FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner zwei­felt an Ja­mai­ka

Hohenloher Tagblatt - - VORDERSEITE - Von Ste­fan Ke­gel

Li­be­ra­ler hält den Er­folg der Son­die­rungs­ge­sprä­che für völ­lig of­fen. An Wolf­gang Schäu­bles „schwar­zer Null“will sei­ne Par­tei fest­hal­ten.

FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner hat sich skep­tisch ge­zeigt, ob es zu ei­nem Ja­mai­ka-Bünd­nis kom­men wird. Die Wäh­ler­auf­trä­ge der vier Par­tei­en sei­en „zum Teil wi­der­sprüch­lich“, sag­te er im In­ter­view der SÜD­WEST PRES­SE. „Die gro­ße Fra­ge ist, ob man dar­aus ei­ne ge­mein­sa­me Platt­form für vier Jah­re ma­chen kann. Ich ge­be kei­ne Ga­ran­tie ab, dass das ge­lingt.“Zur­zeit sei das noch völ­lig of­fen.

Am Ziel der „schwar­zen Null“des schei­den­den Fi­nanz­mi­nis­ters Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) will Lind­ner fest­hal­ten. „Mit der FDP wird es kei­ne Haus­halts­po­li­tik ge­ben kön­nen, die die schwar­ze Null in­fra­ge stellt“, be­ton­te der FDP-Chef. „Das Geld, das jetzt zu­sätz­lich dem Staat zur Ver­fü­gung steht, soll­te nicht ver­schos­sen wer­den wie beim Ern­te­dank­fest“, be­ton­te er und wies da­mit fi­nan­zi­el­le Be­gehr­lich­kei­ten der an­de­ren Ko­ali­ti­ons­part­ner ei­nes po­ten­zi­el­len Ja­mai­ka-Bünd­nis­ses zu­rück. Statt­des­sen müs­se das Geld ge­nutzt wer­den, „um die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bei den Steu­ern und So­zi­al­ab­ga­ben zu ent­las­ten“. Au­ßer­dem sol­le der Bund in Bil­dung und die di­gi­ta­le In­fra­struk­tur in­ves­tie­ren.

Den Kom­pro­miss der Uni­ons­par­tei­en zur Be­gren­zung der Zu­wan­de­rung be­grüß­te Lind­ner zwar. Sei­ne Par­tei wol­le je­doch dar­über hin­aus­ge­hen, sag­te er. „Mir fehlt die kla­re zeit­li­che Be­schrän­kung des Auf­ent­halts für Kriegs­flücht­lin­ge in Deutsch­land.“Bei Flücht­lin­gen sei das Ziel nicht die In­te­gra­ti­on in Deutsch­land, „son­dern nach dem En­de des Krie­ges die Rück­kehr in die al­te Hei­mat, um die­se wie­der auf­zu­bau­en“. Mit die­sen For­de­run­gen er­rich­tet Lind­ner ei­ne ho­he Hür­de für die Ver­hand­lun­gen mit den Grü­nen, wäh­rend er bei CDU und CSU auf of­fe­ne Oh­ren sto­ßen dürf­te.

Für Kriegs­flücht­lin­ge müs­se ei­ne ei­ge­ne Rechts­vor­schrift ge­schaf­fen wer­den, da­mit sie nicht al­le das Asyl­ver­fah­ren durch­lau­fen müss­ten, wie­der­hol­te Lind­ner ei­ne For­de­rung aus dem Wahl­kampf. „Au­ßer­dem fehlt die of­fen­si­ve Ein­la­dung für Fach­kräf­te, un­bü­ro­kra­tisch in un­se­rem Land ei­nen Ar­beits­platz zu über­neh­men.“

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