Un­ter­stel­ler will 300 neue Stel­len

STUTT­GART Grü­nen-Lan­des­mi­nis­ter will in Haus­halts­ver­hand­lun­gen 300 zu­sätz­li­che Stel­len durch­set­zen

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Kraichgau Stimme - - VORDERSEITE - Von un­se­rem Kor­re­spon­den­ten Micha­el Schwarz

STUTT­GART Lan­des­um­welt­mi­nis­ter Franz Un­ter­stel­ler (Grü­ne) for­dert 300 zu­sätz­li­che Stel­len für die Um­welt­ver­wal­tung. „Die Um­welt­ver­wal­tung in Ba­den-Würt­tem­berg braucht in den nächs­ten Jah­ren deut­lich mehr Per­so­nal. Vor al­lem in den un­te­ren Um­welt- und Na­tur­schutz­be­hör­den ste­hen wir am Ran­de ei­ner Man­gel­ver­wal­tung. Hier ha­pert es er­heb­lich“, er­klärt Un­ter­stel­ler ge­gen­über der Heil­bron­ner Stim­me. Ins­ge­samt sieht er schwer­punkt­mä­ßig ei­nen Be­darf in den 44 ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Stadt­und Land­krei­sen. Mit der For­de­rung nach mehr Stel­len wer­de er „auch in die an­ste­hen­den Haus­halts­ver­hand­lun­gen ge­hen“. mis

Ba­den-Würt­tem­bergs Um­welt­mi­nis­ter Franz Un­ter­stel­ler (Grü­ne) schlägt Alarm: Die Um­welt­ver­wal­tung im Land kom­me auf dem Zahn­fleisch da­her. „Die Um­welt­ver­wal­tung in Ba­den-Würt­tem­berg braucht in den nächs­ten Jah­ren deut­lich mehr Per­so­nal. Vor al­lem in den un­te­ren Um­welt- und Na­tur­schutz­be­hör­den – al­so in den Stadt- und Land­krei­sen – ste­hen wir am Ran­de ei­ner Man­gel­ver­wal­tung. Hier ha­pert es er­heb­lich“, sagt Un­ter­stel­ler ge­gen­über der Heil­bron­ner Stim­me. Ins­ge­samt sieht Un­ter­stel­ler ei­nen Be­darf von „rund 300 neu­en Stel­len in den 44 ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Stadt- und Land­krei­sen“. Er be­fin­de sich ge­ra­de in Ab­stim­mung mit Ba­den-Würt­tem­bergs Fi­nanz­mi­nis­te­rin Edith Sitz­mann (Grü­ne). „Mit der For­de­rung nach mehr Stel­len wer­de ich auch in die an­ste­hen­den Haus­halts­ver­hand­lun­gen ge­hen“, kün­digt Un­ter­stel­ler an.

Gut­ach­ten Der Mi­nis­ter be­ruft sich bei die­ser Zahl auf ein Gut­ach­ten, mit dem sein Haus die Si­tua­ti­on in den Um­welt­ver­wal­tun­gen be­wer­ten ließ. Auf die­ser Ba­sis sei in den Ge­sprä­chen mit den Re­gie­rungs­prä­si­di­en und den kom­mu­na­len Lan­des­ver­bän­den der Per­so­nal­be­darf „ge­mein­sam er­ar­bei­tet wor­den“. Dem­ent­spre­chend er­hält Un­ter­stel­ler von den kom­mu­na­len Ver­tre­tern Rü­cken­de­ckung. „Un­se­rer Auf­fas­sung nach muss be­reits im Haus­halts­jahr 2018 ei­ne ers­te Tran­che beim Stel­len­auf­wuchs er­fol­gen, weil wir ins­be­son­de­re für den Be­reich der klas­si­schen Um­welt­ver­wal­tung, al­so für die Ge­wer­be­auf­sicht und die Was­ser­wirt­schaft, Fi­nanz­mit­tel für min­des­tens ei­ne Stel­le des ge­ho­be­nen Di­ens­tes je Land­rats­amt be­nö­ti­gen“, for­dert Joa­chim Wal­ter, Prä­si­dent des ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Land­kreis­tags. Au­ßer­dem sei es längst über­fäl­lig, die Per­so­nal­aus­stat­tung der un­te­ren Na­tur­schutz­be­hör­den zu ver­bes­sern, „zu­mal die ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen hier in den ver­gan­ge­nen Jah­ren um ein Viel­fa­ches ge­stie­gen sind“.

Auch Ba­den-Würt­tem­bergs Städ­te­tags­prä­si­dent Die­ter Sa­lo­mon (Grü­ne) sieht enor­men Hand­lungs­be­darf. „Es gibt zahl­rei­che gu­te Vor­schlä­ge zur Ver­bes­se­rung die­ser Si­tua­ti­on. Oh­ne ei­ne an­ge­mes­se­ne Auf­sto­ckung der Stel­len be­zie­hungs­wei­se Fi­nanz­mit­tel bei den un­te­ren Ver­wal­tungs­be­hör­den wird es aber in kei­nem Fall ge­hen. Wir er­war­ten, dass das Land sei­ner Fi­nan­zie­rungs­ver­pflich­tung an die­ser Stel­le nach­kommt“, so Sa­lo­mon.

Zu­rück­hal­ten­der äu­ßert sich nur Süd­west-Ge­mein­de­tags­prä­si­dent Ro­ger Keh­le (CDU). „Wir sind grund­sätz­lich nicht der Mei­nung, dass je­des Pro­blem mit ei­ner Er­wei­te­rung des Per­so­nals zu lö­sen ist. Es wä­re aus un­se­rer Sicht ei­ne Über­le- gung wert, Vor­schrif­ten und Vor­ga­ben auf den Prüf­stand zu stel­len, zu ver­ein­fa­chen und zu ent­schla­cken.“

Ur­sa­chen Doch wie kam es zu den Pro­ble­men? Un­ter­stel­ler führt die­se auf den Stel­len­ab­bau im Zu­ge der Ver­wal­tungs­re­form 2005 un­ter Mi­nis­ter­prä­si­dent Er­win Teu­fel (CDU) zu­rück. Da­zu kä­men kom­ple­xer wer­den­de Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren – zum Bei­spiel für Wind­kraft­an­la­gen oder bei der Ab­fall­wirt­schaft. Un­ter­stel­ler: „Da fehlt uns Per­so­nal und dar­un­ter lei­den auch Un­ter­neh­men. Da­bei sind Un­ter­neh­men an­ge­wie­sen auf schnel­le und ge­richts­fes­te Ge­neh­mi­gun­gen.“

Fo­to: dpa

In den Um­welt­ver­wal­tun­gen im Süd­wes­ten – hier das Stutt­gar­ter Um­welt­mi­nis­te­ri­um – gibt es laut dem zu­stän­di­gen Res­sort­chef zu we­nig Mit­ar­bei­ter.

Fo­to: Den­nis Mug­ler

Franz Un­ter­stel­ler

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