Ei­sen­mann Lan­ges Renn­stra­te­gie

Der WM-Drit­te von Ha­waii zählt zu den Mit­fa­vo­ri­ten – Bri­te Don wird von Au­to an­ge­fah­ren und bricht sich den Hals­wir­bel

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TRI­ATH­LON Für ei­nen der Mit­fa­vo­ri­ten ist der Iron­man auf Ha­waii be­reits zwei Ta­ge vor dem Start aus­ge­träumt. Der bri­ti­sche Re­kord­hal­ter Tim Don ist kurz vor der WM am Sams­tag (18.25 Uhr/MESZ) beim Rad­trai­ning ver­un­glückt. Der 39Jäh­ri­ge wur­de ges­tern von ei­nem Au­to an­ge­fah­ren und er­litt ei­nen Hals­wir­bel­bruch. Er müs­se aber nicht ope­riert wer­den, be­rich­te­te er per Vi­deo aus ei­nem Kran­ken­haus in Ho­no­lu­lu.

Don zähl­te zur Kon­kur­renz für Jan Fro­de­no im Kampf um des­sen drit­ten WM-Ti­tel nach­ein­an­der und hat­te in die­ser Sai­son in 7:40:23 St­un­den ei­ne Iron­man-Welt­best­zeit auf­ge­stellt. Schnel­ler war nur Fro­de­no im ver­gan­ge­nen Jahr bei der Chal­len­ge Roth in 7:35:39 St­un­den.

Ma­ra­thon-Re­kord Den Re­kord über den Ma­ra­thon auf Ha­waii hält je­doch ein an­de­rer Deut­scher: Patrick Lan­ge. Jan Fro­de­no be­zeich­net den WM-Drit­ten des ver­gan­ge­nen Jah­res und ei­nen sei­ner Her­aus­for­de­rer als Lauf­ra­ke­te. Der 31-Jäh­ri­ge sagt über sei­ne Ge­füh­le: „Es ist schon ein biss­chen an­ders. Die­se Ner­vo­si­tät des ers­ten Mals ist nicht mehr da, ich weiß ja schon grob, was auf mich zu­kommt. Es war ein gu­tes Ge­fühl, hier an­zu­kom­men. Es ist schön, wenn man hier trai­niert und mit die­sem Ort die­sen Er­folg vom ver­gan­ge­nen Jahr ver­bin­det.“Der Hes­se fühlt sich auf der Pa­zi­fik-In­sel ein­fach wohl. Wie er die enor­me An­stren­gung Iron­man an­geht, macht er auch da­von ab­hän­gig, wie sich die Renn­dy­na­mik ent­wi­ckelt. „Es gibt ein paar Stra­te- gi­en“, sagt Patrick Lan­ge. Sein Plan lau­tet: Vor­ne mit­schwim­men in den Top Ten. Das wür­de hei­ßen, dass er auch auf dem Rad von Be­ginn an vorn da­bei ist. „Dort will ich ver­su­chen, mit­zu­fah­ren und Ak­zen­te zu set­zen. Ich hof­fe, dass wir mit mög­lichst gro­ßem Vor­sprung aufs Rad stei­gen vor den su­per­star­ken Rad­fah­rern wie Se­bas­ti­an Ki­en­le, Bo­ris St­ein oder Lio­nel San­ders, um uns früh­zei­tig ab­set­zen zu kön­nen“, sagt Lan­ge. „Da bin ich auch in der La­ge, mit­hel­fen und mitat­ta­ckie­ren zu kön­nen. Beim Lau­fen will ich den Tur­bo zün­den.“Bei der Iron­man-Eu­ro­pa­meis­ter­schaft in Frank­furt hat Patrick Lan­ge ein schwe­res Ren­nen er­lebt, da er tak­ti­sche Fehl­ent­schei­dun­gen ge­trof­fen und „ei­nen auf die Müt­ze be­kom­men hat“, wie er die Nie­der­la­ge um­schreibt. „Aus kei­nem Ren­nen ha­be ich so viel mit­neh­men kön­nen wie aus in Frank­furt.“Die­se Feh­ler wird Lan­ge si­cher nicht noch ein­mal ma­chen. Doch in je­dem Iron­man ge­hen die Aus­dau­er­ath­le­ten durch Hö­hen und Tie­fen. „Man kann sich an ei­nem Punkt so elend füh­len, dass man auf­ge­ben will. Zehn Mi­nu­ten spä­ter denkt mal, wie geil, da geht noch was.“

Noch ler­nen Wäh­rend für Jan Fro­de­no und Se­bas­ti­an Ki­en­le vom TriTeam Heu­chel­berg nur Platz eins zählt, wä­re Patrick Lan­ge auch mit ei­nem Po­dest­platz zuf­rie­den. „Man muss bei den bei­den halt se­hen, dass sie bei­de das Ren­nen je­weils schon ein­mal oder gar zwei­mal ge­won­nen ha­ben. Das will ich ja erst noch er­rei­chen. Wenn ich den drit­ten Platz un­ter­schrei­ben müss­te, wä­re ich da­mit zuf­rie­den. Ich ha­be noch viel zu ler­nen.“

Lan­ge wird von Ex-Welt­meis­ter Fa­ris Al-Sul­tan trai­niert und ist ge­lern­ter Phy­sio­the­ra­peut. Kann er den My­thos Ha­waii ge­nie­ßen? „Ja und Nein“, meint Lan­ge. „Da ist die Ner­vo­si­tät. Man spürt aber auch die Ener­gie, die­sen My­thos an dem Ort, von dem man als Kind ge­le­sen und Bil­der ge­se­hen hat. Der ver­liert nicht sei­nen Reiz.“

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