Wahl-Wer­bung

Hohenloher Tagblatt - - VORDERSEITE -

„Wir ma­chen al­les – ent­we­der gar nicht oder halb!“Das wä­re doch mal ein Wahl­wer­be­slo­gan, der auf­hor­chen lie­ße. Ehr­lich, pfif­fig, auf den Punkt. Aber nein! Mit ih­rer pa­pie­re­nen Po­li­tik-PR muss­ten die Da­men und Her­ren Volks­ver­tre­ter ja wie­der mal ir­gend­wel­che tods­ter­bens­lang­wei­li­gen Groß­stadt­agen­tu­ren be­trau­en. Da­bei hät­te man ge­nau­so­gut, ach was, viel bes­ser, ei­ne quick­le­ben­di­ge schwä­bi­sche Haus­frau fra­gen kön­nen. Al­len vor­an je­ne, die neu­lich beim Mit­tag­es­sen im Lo­kal ge­gen ih­ren frisch­pen­sio­nier­ten Gat­ten vom Le­der zog. Ei­ne hin­rei­ßend ge­hal­te­ne Re­de ei­ner un­ge­hal­te­nen Frau!

Ihr The­ma: „Mein Mann ist faul“. Statt um den lau­war­men Brei her­um­zu­ei­ern und das man­geln­de En­ga­ge­ment ih­res Gat­ten lang, breit und ober­fläch­lich zu er­ör­tern, re­de­te die Da­me tie­fen­psy­cho­lo­gisch Ta­che­les: „Wenn i ihm sag, was er do soll, han i’s Gfühl, er macht’s mit Fleiß ned! Aber wenn i nix sag, macht er’s au ned!!“

Der Fun­ke des Fu­rors sprang auf An­hieb über, weit über die Es­sens-Be­glei­tung der Da­me hin­aus. Ihr Vor­trag schlug mit­hin das gan­ze Lo­kal in sei­nen Bann. Zu­mal ein plas­ti­sches Bei­spiel das nächs­te jag­te: „Glaubsch du, dass der oimol em Lä­ba an gäl­ba Sagg zu­a­macha däd?“Ge­schwei­ge denn ei­nen neu­en ho­len? Oder gar ei­nen raus­stel­len?!

Na­tür­lich nicht. Die Da­me sag­te es auf Po­wer-Schwä­bisch frei her­aus: „Der macht äl­les – ent­we­der gar ned oder halba!“

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