Fall Am­ri: Schwe­re Be­hör­den­feh­ler

Son­der­er­mitt­ler kri­ti­siert im Ab­schluss­be­richt Po­li­zei und In­nen­mi­nis­te­ri­um

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BER­LIN Zehn Mo­na­te nach dem is­la­mis­ti­schen Ter­ror­an­schlag auf ei­nem Ber­li­ner Weih­nachts­markt hat ein Son­der­er­mitt­ler er­neut zahl­rei­che schwe­re Feh­ler ver­schie­de­ner Po­li­zei­be­hör­den und an­de­rer Stel­len fest­ge­stellt. Der frü­he­re Bun­des­an­walt Bru­no Jost kri­ti­sier­te ges­tern bei der Vor­stel­lung sei­nes Ab­schluss­be­richts zu den Er­mitt­lun­gen rund um den At­ten­tä­ter Anis Am­ri be­son­ders die Ber­li­ner Kri­mi­nal­po­li­zei, aber auch die Po­li­zei in Nord­rhein-West­fa­len und Ba­denWürt­tem­berg.

Am­ri war als so­ge­nann­ter is­la­mis­ti­scher Ge­fähr­der be­kannt. Er hät­te we­gen sei­nes Dro­gen­han­dels und ge­fälsch­ter Aus­wei­se höchst­wahr­schein­lich ver­haf­tet und in Un­ter­su­chungs­haft ge­sperrt wer­den kön­nen, sag­te Jost, der vom Se­nat be­auf­tragt wor­den war.

Ber­lins In­nen­se­na­tor Andre­as Gei­sel (SPD) for­der­te ei­nen Un­ter­su­chungs­aus­schuss des Bun­des­tags zu dem Ter­ror­an­schlag. Die Feh­ler vor dem An­schlag sei­en län­der­über­grei­fend und auch auf Bun­des­ebe­ne be­gan­gen wor­den, sag­te er zur Be­grün­dung.

Ein Spre­cher des In­nen­mi­nis­te­ri­ums in Stutt­gart sag­te da­zu, die aus­län­der­recht­li­che Zu­stän­dig­keit ha­be bei Nord­rhein-West­fa­len ge­le­gen. Am­ri war am 30. Ju­li 2016 in Fried­richs­ha­fen bei ei­ner Kon­trol­le auf­ge­grif­fen wor­den. Da er zur Ab­schie­bung an­stand, wur­de er in die JVA Ra­vens­burg ge­bracht. Der Be­reit­schafts­rich­ter hat­te an­ge­ord­net, dass Am­ri über das Wo­che­n­en­de blei­ben soll­te. Die für die Ab­schie­bung zu­stän­di­gen Aus­län­der­be­hör­de Kle­ve in Nord­rhein-West­fa­len ver­füg­te am 1. Au­gust die Ent­las­sung Am­ris aus der Haft, da noch kei­ne Pas­ser­satz­pa­pie­re aus Tu­ne­si­en vor­la­gen und da­mit die Zeit der zu er­war­ten­den Ab­schie­be­haft zu lan­ge ge­dau­ert hät­te.

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