Schlüpf­ri­ges Ge­ständ­nis am Va­len­tins­tag

Per­sön­li­cher An­walt Do­nald Trumps be­stä­tigt Zah­lung von 130 000 Dol­lar an Sex-Darstel­le­rin Stor­my Da­ni­els

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Hohenloher Zeitung Ausgabe Öhringen - - POLITIK - Von un­se­rem Kor­re­spon­den­ten Tho­mas Spang Brief­kas­ten­fir­ma Glaub­wür­dig­keit

WASHINGTON An die­sem Va­len­tins­tag dürf­te das Kli­ma zwi­schen Prä­si­dent und First La­dy im Wei­ßen Haus noch ei­si­ger ge­we­sen sein als sonst schon. US-Me­di­en be­rich­te­ten pro­mi­nent über die Be­stä­ti­gung ei­ner omi­nö­sen Zah­lung von Trumps lang­jäh­ri­gem Rechts­ver­tre­ters an die 38-jäh­ri­ge Ste­pha­nie Clif­ford, die als Sex­dar­stel­le­rin un­ter dem Na­men Stor­my Da­ni­els auf­tritt.

Nach wo­chen­lan­gen Ab­wehr­ver­su­chen gab Co­hen erst­mals zu, die vom „Wall Street Jour­nal“An­fang des Jah­res ex­klu­siv be­rich­te­te Zah­lung in Hö­he von 130 000 US Dol­lar ge­leis­tet zu ha­ben. Und zwar durch ei­ne Brief­kas­ten­fir­ma mit be­schränk­ter Haf­tung, die er ei­gens da­für ins Le­ben ge­ru­fen hat­te. „Die Zah­lung an Frau Clif­ford war rech­tens, und es war we­der ei­ne Wahl­kampf­spen­de noch ei­ne Wahl­kampf­aus­ga­be von ir­gend­je­man­dem“, er­klär­te der per­sön­li­che An­walt Trumps.

Mit die­sem Ein­ge­ständ­nis ka­ta­pul­tier­te Co­hen un­ge­wollt ei­ne Ge­schich­te in die Schlag­zei­len, die Trump am liebs­ten ver­ges­sen ma­chen möch­te. Da­bei geht es um ei­ne mut­maß­li­che Af­fä­re, die er in den Ta­gen nach der Ge­burt sei­nes jüngs­ten Soh­nes Bar­ron mit Stor­my Da­ni­els ge­habt ha­ben soll.

Die schlüpf­ri­gen Details des Ver­hält­nis­ses fin­den sich in ei­nem In­ter­view mit Clif­ford aus­ge­brei­tet, des­sen Ma­nu­skript das Bou­le­var­dMa­ga­zins „In Touch“ver­öf­fent­licht hat­te. Dem­nach be­gann die Af­fä­re mit ei­ner se­xu­el­len Be­geg­nung am Ran­de ei­nes Golf­tur­niers im Ju­li 2006. Trump lern­te Stor­my Da­ni­els dort als Wer­be­da­me der Por­no­Film-Ge­sell­schaft „Wi­cked Pic­tu- res“ken­nen. Wäh­rend per­sön­li­cher Tref­fen über das fol­gen­de Jahr ha­be Trump Clif­ford al­le mög­li­chen Ver­spre­chun­gen ge­macht; dar­un­ter ein Auf­tritt in sei­ner Rea­li­ty-Show „The App­ren­ti­ce“so­wie den Kauf ei­ner Woh­nung in Tam­pa, ei­ner Küs­ten­stadt am Golf von Me­xi­ko in Flo­ri­da.

Der Chef­re­dak­teur des re­nom­mier­ten On­li­ne-Ma­ga­zins „Sla­te“, Ja­cob Weis­berg, der mit Clif­ford vor den Wah­len im No­vem­ber 2016 in Kon­takt stand, be­stä­tig­te die Ver­si­on von „In Touch“. Laut Weis­berg ver­lang­te die Sex-Darstel­le­rin im Um­feld der Ent­hül­lun­gen der vul­gä­ren „Ac­cess Hol­ly­wood“-Bän­der, die Trumps Chan­cen auf ei­nen Wahl­sieg ab­stür­zen lie­ßen, ei­ne sechs­stel­li­ge Schwei­ge­geld-Zah­lung.

Das „Wall Street Jour­nal“ver­lieh der Ge­schich­te um den Jah­res­tag der Amts­ein­füh­rung her­um zu­sätz­li­che Glaub­wür­dig­keit als es im Ja­nu­ar die Zah­lung be­stä­tig­te und Trumps Haus­an­walt Co­hen als Quel­le aus­mach­te. Par­al­lel da­zu reich­te die Or­ga­ni­sa­ti­on „Com­mon Cau­se“bei der Bun­des­wahl- Kom­mis­si­on ei­ne Kla­ge we­gen Ver­sto­ßes ge­gen die Wahl­kampf-Fi­nan­zie­rungs­ge­set­ze ein.

Co­hen nahm aus­drück­lich Be­zug auf die Be­schwer­de. „Nur weil et­was nicht wahr ist, be­deu­tet das nicht, dass es nicht scha­det oder Scha­den an­rich­ten kann“, er­klär­te der Haus­an­walt des Prä­si­den­ten und füg­te hin­zu: „Ich wer­de Mis­ter Trump im­mer be­schüt­zen“.

Un­be­ant­wor­tet bleibt die Fra­ge, wo­für Co­hen ge­zahlt hat, wenn nicht für das Schwei­gen des Por­no­stars. Ver­dacht er­we­cken auch die öf­fent­li­chen Auf­trit­te Clif­fords seit Er­schei­nen der Ge­schich­te.

In ei­nem In­ter­view mit der „In­si­de Edi­ti­on“auf CBS wich sie der Fra­ge aus, ob sie ei­ne Af­fä­re mit Trump hat­te. Bei „Jim­my Kim­mel Li­ve“zwei­fel­te sie die Echt­heit ih­rer Un­ter­schrift un­ter ei­ner von Co­hen prä­sen­tier­ten Er­klä­rung an, in der sie das Ver­hält­nis be­strei­tet.

Ste­pha­nie Clif­ford ali­as Stor­my Da­ni­els

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