef ge­ben. En­de 2006 muss­te er dann aber doch ab­tre­ten, im­mer­hin mit vol­len Be­zü­gen für wei­te­re fünf Jah­re. Vie­le Schwä­chen wur­den da­mals vom im­mer grö­ßer wer­den­den Er­folg der Toch­ter Au­di über­deckt. Ent­spre­chend wur­de Au­di-Chef Mar­tin Win­ter­korn Nach­fol­ger Pi­sche­ts­rie­ders. Der Volks­wa­gen-Pa­tri­arch hat­te den frisch Ge­feu­er­ten auf der Haupt­ver­samm­lung 2007 noch ein­mal öf­fent­lich ab­ge­watscht: „Zu spät ha­be ich er­kannt, den Fal­schen ge­wählt zu ha­ben.“Das ha­be er jetzt kor­ri­giert. Vie­le Ak­tio­nä­re sa­hen das an­ders. Zu die­sem Zeit­punkt war auch Bern­hard nicht mehr bei VW. Vie­le, die mit Pi­sche­ts­rie­der zu tun hat­ten, lo­ben sei­ne „Hal­tung auch in schwie­ri­gen Zei­ten“, be­schrei­ben ihn als Gen­tle­man. Er lebt heu­te am Chiem­see. Seit 2013 ist er Auf­sichts­rats­chef der Mün­che­ner Rück­ver­si­che­rung. Seit 2014 ge­hört er zu­dem dem Daim­ler-Auf­sichts­rat an. Und für die Er­ben der baye­ri­schen Kö­ni­ge küm­mer t sich der bär­ti­ge Ober­bay­er auch noch um de­ren Ver­mö­gen: im Ver­wal­tungs­rat des Wit­tels­ba­cher-Fonds. Kul­tur Die Di­gi­tal­wirt­schaft schafft im­mer mehr Ar­beits­plät­ze in Deutsch­land. Im ver­gan­ge­nen Jahr ha­be man 45 000 zu­sätz­li­che Jobs in der IT- und Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­bran­che ver­zeich­net, sag­te Achim Berg, Prä­si­dent des Di­gi­tal­ver­bands Bit­kom, ges­tern in Berlin. Das sei der his­to­risch stärks­te Be­schäf­ti­gungs­zu­wachs in­ner­halb ei­nes Jah­res. Auch für das lau­fen­de Jahr sieht der Ver­band op­ti­mis­tisch in die Zu­kunft: 2018 wür­den 42000 neue Ar­beits­plät­ze ge­schaf­fen. In den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren sei­en in der Di­gi­tal-Bran­che 150 000 zu­sätz­li­che Jobs ent­stan­den, sag­te Berg. Gleich­zei­tig sei­en in Deutsch­land 55000 Stel­len für IT-Spe­zia­lis­ten un­be­setzt. Po­li­tik und Wirt­schaft sei­en hier ge­mein­sam ge­for­dert, sag­te Berg. „Wir müs­sen un­ser Bil­dungs­sys­tem so wei­ter­ent­wi­ckeln, dass in Zu­kunft ge­nü­gend ITEx­per­ten zur Ver­fü­gung ste­hen und ins­be­son­de­re die Rol­le von Frau­en in der IT ge­stärkt wird.“Au­ßer­dem soll­te die Zu­wan­de­rung aus­län­di­scher Spe­zia­lis­ten in den Ar­beits­markt er­leich­tert wer­den. „Wir ha­ben ein­fach zu we­nig Fach­kräf­te.“Im Jahr 2017 stieg der Bran­chen­um­satz noch um 2,2 Pro­zent auf 161,3 Mil­li­ar­den Eu­ro. Im lau­fen­den Jahr soll der Um­satz nur noch um 1,7 Pro­zent auf 164 Mil­li­ar­den Eu­ro zu­le­gen. Grund für die Ab­fla­chung sei­en laut Bit­kom leich­te Rück­gän­ge bei der Ver­brau­cher­elek­tro­nik, auch weil in die­sem Jahr kein Ge­ne­ra­ti­ons­wech­sel bei den Spie­le­kon­so­len an­ste­he.

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