Luft zum At­men

Grie­chen­land hat Re­for­men ein­ge­lei­tet. Ob die Wirtschaft an­springt, ist ei­ne ganz an­de­re Fra­ge.

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - - MEINUNGEN - Von Det­lef Drewes

Es sind bit­te­re Ein­schnit­te, die auf die Grie­chen nun zu­kom­men. Aber At­hens Re­gie­rung hat – recht­zei­tig vor der nächs­ten Ta­gung der Eu­roFi­nanz­mi­nis­ter am Mon­tag – die bei­den wohl schwers­ten Re­form­ka­pi­tel ab­ge­hakt. Da­mit sind zwar die Vor­aus­set­zun­gen für die nächs­te Über­wei­sung aus dem drit­ten Hilfs­pa­ket her­ge­stellt. Es bleibt aber die Fra­ge, ob da­mit wirk­lich ge­schafft ist, was man schaf­fen woll­te. Ja, At­hen hat den Ka­ta­log der Re­form­vor­ga­ben weit­ge­hend er­le­digt. Aber nun muss die Wirtschaft an­sprin­gen, müss­ten die Be­trie­be in­ves­tie­ren, um neue Jobs und Ein­nah­men zu ge­ne­rie­ren. Die gro­ße Be­fürch­tung bleibt, dass die Rot­stift-Or­gie, die die Geld­ge­ber ein­ge­for­dert ha­ben, der Wirtschaft die Luft zum At­men nimmt.

Es stimmt zwar, dass Tsi­pras schon das kleins­te Plus gleich wie­der für Wahl­ge­schen­ke aus­ge­ge­ben hat. Mit dem Weih­nachts­geld für Rent­ner hat­te er sich al­ler­dings we­nigs­tens et­was po­li­ti­sche Ru­he und Zeit er­kauft. Denn man soll­te sich nichts vor­ma­chen: Egal wie man zu dem Chef des Links-Bünd­nis­ses auch steht – von ihm wird nicht we­ni­ger er­war­tet, als ge­gen das Volk zu re­gie­ren. Des­sen bit­te­re Not kommt in den Pa­pie­ren der Geld­ge­ber nicht vor, ist aber längst die schmerz­li­che Rea­li­tät der Men­schen in Grie­chen­land.

Nach­dem die Geld­ge­ber die Dau­men­schrau­ben in­zwi­schen weit über das er­träg­li­che Maß an­ge­zo­gen ha­ben, kom­men sie um das The­ma Schul­den­er­leich­te­run­gen nicht län­ger her­um.

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