Neu­start der Ko­ali­ti­on mit Miss­tö­nen: Streit um Schul­den und Fahr­ver­bo­te

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - - BADEN-WÜRTTEMBERG - Dpa

Tra­di­tio­nell er­öff­nen die Frak­tio­nen die po­li­ti­sche Herbst­sai­son mit zwei­tä­gi­gen Klau­sur­sit­zun­gen. In die­ser Wo­che über­schat­te­te die Bun­des­tags­wahl die Po­si­ti­ons­be­stim­mung nach den gro­ßen Fe­ri­en. Pas­send zum Wahl­kampf dis­ku­tier­ten die Grü­nen et­wa über das schad­stoff­freie Au­to der Zu­kunft, über Kli­ma­schutz und ge­sun­de Er­näh­rung. Da­ge­gen sta­chel­te die na­hen­de Wahl den Ko­ali­ti­ons­part­ner CDU zu ei­nem fi­nanz­po­li­ti­schen Wett­be­werb mit den Grü­nen an. Die al­ten Schul­den sol­len nach dem Wil­len der CDU um ei­ne hal­be Mil­li­ar­de Eu­ro ab­ge­baut wer­den.

„Wir wol­len ei­ne his­to­ri­sche Trend­wen­de beim Schul­den­ab­bau ein­lei­ten“, be­ton­te CDU-Frak­ti­ons­chef Wolf­gang Rein­hart ges­tern in Stutt­gart. Der CDU-Frak­ti­on ge­hen die bis­he­ri­gen Ab­spra­chen zum Schul­den­ab­bau nicht weit ge­nug. Die gu­te wirt­schaft­li­che La­ge mit star­ken Steu­er­ein­nah­men er­lau­be die Til­gung von 500 Mil­lio­nen Eu­ro Kre­dit­markt­schul­den.

Rein­harts Grü­nen-Kol­le­ge Andre­as Schwarz re­agier­te süf­fi­sant. Als vor den Som­mer­fe­ri­en Fi­nanz­mi­nis­te­rin Edith Sitz­mann (Grü­ne) die Til­gung von 200 Mil­lio­nen Eu­ro im Jahr 2018 vor­schlug, hät­ten CDU-Res­sort­chefs ge­bremst. „Ich fin­de es nett, wie sich die CDU jetzt bei Frau Sitz­mann ein­schmei­chelt“, spot­te­te Schwarz. Der Grü­nen-Frak­ti­ons­chef will über ei­ne hö­he­re Schul­den­til­gung erst nach der Steu­er­schät­zung im No­vem­ber ent­schei­den. Dann sei der fi­nan­zi­el­le Spiel- raum für 2019 kla­rer. Ei­ne Steu­er­re­form des Bun­des wür­de sich auf die Lan­des­kas­se aus­wir­ken.

Kon­tro­ver­se Nicht bei­le­gen konn­te die Ko­ali­ti­on auch die seit Wo­chen schwe­len­de Kon­tro­ver­se über den Um­gang mit dem Ur­teil des Ver­wal­tungs­ge­richts zur Luf­t­rein­hal­tung in Stutt­gart.

Die CDU will auf je­den Fall in Be­ru­fung ge­hen und die Ent­schei­dung um­fas­send vom Ver­wal­tungs­ge­richts­hof über­prü­fen las­sen. Bei den Grü­nen hat sich Schwarz auf ei­ne Sprung­re­vi­si­on di­rekt zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt fest­ge­legt. Das sei bes­ser für den Ge­sund­heits­schutz, weil schneller Rechts­si­cher­heit über even­tu­el­le Fahr­ver­bo­te ge­schaf­fen wer­de. Der von der CDU vor­ge­schla­ge­ne Weg wür­de min­des­tens ein Jahr län­ger Fahr­ver­bo­te für äl­te­re Au­tos mit Die­sel­mo­to­ren in Stutt­gart und an­de­ren Um­welt­zo­nen ver­hin­dern. Die Frist für die Ein­le­gung von Rechts­mit­teln en­det An­fang Ok­to­ber.

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