Rent­ner sol­len Po­li­zis­ten aus­bil­den

STUTT­GART In­nen­mi­nis­te­ri­um will we­gen an­hal­ten­der Ter­ror­ge­fahr neue Kräf­te ein­stel­len 3600

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Hohenloher Zeitung Ausgabe Öhringen - - BADEN-WÜRTTEMBERG - Ru­he­stand

IVon Tat­ja­na Bo­jic, dpa ns­ge­samt 3600 Aus­zu­bil­den­de sol­len in die­sem und im nächs­ten Jahr ih­ren Po­li­zei­dienst be­gin­nen – doch es fehlt mas­siv an Aus­bil­dern. Das In­nen­mi­nis­te­ri­um in Ba­den-Würt­tem­berg star­tet des­we­gen ei­ne Initia­ti­ve, um Be­am­te im Ru­he­stand tem­po­rär für die­se Auf­ga­be zu ge­win­nen. „Die Ein­stel­lun­gen von je­weils 1800 Aus­zu­bil­den­den in den Jah­ren 2018 und 2019 er­for­dern für die Aus­bil­dungs­stand­or­te Her­ren­berg, Wert­heim, Biberach und Lahr zu­sätz­li­ches Lehr- und Ver­wal­tungs­per­so­nal. Die­ser Be­darf wird der­zeit er­mit­telt“, sag­te ein Spre­cher von In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl (CDU).

Im Jahr 2017 hat­ten 1400 Män­ner und Frau­en ih­re Aus­bil­dung bei der Po­li­zei be­gon­nen. We­gen der Ter­ror­an­schlä­ge in der Ver­gan­gen­heit wur­den die Ein­stel­lungs­zah­len er­höht. Die Di­enst­stel­len und Ein­rich­tun­gen des Po­li­zei­voll­zugs­diens­tes er­he­ben ak­tu­ell die Zah­len der ge­eig­ne­ten Be­am­ten, die seit 2015 in den Ru­he­stand ge­gan­gen sind. Es feh­le ei­ne drei­stel­li­ge Zahl an Aus­bil­dern, sag­te ein Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher. „Die Aus­bil­dung ist aber nicht ge­fähr­det.“Nach ei­ner in­ter­nen Mit­tei­lung des In­nen­mi­nis­te­ri­ums ist das Ge­win­nen von Lehr­per­so­nal al­ler­dings ein „er­folgs­kri­ti­scher Fak­tor“.

Heu­te kann man nach An­sicht des Lan­des­vor­sit­zen­den der Deut­schen Po­li­zei­ge­werk­schaft, Ralf Kus­te­rer, je­den Po­li­zei­leh­rer ge­brau­chen, aber zu­rück wol­le kaum ei­ner. „Mit der Po­li­zei­re­form be­gann das Per­so­nal­de­sas­ter in der Po­li­zei. Die Zer­schla­gung der Bil­dungs­ein­rich­tun­gen durch das da­ma­li­ge SPD-ge­führ­te In­nen­mi­nis­te­ri­um war ei­ner der größ­ten Feh­ler der jüngs­ten Po­li­zei­ge­schich­te in Ba­den-Würt­tem­berg.“Bil­dungs­stand­or­te sei­en auf­ge­ge­ben wor­den. Mehr als 100 Po­li­zei­leh­rer sei- en im Jahr 2014 teil­wei­se ge­gen ih­ren Wil­len aus den Bil­dungs­ein­rich­tun­gen weg­ver­setzt wor­den. „Ei­ne wei­te­re Schwä­chung der in­ne­ren Si­cher­heit ist jetzt kaum zu ver­hin­dern“, sag­te Kus­te­rer.

Be­wer­bung

Los­ge­hen soll es für die Frei­wil­li­gen am 1. April 2018, wie aus dem der dpa vor­lie­gen­den in­ter­nen Schrei­ben, un­ter an­de­rem adres­siert an die Po­li­zei­prä­si­di­en, her­vor­geht. Die Di­enst­stel­len sind ge­be­ten, die seit 2015 um Ru­he­stand be­find­li­chen Be­am­ten mit ei­nem Mus­ter­schrei­ben bis spä­tes­tens En­de Fe­bru­ar zu kon­tak­tie­ren. Die Ru­he­ständ­ler sol­len sich dann selbst­stän­dig bei der Hoch­schu­le der Po­li­zei be­wer­ben. Die Zahl der Ab­ord­nun­gen soll laut Mi­nis­te­ri­um mög­lichst ge­ring ge­hal­ten wer­den, um das Per­so­nal bei den Di­enst­stel­len und Ein­rich­tun­gen zu hal­ten. Im ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Po­li­zei­dienst ar­bei­ten der­zeit rund 550 Be­am­te über die ge­setz­li­che Al­ters­gren­ze hin­aus. Da­für gibt es für die al­ler­meis­ten ei­nen Zu­schlag.

Im Durch­schnitt über al­le Lauf­bahn­grup­pen hin­weg be­trach­tet liegt die­ser Zu­la­gen­be­trag den An­ga­ben zu­fol­ge im Schnitt bei rund 400 Eu­ro brut­to pro Mo­nat. Al­lein in die­sem Jahr wer­den et­wa 1070 Be­am­te in Ba­den-Würt­tem­berg in den Ru­he­stand ge­hen oder vor­zei­tig aus­schei­den.

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