Sinn­vol­le Show

Mi­nis­ter­prä­si­dent Kret­sch­mann sucht das Ge­spräch mit der In­dus­trie und in­sze­niert sich da­bei.

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - - VORDERSEITE - Von Micha­el Schwarz @ Ih­re Meinung? micha­el.schwarz@stim­me.de

Das ers­te Treffen mit der Au­to­mo­bil­wirt­schaft kann Mi­nis­ter­prä­si­dent Kret­sch­mann (Grü­ne) als Er­folg ver­bu­chen. Er konn­te sich als der Po­li­ti­ker in­sze­nie­ren, der die Zei­chen der Zeit er­kannt hat und mit Wirt­schafts­grö­ßen wie Volk­mar Den­ner (Bosch) und Dieter Zet­sche (Daim­ler) in der Au­to­mo­bil­bran­che die Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft an­geht. Nach seinem jüngs­ten Auf­tritt in der ARD-Sen­dung Beck­mann und dem Emp­fang des Adels vor we­ni­gen Ta­gen im Stutt­gar­ter Schloss ist das der nächs­te PR-Coup des Re­gie­rungs­chefs. Er ist der Star der Grü­nen und hebt sich da­mit im­mer mehr von der mo­men­tan er­folg­lo­sen Par­tei­spit­ze in Berlin ab. So weit die tak­ti­sche Sei­te, die in der Politik im­mer ei­ne Rol­le spielt.

Na­tür­lich muss das Treffen mit der Au­to­mo­bil­wirt­schaft auch in­halt­lich be­wer­tet wer­den. Und hier ist es Kret­sch­mann ge­lun­gen, vie­le der re­le­van­ten Ak­teu­re der Bran­che mits­amt Ver­tre­tern aus der Wis­sen­schaft, von Ver­bän­den und von Ge­werk­schaf­ten an ei­nen Tisch zu ho­len. Dies ist auch not­wen­dig, weil je­der sei­nen Teil da­zu bei­tra­gen muss, dass die Au­to­in­dus­trie in Deutsch­land – und vor al­lem auch im Au­to­Bun­des­land Ba­den-Würt­tem­berg – im glo­ba­len Wett­be­werb wei­ter be­steht. Das zeigt das Bei­spiel der EMo­bi­li­tät. Hier müs­sen In­dus­trie und Wis­sen­schaft die Tech­no­lo­gie lie­fern und ge­mein­sam mit den Ge­werk­schaf­ten Fir­men so um­bau­en, dass die Ar­beit­neh­mer mitgenommen wer­den. Die Politik wie­der­um muss die pas­sen­de In­fra­struk­tur schaf­fen und da­für sor­gen, dass mög­lichst sau­be­rer Strom ge­tankt wer­den kann – Stich­wort re­ge­ne­ra­ti­ve Ener­gie. Ähn­lich stellt sich die Si­tua­ti­on beim au­to­no­men Fah­ren dar. Die Wirtschaft lie­fert die Technik, die Politik die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen. Des­we­gen müs­sen Politik und Wirtschaft sich auf­ein­an­der ab­stim­men. Wich­tig ist, dass es nach dem Treffen nicht nur bei Lip­pen­be­kennt­nis­sen bleibt.

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