DLW nach drei Jah­ren er­neut in der In­sol­venz

BIE­TIG­HEIM-BISSINGEN Bo­den­be­lags­her­stel­ler be­an­tragt Sa­nie­rung in Ei­gen­ver­wal­tung

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Kraichgau Stimme - - Wirtschaft -

Für vie­le Be­schäf­tig­te bei DLW ist es so ei­ne Art Déjàvu: Er­neut be­fin­det sich der Bo­den­be­lags­her­stel­ler in ei­nem In­sol­venz­ver­fah­ren – be­reits 2014 hat­te es ei­nen Gang zum In­sol­venz­ge­richt ge­ge­ben. Bei der Grup­pe ban­gen nun ins­ge­samt 720 Be­schäf­tig­te um ih­ren Job – 360 am Stamm­sitz in Bie­tig­heim-Bissingen, 280 im Werk Del­men­horst bei Bre­men und 80 an den Ver­triebs­stand­or­ten im In- und Aus­land.

2015 hat­te die nie­der­län­di­sche Fiel­ds-Grup­pe das Un­ter­neh­men über­nom­men, das auf ei­ne mehr als 90-jäh­ri­ge Ge­schich­te zu­rück­schau­en kann. Die ge­schäft­li­che Ent­wick­lung stell­te je­doch of­fen­sicht­lich nicht zuf­rie­den: Seit et­wa ei­nem Jahr läuft be­reits ein Sa­nie­rungs­pro­zess, im März wur­de mit Hans-Nor­bert Topp ein neu­er Un­ter­neh­mens­chef un­ter an­de­rem als Sa­nie­rer ein­ge­setzt. 55 Ar­beits­plät­ze sind un­ter Fiel­ds be­reits ver­lo­ren ge­gan­gen, heißt es in Me­dien­be­rich­ten.

Sach­wal­ter Im Un­ter­schied zu 2014, als ein re­gu­lä­res In­sol­venz­ver­fah­ren an­lief, hat das Amts­ge­richt Heil­bronn nun Ei­gen­ver­wal­tung an­ge­ord­net. Das be­deu­tet, dass die Ge­schäfts­füh­rung im Amt bleibt. Als Sach­wal­ter wur­de der Stutt­gar­ter Rechts­an­walt Ti­bor Braun ein­ge­setzt. Die Un­ter­neh­mens­lei­tung wird zu­dem von der Hei­del­ber­ger Kanz­lei Wel­len­siek be­ra­ten. Die Mit­ar­bei­ter am Stamm­sitz wur­den ges­tern in ei­ner Be­triebs­ver­samm­lung über die Si­tua­ti­on in­for­miert. Zu den Grün­den für die Schief­la­ge konn­te Braun ges­tern noch kei­ne An­ga­ben ma­chen. Die Ge­schäfts­lei­tung hat­te in ei­nem Schrei­ben an die Be­leg­schaft ei­nen „kurz­fris­tig auf­ge­tre­te­nen Li­qui­di­täts­eng­pass“an­ge­ge­ben, oh­ne da­zu nä­he­re An­ga­ben zu ma­chen. DLW Floo­ring sei auf je­den Fall wei­ter­hin sa­nie­rungs­fä­hig. Da­für soll­ten die Mög­lich­kei­ten des Ei­gen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens ge­nutzt wer­den, hieß es. Der Ge­schäfts­be­trieb lau­fe un­ver­än­dert wei­ter, die Löh­ne und Ge­häl­ter sol­len über das In­sol­venz­geld be­gli­chen wer­den. Für DLW Floo­ring soll nun auch ge­prüft wer­den, ob ein In­ves­tor das Un­ter­neh­men über­nimmt, be­rich­te- te die Ge­schäfts­lei­tung. Es wä­re das nächs­te Ka­pi­tel in der wech­sel­vol­len Ge­schich­te der Tra­di­ti­ons­fir­ma: Als „Deut­sche Li­n­oleum­wer­ke“gibt es sie seit 1926, als sich fünf Her­stel­ler aus Del­men­horst und Ber­lin zu­sam­men­schlos­sen. 1938 wur­de der Sitz von Ber­lin nach Bie­tig­heim-Bissingen ver­la­gert. 1998 kauf­te der USKon­zern Arm­strong das hoch­ver­schul­de­te Un­ter­neh­men, aber 2014 ent­schied er, sein Eu­ro­pa­ge­schäft nicht mehr wei­ter­zu­ver­fol­gen – und stell­te die Fi­nan­zie­rung ein, was in die In­sol­venz führ­te. Zu die­sem Zeit­punkt ar­bei­te­ten noch 860 Mit­ar­bei­ter in der Grup­pe. Heu­te wer­den in Bie­tig­heim PVC-Bö­den pro­du­ziert, in Del­men­horst Li­n­ole­um.

Am Stamm­sitz von DLW Floo­ring in Bie­tig­heim-Bissingen wer­den vor al­lem PVC- und Vi­nyl-Bö­den pro­du­ziert. Hier sind noch 360 Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt.

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