Neue Di­men­si­on

Im Pfle­ge­sek­tor ist mehr Trans­pa­renz drin­gend er­for­der­lich – zum Schutz der Pa­ti­en­ten.

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Kraichgau Stimme - - MEINUNGEN - Von Claus Schö­ner

Kom­ple­xe Sys­te­me, in de­nen vie­le Mil­li­ar­den Eu­ro nach teil­wei­se selbst für Fach­leu­te un­durch­sich­ti­gen Mecha­nis­men ver­teilt wer­den, zie­hen Kri­mi­nel­le an. Un­sum­men ver­si­ckern im Ge­sund­heits- und Pfle­ge­we­sen durch Be­trug und Kor­rup­ti­on. Die skru­pel­lo­sen Me­tho­den kri­mi­nel­ler ost­eu­ro­päi­scher Pfle­ge­diens­te, de­nen das Bun­des­kri­mi­nal­amt und das Lan­des­kri­mi­nal­amt Nord­rhein-West­fa­len auf der Spur sind, ge­fälsch­te Pfle­ge­pro­to­kol­le, Pa­ti­en­ten, die ih­re Be­dürf­tig­keit nur vor­täu­schen, so­wie Ärz­te und Apo­the­ker, die mit dem Ver­bre­cher-Netz­werk un­ter ei­ner De­cke ste­cken – das hat ei­ne neue Di­men­si­on. Nicht nur die Straf­ver­fol­gung ist in der Pflicht, son­dern auch die Po­li­tik. Selbst die Er­mitt­ler von BKA und LKA tun sich schwer, das ver­bre­che­ri­sche Ge­flecht zu ent­wir­ren. Be­trü­gern und je­nen, die Selbst­be­die­nung im Pfle­ge- und Ge­sund­heits­we­sen für ihr gu­tes Recht hal­ten, muss ihr Werk so schwer wie mög­lich ge­macht wer­den.

Pa­ti­en­ten und An­ge­hö­ri­ge dür­fen nicht blind dem ver­trau­en, was ih­nen emp­foh­len wird. Sie soll­ten die viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten, sich zu in­for­mie­ren, nut­zen, nach­fra­gen und nicht so­fort das Porte­mon­naie zü­cken, wenn sie für ei­ne Un­ter­su­chung oder ei­ne The­ra­pie Geld be­zah­len sol­len. Im­mer wie­der wird das Bild vom mün­di­gen Pa­ti­en­ten hoch­ge­hal­ten, doch ei­ne Pa­ti­en­ten­quit­tung, mit der er ab­ge­rech­ne­te Leis­tun­gen kon­trol­lie­ren kann, mu­tet man ihm nicht zu. Das zu än­dern, wä­re ein ers­ter wich­ti­ger Schritt hin zu mehr Trans­pa­renz.

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