Im­mer­hin hält’s warm

Hohenloher Tagblatt - - VORDERSEITE - Ma­thi­as Pud­dig

In wei­ten Tei­len des Lan­des steht zwar ein son­ni­ges Herbst­wo­chen­en­de be­vor – dass es drau­ßen käl­ter wird, lässt sich trotz­dem nicht leug­nen. Wer schnell friert, bleibt al­so drin oder muss sich was ein­fal­len las­sen. Pelz – ob nun echt oder nicht – hat sich da be­währt: Als Müt­ze, als Schal und na­tür­lich als Man­tel. Fin­di­ge Auf­merk­sam­keits­hei­scher ha­ben nun auch ih­re Fin­ger­nä­gel mit Fell ge­schmückt – und ih­re Na­sen. An­statt die Na­sen­haa­re zu ent­fer­nen, wie das bis­lang üb­lich war, wer­den sie nun ge­hegt, ge­pflegt und ver­län­gert.

Das sieht bi­zarr aus, kann aber Le­ben ret­ten. Und das nicht nur, weil es so schön wärmt. Denn seit Jah­ren war­nen HNO-Ärzte da­vor, sich die klei­nen Här­chen aus­zu­zup­fen. Schließ­lich fil­tern Na­sen­haa­re die ein­ge­at­me­te Luft, be­vor sie in die Lun­ge ge­langt. Und wenn die Haar­wur­zel ver­letzt wird, kann sich die Ent­zün­dung bis ins Ge­hirn zie­hen. Welch grau­si­ge Vor­stel­lung.

Auch vom Ab­fa­ckeln der Här­chen mit ei­nem Feu­er­zeug wird drin­gend ab­ge­ra­ten – hier sind die Grün­de noch na­he­lie­gen­der. Wer auch Na­sen­trim­mer und Na­gel­sche­re nicht ein­set­zen will, dem bleibt nur, die Haa­re sprie­ßen zu las­sen. Nach län­ge­rer Zeit sieht das zwar so aus, als hät­te man sich zwei Spin­nen in die Na­sen­lö­cher ge­stopft. Da­für, so kann man jetzt sa­gen, man liegt da­mit im Trend. Zu­min­dest im In­ter­net.

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