Be­gehr­te Bä­ren

Heu­te star­tet die 68. Ber­li­na­le mit ei­nem Ani­ma­ti­ons­film von Wes An­der­son

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis West (W / West-Ausgabe) - - KULTUR -

ei­ne of­fen­sicht­li­che Kri­tik an Kosslicks Ar­beit. Bei all den zwei­fel­los wich­ti­gen De­bat­ten wur­de erst­mals im Vor feld kaum ein Wort über das Pro­gramm ver­lo­ren. Da­bei hat Kosslick für die heu­ti­ge Fes­ti­val-Er­öff­nung mit „Is­le of Dogs – Ata­ris Rei­se“ei­nen Film aus­ge­wählt, über den in nor­ma­len Jah­ren ga­ran­tier t hef­tig dis­ku­tiert wor­den wä­re: Ein Ani­ma­ti­ons­film zur Er­öff­nung? Oh­ne ech­te Schau­spie­ler? Wer soll denn dann über den ro­ten Tep­pich schrei­ten? „Is­le of Dogs“-Re­gis­seur Wes An­der­son, der 2014 für „Grand Bu­da­pest Ho­tel“mit dem Sil­ber­nen Bä­ren aus­ge­zeich­net wur­de, wird er­schei­nen. Da­zu ge­sel­len sich Schau­spie­ler, die den Hun­den ih­re Stim­men lei­hen, wie Til­da Swin­ton, Gre­ta Ger­wig, Bryan Crans­ton, Bill Mur­ray, Jeff Gold­blum oder Liev Schrei­ber. Al­so ein or­dent­li­ches Hol­ly­wood-Auf­ge­bot. Auch der deut­sche Film wird Für Sie vor Ort Re­dak­teur heu­te auf dem ro­ten Tep­pich wie­der üp­pig ver­tre­ten sein von Ma­rio Adorf über Sen­ta Ber­ger, Lars Ei­din­ger, San­dra Hül­ler und Hei­ke Ma­katsch bis Jür­gen Tar­rach, Wim Wen­ders und Hanns Zisch­ler. Rund 400 Fil­me sind in den ver­schie­de­nen Sek­tio­nen zu se­hen, 24 da­von im Wett­be­werb, von de­nen 19 um den Gol­de­nen und die Sil­ber­nen Bä­ren kon­kur­rie­ren. Fünf ge­hen au­ßer Kon­kur­renz an den Start, dar­un­ter auch der neue Film von Ste­ven So­der­bergh: „Un­sa­ne – Aus­ge­lie­fert“, ein Psy­cho­thril­ler. Die vier deut­schen Wett­be­wer­ber sind da­ge­gen durch­aus dar­an in­ter­es­siert, ei­nen Bä­ren zu ge­win­nen. Chris­ti­an Pet­zold ist mit „Tran­sit“am Start, der auf An­na Seg­hers’ gleich­na­mi­gem Ro­man ba­siert. „3Ta­ge in Qui­be­ron“von Emi­ly Atef er­zählt von ei­nem In­ter view, das Ro­my Schnei­der 1981 dem „Stern“-Re­por­ter Micha­el Jürgs in Qui­be­ron ge­ge­ben hat. Ge­spielt wird sie von Ma­rie Bäu­mer. Phi­lip Grö­ning geht mit dem drei­stün­di­gen Film „Mein Bru­der heißt Ro­bert und ist ein Idi­ot“ins Bä­renRen­nen. Deut­sche Fil­me Es geht um die Zwillinge Ro­bert und Ele­na im letz­ten ge­mein­sa­men Som­mer an der Schwel­le zum Er wach­sen­wer­den. Schließ­lich ist noch Tho­mas Stu­ber am Ber­li­na­le-Start mit „In den Gän­gen“, der Ein­bli­cke in die Le­bens­welt ei­nes ein­fa­chen Groß­markt-An­ge­stell­ten in der ost­deut­schen Pro­vinz ge­währt. Sie ste­hen in Kon­kur­renz zu Alt­meis­tern wie dem Fran­zo­sen Be­noit Jac­quot („Eva“) oder dem Ame­ri­ka­ner Gus Van Sant („Don’t Wor­ry, He Won’t Get Far on Foot“), aber auch zu jun­gen Fil­me­ma­che­rin­nen wie der Po­lin Mal­gorz­a­ta Szu­mow­s­ka („Twarz“) oder der Ita­lie­ne­rin Lau­ra Bi­spu­ri („Figlia mia“). Im Lauf des Fes­ti­vals wer­den noch zahl­rei­che Stars in Berlin er­war­tet wie Isa­bel­le Hup­pert, Ro­bert Pat­tin­son, Ro­sa­mund Pi­ke oder Jo­aquin Pho­enix. Prä­si­dent der Jur y, die über die Bä­ren­ver­ga­be ent­schei­det, ist der deut­sche Fil­me­ma­cher Tom Tykwer. Ihm zur Sei­te ste­hen die bel­gi­sche Schau­spie­le­rin Cé­ci­le de Fran­ce, die US-Pro­du­zen­tin Ade­le Ro­man­ski, der ja­pa­ni­sche Film­kom­po­nist Ryuichi Sa­ka­mo­to, die USFilm­kri­ti­ke­rin Ste­pha­nie Zacharek und der spa­ni­sche Film­his­to­ri­ker Che­ma Pra­do. Ver­lie­hen wer­den die Bä­ren bei der Schluss­ga­la am Sams­tag, 24. Fe­bru­ar, im Ber­li­na­le-Pa­last. Ju­ry @ Wei­te­re In­for­ma­tio­nen www.ber­li­na­le.de

Uwe Gros­ser

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