Je­der­zeit und über­all

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - - MEINUNGEN - Von Mar­cus Sau­er

Der neue An­schlag zeigt, dass man im Kampf ge­gen den Ter­ro­ris­mus nicht nach­las­sen darf. Die Bri­ten und die Lon­do­ner hat­ten Glück im Un­glück. Dass meh­re­re Men­schen bei der Ex­plo­si­on in ei­ner U-Bahn in Par­sons Gre­en ver­letzt wur­den, ist ent­setz­lich. Doch es hät­te viel schlim­mer kom­men kön­nen. Gleich­wohl zeigt der mut­maß­li­che An­schlag, wie bri­sant die Si­tua­ti­on in Groß­bri­tan­ni­en und in Eu­ro­pa ins­ge­samt ist.

Da kann man sich tau­send­mal sa­gen, man las­se sich nicht von sol­chen Er­eig­nis­sen be­ein­dru­cken und zwin­gen, sei­nen All­tag zu ver­än­dern – die bit­te­re Wahr­heit ist: Es kann je­der­zeit und über­all zu ei­ner Atta­cke kom­men. Das hat uns ein Stück weit un­se­re Un­be­fan­gen­heit ge­nom­men. Den­noch tritt auch ein Ge­wöh­nungs­ef­fekt ein. Mit dem wir uns aber nicht ab­fin­den dür­fen.

Es gilt wei­ter, auf der Hut zu sein und die Si­cher­heits­me­cha­nis­men so­wie die in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit kon­se­quent zu über­prü­fen und bei Be­darf zu ver­bes­sern. Denn der Geg­ner, der im Blick zu be­hal­ten ist, wächst. Bei­spiel Sala­fis­ten. Seit Jah­ren wird vor die­ser ra­di­ka­len Au­s­prä­gung des Is­lam ge­warnt, ha­ben die Be­hör­den die Sze­ne im Vi­sier. Den­noch konn­te sie sich von

3800 be­kann­ten Mit­glie­dern im Jahr

2011 auf mitt­ler­wei­le 10 300 ver­grö­ßern. Der Staat hat das nicht ver­hin­dern kön­nen, er hat ver­sagt. Jetzt spricht sich In­nen­mi­nis­ter Thomas de Mai­ziè­re für ei­ne „in­ten­si­ve­re Be­schäf­ti­gung mit Ra­di­ka­li­sie­rungs­ver­läu­fen“aus. Da fragt man sich, was die Stra­te­gen in sei­nem Mi­nis­te­ri­um und beim BKA die ver­gan­ge­nen Jah­re ge­tan ha­ben.

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