Vie­le un­zu­frie­den mit Aus­gang der Bun­des­tags­wahl

Image­ge­winn für Chris­ti­an Lind­ner und Cem Öz­de­mir – Horst See­ho­fer und Mar­tin Schulz ver­lie­ren an An­se­hen

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - - POLITIK - Von un­se­rer Re­dak­teu­rin Bi­an­ca Zäu­ner

Die Bun­des­tags­wahl wird das Land ver­än­dern: Die gro­ße Ko­ali­ti­on ist ab­ge­wählt, und mit der AfD zieht ei­ne rechts­po­pu­lis­ti­sche Par­tei in den Bun­des­tag ein. In der Wo­che nach der Wahl hat die For­schungs­grup­pe Wah­len für die ZDFSen­dung „Po­lit­ba­ro­me­ter“mehr als 1400 zu­fäl­lig aus­ge­wähl­te Wahl­be­rech­tig­te zu ih­rem Emp­fin­den nach der Bun­des­tags­wahl be­fragt. Die wich­tigs­ten Er­geb­nis­se:

■ Pro­jek­ti­on: In der Pro­jek­ti­on „Wenn am Sonn­tag Bun­des­tags­wahl wä­re“er­ge­ben sich nur ge­ring­fü­gi­ge Ve­rän­de­run­gen im Ver­gleich zum Er­geb­nis der Bun­des­tags­wahl. Ei­nen Zu­ge­winn von zwei Pro­zent­punk­ten ver­zeich­nen die Grü­nen, po­ten­zi­el­ler Ko­ali­ti­ons­part­ner von Uni­on und FDP.

■ Frus­tra­ti­on: Bei den Um­fra­ge­teil­neh­mern über­wiegt nach der Wahl die Ent­täu­schung. 66 Pro­zent ga­ben an, mit dem Aus­gang un­zu­frie­den zu sein – so vie­le wie zu­letzt

2005. Ih­re ei­ge­ne Wah­l­ent­schei­dung stel­len je­doch die We­nigs­ten in Fra­ge: 93 Pro­zent wür­den ih­re Kreu­ze wie­der ge­nau­so set­zen.

■ Ja­mai­ka: In al­len Um­fra­gen vor der Wahl wur­de ein Ja­mai­ka-Bünd­nis aus Uni­on, FDP und Grü­nen mehr­heit­lich ab­ge­lehnt. Das hat sich, ver­mut­lich man­gels Ko­ali­ti­ons­al­ter­na­ti­ven nach der Wahl, ge­än­dert: Deut­lich mehr als die Hälf­te der Be­frag­ten (59 Pro­zent) spricht sich jetzt für ein sol­ches Drei­er­bünd­nis aus. Zur gro­ßen Ko­ali­ti­on ge­hen die Um­fra­ge­teil­neh­mer deut­lich auf Dis­tanz. Nicht ein­mal mehr ein Vier­tel der Be­frag­ten spricht sich für die Fort­set­zung der Re­gie­rung von Uni­on und SPD aus.

■ SPD in der Op­po­si­ti­on: Mehr­heit­lich po­si­tiv be­wer­tet wird die Ent­schei­dung der So­zi­al­de­mo­kra­ten, in der kom­men­den Le­gis­la­tur­pe­ri­ode in die Op­po­si­ti­on zu ge­hen.

63 Pro­zent hei­ßen die­sen Schritt gut, 29 Pro­zent fin­den ihn schlecht. Knapp zwei Drit­tel der Um­fra­ge­teil­neh­mer sind über­zeugt, die SPD wer­de von die­ser Ent­schei­dung zu­künf­tig pro­fi­tie­ren.

■ An­ge­la Mer­kel: Die al­te Kanz­le­rin ist wohl auch die neue Kanz­le­rin.

62 Pro­zent der Be­frag­ten fin­den das gut, im­mer­hin 35 Pro­zent hät­ten sich je­doch ein an­de­res Re­gie­rungs­ober­haupt ge­wünscht. Im Ran­king der be­lieb­tes­ten Po­li­ti­ker ver­tei­digt sie ih­ren ers­ten Platz und konn­te ih­ren Image­wert im Ver­gleich zu vor der Wahl so­gar leicht ver­bes­sern.

■ Ab­schnei­den der AfD: Die Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land ist als dritt­stärks­te Kraft in den Bun­des­tag ge­wählt wor­den. Nur knapp ein Vier­tel der Be­frag­ten für das Po­lit­ba­ro­me­ter glaubt, dass die Par­tei sich dau­er­haft im po­li­ti­schen Sys­tem der Bun­des­re­pu­blik eta­blie­ren wird. 70 Pro­zent wün­schen sich von den an­de­ren Par­tei­en ei­ne re­strik­ti­ve Ab­gren­zung.

■ Po­li­ti­ker-Ran­king: Im Ran­king der zehn wich­tigs­ten Po­li­ti­ker ha­ben sich ei­ni­ge Wer­te im Ver­gleich zu vor der Wahl deut­lich ver­än­dert. Deut­lich nach oben ging es für FDPPar­tei­chef Chris­ti­an Lind­ner so­wie Grü­nen-Spit­zen­kan­di­dat Cem Öz­de­mir. Mas­si­ve Zu­ge­win­ne gibt es auch für Lin­ken-Spit­zen­kan­di­da­tin Sah­ra Wa­genk­necht, die ih­ren bis­her höchs­ten Image­wert er­reicht. Deut­li­che Ver­lus­te ver­zeich­nen hin­ge­gen so­wohl Wahl­ver­lie­rer Mar­tin Schulz (SPD) als auch CSU-Chef Horst See­ho­fer.

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