Ein lie­gen­ge­blie­be­ner Schwer­trans­port sorg­te auf der Au­to­bahn bei Sins­heim für Cha­os.

BUND mel­det Um­welt­mi­nis­te­ri­um We­ge­bau in Za­ber feld: Me­tall, Fo­li­en und Ka­bel ge­fun­den

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis West (W / West-Ausgabe) - - VORDERSEITE - Von un­se­rem Re­dak­teur Re­to Bosch

Ka­bel, Me­tall­tei­le, Fo­li­en: Um­welt­schüt­zer em­pö­ren sich, dass der­ar­ti­ges Ma­te­ri­al in Za­ber­feld an­schei­nend für den Aus­bau von Wald­we­gen ver­wen­det wor­den ist. Der BUND-Re­gio­nal­ver­band Heil­bronn-Fran­ken hat dies dem Um­welt­mi­nis­te­ri­um ge­mel­det. Die Prü­fung läuft noch, for­mal war nach Ein­schät­zung des Heil­bron­ner Land­rats­amts aber al­les in Ord­nung. Die nö­ti­gen Zer­ti­fi­ka­te lä­gen vor. „Un­se­re Fach­leu­te schau­en sich das aber noch mal an“, sagt Manfred Kör­ner, Pres­se­spre­cher der Kreis­be­hör­de. Pe­ter Ko­chert aus Pfaf­fen­ho­fen ist Na­tur­päd­ago­ge und Lehr­be­auf­trag­ter. Was er bei ei­nem Spa­zier­gang im Za­ber­fel­der Wald ent­deckt hat, macht ihn är­ger­lich. „Beim Wald­we­ge­bau wur­de un­ten der Dreck, oben das fei­ne Ma­te­ri­al ein­ge­baut“, sag­te Ko­chert der Stim­me. Er fo­to­gra­fier­te vie­le Ma­te­ria­li­en, die sei­ner An­sicht nach nicht in den Wald ge­hö­ren. Und er in­for­mier­te Jür­gen Hell­gardt vom Bund für Um­welt und Na­tur­schutz. „Die Wald­we­ge lie­gen in ei­nem FFH-Schutz­ge­biet, im Na­tur­park und in ei­nem Land­schafts­schutz­ge­biet“, be­ton­te Hell­gardt ge­gen­über die­ser Zei­tung. Der Lauf­fe­ner fürch­tet, dass ei­ne Um­welt­straf­tat be­gan­hub gen wur­de und ver­fass­te ei­ne ent­spre­chen­de Mel­dung an das Lan­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um. Wald­we­ge auf ei­ner Län­ge von meh­re­ren hun­dert Me­tern sei­en bis zu ei­ner Tie­fe von 80 Zen­ti­me­tern auf­ge­gra­ben und mit Bau­schutt aus Ge­bäu­de­ab­brü­chen auf­ge­füllt wor­den. „Die men­gen­mä­ßi­ge Di­men­si­on der Abla­ge­rung des al­len­falls grob sor­tier­ten Ab­falls war op­tisch nicht mehr ab­schätz­bar.“Grund­sätz­lich dür­fen die Bag­ger Re­cy­cling­bau­stof­fe und Bo­den­aus- auch im Wald ver­gra­ben. Aber nur un­ter be­stimm­ten Be­din­gun­gen. Das Ma­te­ri­al muss zer­klei­nert, sor­tiert, kon­trol­liert und zer­ti­fi­ziert sein. „Nach un­se­rer Ein­schät­zung ent­spricht der ver wen­de­te Ab­fall be­reits op­tisch nicht dem ge­for­der­ten Schlüs­sel“, schreibt Hell­gardt in der Um­welt­mel­dung. Das Land­rats­amt Heil­bronn als ver­län­ger­ter Arm des Mi­nis­te­ri­ums weist dar­auf hin, dass for­mal al­le Be­din­gun­gen er­füllt sei­en. Der Wald­we­ge­bau in Za­ber­feld sei ge­neh­migt wor­den, das Bau­un­teri­al