The Guar­di­an

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - - MEINUNGEN -

Zu den Mi­li­tär­schlä­gen des Wes­tens in Sy­ri­en.

Der sy­ri­sche Prä­si­dent wird dar­in kei­ne Be­dro­hung sei­ner Macht und kei­ne Ve­rän­de­rung des Kriegs­ver­laufs in Sy­ri­en se­hen. Schlim­mer noch: Ein­fa­che Sy­rer dürf­ten sich ver­wun­dert fra­gen, wie­so der Wes­ten re­agiert, nach­dem 1900 Men­schen durch che­mi­sche Waf­fen ge­tö­tet wur­den, wo doch in die­sem grau­en­haf­ten Krieg 400 000 ihr Le­ben durch kon­ven­tio­nel­le Waf­fen ver­lo­ren ha­ben. Sy­ri­en wird ei­ne Zo­ne der In­sta­bi­li­tät blei­ben, so­lan­ge As­sad mit sei­ner Min­der­heits­herr­schaft der Ala­wi­ten im Amt bleibt, die sich – un­ter­stützt von Russ­land, das die Baath-Par­tei be­vor­zugt, und vom schii­ti­schen Iran – ge­gen das sun­ni­tisch-ara­bi­sche Kern­land ver­schanzt ha­ben. Die Mi­li­tär­ak­tio­nen mö­gen As­sads voll­stän­di­gen Sieg ver­hin­dert ha­ben, aber sie wer­den sei­ne Nie­der­la­ge nicht be­schleu­ni­gen.

Neue Zürcher Zei­tung

Na­tür­lich er­tö­nen nun Stim­men, die den Ame­ri­ka­nern, Bri­ten und Fran­zo­sen vor­wer­fen, un­be­wie­se­ne An­schul­di­gun­gen zu er­he­ben und das Völ­ker­recht zu bre­chen. Aber wer so ar­gu­men­tiert, blen­det aus, dass je­ne In­sti­tu­ti­on, die sol­che Mi­li­tär­ak­tio­nen völ­ker­rechts­kon­form be­wil­li­gen könn­te, der UN-Si­cher­heits­rat, zur Gei­sel ei­ner Kriegs­par­tei ge­wor­den ist: Russ­land hat in die­sem Kon­flikt kon­se­quent je­des breit ab­ge­stütz­te in­ter­na­tio­na­le Vor­ge­hen durch­kreuzt und hält dem Ver­bre­cher As­sad auch jetzt die Stan­ge.

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