Ge­schwächt

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - - VORDERSEITE - Von Micha­el Schwarz

Durch das neue Hoch­schul­ge­setz wird der All­tag für die Rek­to­ren zwei­fels­oh­ne schwe­rer. Es ist ein Ge­setz, das in der ba­den­würt­tem­ber­gi­schen Hoch­schul­land­schaft ziem­lich ho­he Wel­len schla­gen wird. Durch ein Ur­teil des Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs war das Land ge­zwun­gen, das Hoch­schul­ge­setz neu aus­zu­rich­ten. Kern der Vor­ga­be der Rich­ter war, die Stel­lung der Hoch­schul­pro­fes­so­ren zu stär­ken und ih­nen mehr Ein­fluss bei der Wahl und Ab­wahl von Rek­to­ren zu ge­ben. Ba­den-Würt­tem­bergs Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin The­re­sia Bauer (Grü­ne) setzt dies in ih­rem neu­en Ge­setz zwei­fels­oh­ne um. Al­ler­dings wird die Neu­re­ge­lung die Ge­wich­te deut­lich ver­schie­ben, da schon 25 Pro­zent der Hoch­schul­leh­rer ein Ab­wahl­ver­fah­ren in Gang set­zen kön­nen. Vor al­lem in klei­ne­ren Ein­rich­tun­gen kann es schneller pas­sie­ren, dass sich ein Vier­tel der Pro­fes­so­ren ge­gen ei­nen Rek­tor stellt. Die­ser ist dann deut­lich ge­schwächt und muss sich ei­ner öf­fent­li­chen De­bat­te aus­set­zen – un­ab­hän­gig da­von, ob er am En­de tat­säch­lich durch die Mehr­heit der Stim­men sei­nen Job ver­liert. Ver­ges­sen wer­den soll­te auch nicht: Die bis­he­ri­ge Ab­wahl­mög­lich­keit durch Se­nat und Hoch­schul­rat bleibt wei­ter be­ste­hen. Da­durch gibt es auch quan­ti­ta­tiv mehr Mög­lich­kei­ten, ei­nen un­be­lieb­ten Rek­tor ab­zu­set­zen.

Zwei­fels­oh­ne po­si­tiv ist, dass die Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin die Po­si­ti­on der jun­gen Dok­to­ran­den stärkt. Sie be­kom­men den so­ge­nann­ten Grup­pen-Sta­tus und er­hal­ten da­mit ei­ge­ne Ver­tre­ter im Se­nat. Da­durch ist Schluss da­mit, dass die Stim­men der jun­gen Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler nicht ge­hört wer­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.