Wendl/Arlt sind in der Gold­spur un­ter­wegs

Deut­scher Dop­pel­sit­zer wie­der­holt den Coup von 2014 – Die fa­vo­ri­sier­ten To­ni Eg­gert und Sa­scha Ben­ecken ho­len Bron­ze

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis West (W / West-Ausgabe) - - OLYMPIA 2018 -

Ei­ne schwa­che Sai­son, Ve­r­un­si­che­rung und Zwei­fel, ein Sturz im olym­pi­schen Trai­ning – nichts hat To­bi­as Wendl und To­bi­as Arlt auf ih­rer Fahrt zum nächs­ten Olym­pia­Gold auf­hal­ten kön­nen. Nach dem un­er­war­te­ten Coup bei den Win­ter­spie­len in Pyeongchang ging das Ro­del-Dop­pel ges­tern im Ziel des Olym­pic Sli­ding Cent­re in ei­ner Ju­bel­trau­be un­ter. Ih­re ge­sam­te Trai­nings­grup­pe „Son­nen­schein“mit Drei­fach-Olym­pia­sie­ge­rin Na­ta­lie Gei­sen­ber­ger, Fe­lix Loch und Chef­trai­ner Nor­bert Loch stürz­te sich auf sie. Mit zwei fast feh­ler­frei­en Läu­fen wie­der­hol­ten die bei­den 30-Jäh­ri­gen ih­ren Olym­pia­sieg im Dop­pel­sit­zer von Sot­schi 2014 und brach­ten ei­ne schwie­ri­ge Sai­son zu ei­nem un­ver­hoff­ten Hap­py End. „Es gab schon Ren­nen in die­sem Win­ter, da ha­ben wir rich­tig ei­nen auf den De­ckel ge­kriegt, aber ab­ge­rech­net wird zum Schluss“, sag­te der über­glück­li­che Wendl. Selbst der Un­fall im Ab­schluss­trai­ning am Tag zu­vor hat­te die bei­den nicht be­ein­druckt. „Ich war echt über­rascht, dass wir das so cool run­ter­ge­hau­en ha­ben“, Hap­py End mein­te Wendl wei­ter. Grund zur Freu­de hat­ten auch To­ni Eg­gert und Sa­scha Ben­ecken. Hin­ter den star­ken Ös­ter­rei­chern Pe­ter Penz und Ge­org Fisch­ler ras­ten die Welt­meis­ter aus Suhl zu Bron­ze. „Wir sind über­glück­lich. Wir ha­ben sehr viel in der Sai­son er­reicht. Jetzt ha­ben wir uns noch mit ei­ner olym­pi­schen Me­dail­le ge­schmückt“, mein­te Ben­ecken, dem zum 28. Ge­burts­tag im Ziel ein Ständ­chen ge­sun­gen wur­de. Er und sein Par tner kün­dig­ten an, in Pe­king 2022 „voll auf An­grif f“zu fah­ren. „Dass bei­de Paa­re Me­dail­len ho­len, ist gran­di­os“, sag­te Nor­bert Loch. Sei­ne deut­schen Rod­ler ha­ben in den bis­he­ri­gen Wett­be­wer­ben in Pyeongchang nach Bron­ze für Jo­han­nes Lud­wig, Gold für Na­ta­lie Gei­sen­ber­ger und Sil­ber für Da­ja­na Eit­ber­ger be­reits fünf Me­dail­len ein­ge­fah­ren. Auch im Te­am­wett­be­werb heu­te gel­ten die Deut­schen als Fa­vo­ri­ten. Wendl/Arlt hat­ten schon in Sot­schi zur er­folg­rei­chen Mann­schaft ge­hört und kön­nen nun mit dem deut­schen Team in der Mi­xed-Staf­fel (13.30 Uhr) ih­re vier­te Gold­me­dail­le ho­len. Ihr Er­folg kam et­was über­ra­schend, gal­ten doch die Thü­rin­ger Eg­gert und Ben­ecken nach den Er­geb­nis­sen in die­ser und der vor­he­ri­gen Sai­son als Fa­vo­ri­ten. Die­se do­mi­nier­ten nach Be­lie­ben, ge­wan­nen in die­ser Zeit 19 von 25 Welt­cup­Ren­nen, wur­den Welt­meis­ter 2017, Eu­ro­pa­meis­ter und deut­scher Meis­ter 2018. Und auch in den bei­den Trai­nings­läu­fen am Di­ens­tag wa­ren sie Best­zeit ge­fah­ren. Doch als es auf der Olym­pia-Büh­ne ernst wur­de, wa­ren die bei­den Berch­tes­ga­de­ner voll da. Im ers­ten Lauf fuh­ren sie Best­zeit und setz­ten sich vor Penz und Fisch­ler an die Spit­ze. Im ent­schei­den­den Durch­gang reich­te es trotz ei­nes klei­nen Feh­lers kurz vor dem Ziel zum Sieg. Sie wa­ren erst spät in die­ser Sai­son in Schwung ge­kom­men. Chef­trai­ner Nor­ber t Loch muss­te sie erst ein­mal auf Kurs brin­gen und bat um Weih­nach­ten her­um zum Ge­spräch: „Es sind schon al­le Trai­ner, al­le Coa­ches im Team mit ih­nen hart ins Ge­richt ge­gan­gen. Da hat ei­ni­ges nicht ge­passt in der ge­sam­ten Sai­son“, sag­te er. „Sie sind im ers­ten Teil der Sai­son nicht gut ge­fah­ren.“Aber jetzt Olym­pia­sie­ger. Kri­sen­ge­spräch

Fo­to: dpa

So se­hen Olym­pia­sie­ger aus: To­bi­as Wendl (links), To­bi­as Arlt und Bun­des­trai­ner Nor­bert Loch freu­en sich über ih­ren Coup.

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