Son­der­stab „Ge­fähr­li­che Aus­län­der“mit ers­ten Er­fol­gen

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - - BADEN-WÜRTTEMBERG -

STUTT­GART Die Ein­set­zung des Son­der­stabs „Ge­fähr­li­che Aus­län­der“im ba­den-würt­tem­ber­gi­schen In­nen­mi­nis­te­ri­um zeigt ers­te Er­geb­nis­se: Durch die Ar­beit des An­fang Ja­nu­ar ein­ge­rich­te­ten Ex­per­ten­stabs wur­den bis­lang in 15 Ein­zel­fäl­len In­ten­sivstraf­tä­ter und Aus­län­der mit be­son­de­rem Ge­fah­ren­po­ten­zi­al aus Ba­den-Würt­tem­berg in ih­re Her­kunfts­län­der ab­ge­scho­ben oder an der Ein­rei­se ge­hin­dert. Dies teil­te das In­nen­mi­nis­te­ri­um in Stutt­gart un­se­rer Zei­tung auf An­fra­ge mit. „Das ist kein Mas­sen­ge­schäft“, be­wer­te­te In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl (CDU) die Bi­lanz des ers­ten Quar­tals. „Aber wir rei­zen al­les aus, um den Auf­ent­halt ge­fähr­li­cher Aus­län­der kon­se­quent zu be­en­den.“Strobl hat­te die Ein­set­zung des Gre­mi­ums En­de 2017 an­ge­kün­digt, nach­dem im­mer wie­der Kri­tik dar­an laut ge­wor­den war, dass die zu­stän­di­gen Aus­län­der­be­hör­den, Re­gie­rungs­prä­si­di­en und Kom­mu­nen die ge­stie­ge­ne Zahl aus­län­di­scher Mehr­fach­tä­ter auf­grund bü­ro­kra­ti­scher Hin­der­nis­se und feh­len­der In­for­ma­tio­nen nicht er­ken­nen oder ent­spre­chend ver­fol­gen könn­ten.

Zwi­schen 2012 und 2017 hat sich laut In­nen­mi­nis­te­ri­um die Zahl der nicht­deut­schen Mehr­fach­tä­ter, die fünf oder mehr Straf­ta­ten be­gan­gen ha­ben, von 2807 Tat­ver­däch­ti­gen auf 4058 Tat­ver­däch­ti­ge um rund 45 Pro­zent er­höht. Im Jahr 2016 lag der Höchst­wert bei 4276 Tat­ver­däch­ti- gen. 2017 wa­ren dar­un­ter vor al­lem Staats­an­ge­hö­ri­ge aus der Tür­kei, Ru­mä­ni­en, Ita­li­en, Gam­bia, Al­ge­ri­en und Sy­ri­en. Schwer­punk­te der Straf­ta­ten be­tref­fen Dieb­stäh­le, Ver­mö­gens- und Fäl­schungs­de­lik­te.

Bei dem Son­der­stab, der am 2. Ja­nu­ar die Ar­beit auf­nahm, wird seit­dem ein Ein­zel­fall­ma­nage­ment bei iden­ti­fi­zier­ten ge­fähr­li­chen Aus­län­dern be­trie­ben. Im Fo­kus sind Mehr­fach- und In­ten­sivstraf­tä­ter, Ge­fähr­der, Aus­län­der mit be­son­de- rem Ge­fah­ren­po­ten­zi­al und „Aus­län­der, die be­wusst und ge­wollt nach­hal­tig ge­gen Re­geln ei­nes ge­ord­ne­ten Zu­sam­men­le­bens ver­sto­ßen“, teilt das Mi­nis­te­ri­um mit. Der Son­der­stab, dem Spe­zia­lis­ten aus Po­li­zei und Aus­län­der­ver­wal­tung an­ge­hö­ren, küm­me­re sich um die Pro­blem­fäl­le und rei­ze al­les aus, um die Aus­rei­se­pflicht der Be­tref­fen­den durch­zu­set­zen so­wie al­le recht­lich mög­li­chen Über­wa­chungs­maß­nah­men zu rea­li­sie­ren.

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