ter­neh­men ha­be auch die Zer­ti­fi­ka­te vor­ge­legt. Um­welt­mel­dung und Fo­tos ver­an­las­sen die Be­hör­de aber, die Sa­che vor Ort zu prü­fen. Un­ter­grund Die Bau­fir­ma teilt auf An­fra­ge mit: Auf dem Wald­weg in Za­ber­feld sei als Un­ter­grund gro­bes, über­prüf­tes Ma­te­ri­al ein­ge­bracht wor­den. Be­reits bei der Her­stel­lung des Re­cy­cling-Ma­te­ri­als wür­den Stör­stof­fe aus­sor­tiert. Durch die in­ter­ne Qua­li­täts­si­che­rung sei­en in dem ver­wen­de­ten Ma- we­der Müll noch Ei­sen­tei­le, Glas, Kunst­stof­fe, Fo­li­en oder Holz zu fin­den. Die­se Aus­sa­ge passt mit den Fo­tos nicht zu­sam­men. Ganz ab­ge­se­hen vom kon­kre­ten Fall in Za­ber­feld kri­ti­siert der BUND, dass in Schutz­ge­bie­ten Er­satz­bau­stof­fe ver­wen­det wer­den dür­fen. Ana­ly­ti­sche Un­ter­su­chun­gen hät­ten ge­zeigt, dass Was­ser auch aus zu­läs­si­gen Stof­fen häu­fig ho­he Sul­fat­wer­te aus­wa­sche und die Ge­fahr ei­ner ho­hen Be­las­tung mit Po­ly­cy­cli­schen aro­ma­ti­schen Koh­len­was­ser­stof­fen (PAK) be­ste­he. „Wir wol­len ei­ne Grund­satz­dis­kus­si­on über den Ein­satz sol­cher Er­satz­bau­stof­fe“, sag­te Hell­gardt. Ganz ver­bie­ten wol­le der BUND die­ses Ma­te­ri­al im Wald aber nicht – wenn es hoch­wer­tig ist und an den rich­ti­gen Stel­len zum Ein­satz kommt. Das Um­welt­mi­nis­te­ri­um hält die gel­ten­de Rechts­la­ge für aus­rei­chend und an­ge­mes­sen. „Die Ver­wen­dung von Er­satz­bau­stof­fen ist zu­ge­las­sen, weil dies die mi­ne­ra­li­schen Res­sour­cen, al­so die St­ein­brü­che, schont und De­po­ni­en ent­las­tet“, sag­te ein Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher. Ent­schei­dend sei, dass die Vor­ga­ben vor Or t auch ein­ge­hal­ten wer­den. Laut Manfred Kör­ner ist es Auf­ga­be der Re­vier­förs­ter, den Ein­bau un­re­gel­mä­ßig, aber lau­fend zu kon­trol­lie­ren und zu do­ku­men­tie­ren. Kommentar „Sor­ten­rein“

„Un­se­re Fach­leu­te schau­en sich das noch mal an.“ Manfred Kör­ner „Wir wol­len ei­ne Grund­satz­dis­kus­si­on über sol­che Er­satz­bau­stof­fe.“ Jür­gen Hell­gardt

Fo­tos: pri­vat

Na­tur­freun­de ha­ben sich den aus­ge­bau­ten Wald­weg in Za­ber­feld ge­nau an­ge­schaut. Was sie ent­deck­ten, hat ih­nen nicht ge­fal­len. Der BUND hat ei­ne Mel­dung an das Lan­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um ver­fasst. Ei­ne Ant­wort gibt es noch nicht.

Ne­ben Ei­sen­tei­len, Glas­bruch oder Ka­bel sind wohl auch Holz­bret­ter ge­fun­den wor­den. Der Weg liegt im FFH-Schutz­ge­biet und im Na­tur­park.

Ab­fall oder Re­cy­cling­bau­stoff? Fach­leu­te des Land­rats­amts Heil­bronn wol­len den Wald­weg vor Ort über­prü­fen.

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