Viel ge­schafft und noch viel vor

Sieg­fried Grö­ner sitzt in der Ge­mein­de Rot am See fest im Sat­tel – nach sei­ner Wie­der­wahl und dem am Mon­tag ab­ge­leg­ten Amts­eid auch wie­der of­fi­zi­ell. Zur Fei­er gab’s viel Lob.

Hohenloher Tagblatt - - VORDERSEITE - Von Se­bas­ti­an Un­be­hau­en

Rot am See. Sieg­fried Grö­ner sitzt in der Ge­mein­de Rot am See fest im Sat­tel – nach sei­ner Wie­der­wahl und dem am Mon­tag ab­ge­leg­ten Amts­eid auch wie­der of­fi­zi­ell. Zur Fei­er gab’s für den Bür­ger­meis­ter viel Lob.

Lo­ka­les Sei­te 13

Der So­zio­lo­ge Max We­ber war am Mon­tag­abend im Rat­haus von Rot am See da­bei, der Schrift­stel­ler Theo­dor Storm und der frü­he­re US-Au­ßen­mi­nis­ter Hen­ry Kis­sin­ger eben­falls. Es ist halt so: Je fest­li­cher ein An­lass in Ho­hen­lo­he, des­to mehr wer­den Zi­ta­te der Gro­ßen ih­rer Zünf­te in die Re­den ge­streut. So ge­se­hen und auch an­ge­sichts der vie­len Gäs­te – dar­un­ter der neue Crails­hei­mer Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Chris­toph Grim­mer und sie­ben wei­te­re Bür­ger­meis­ter-Kol­le­gen – war die Amts­ein­set­zung von Sieg­fried Grö­ner ein nicht zu un­ter­schät­zen­des ge­sell­schaft­li­ches Er­eig­nis, in­klu­si­ve pas­sen­der mu­si­ka­li­scher Be­glei­tung durch das Ak­kor­de­on­or­ches­ter Hoh­ner­klang.

Grö­ner geht in sei­ne drit­te und letz­te Amts­zeit. Und so han­del­te der Fest­akt, an­ders als zu­letzt bei Grim­mer, nicht so sehr von Hoff­nun­gen, Wün­schen und Er­war­tun­gen, son­dern von in 16 Jah­ren ge­schaf­fe­nen Fak­ten.

Aus­neh­mend gu­te Bi­lanz

Die stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­te­rin Su­san­ne Nick­las-Bach, die Grö­ner den Amts­eid ab­nahm, zog ei­ne aus­neh­mend gu­te Bi­lanz. Das Ge­mein­de­ober­haupt ha­be sich nicht auf dem Ge­mach­ten sei­ner Vor­gän­ger aus­ge­ruht, er ha­be sein Ge­schick be­wie­sen, in Stutt­gart „mög­lichst viel für un­se­re Ge­mein­de her­aus­zu­ho­len“, sei­ne Ar­beit kenn­zeich­ne „So­li­da­ri­tät, ge­paart mit dem Blick für neue Her­aus­for­de­run­gen“. Nick­las-Bach zähl­te wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen auf – vom Bau zwei­er Feu­er­wa­chen über die Eta­b­lie­rung ei­ner Ge­mein­schafts­schu­le bis hin zum Rich­ten des Dorf­plat­zes in Brett­heim.

Die mehr als 91 Pro­zent Pro-Grö­ner-Stim­men bei der Wahl nann­te sie an­ge­sichts des Er­reich­ten „nicht ganz so zu­frie­den­stel­lend“. Dass nicht je­der mit der Ar­beit des Bür­ger­meis­ters und des Ge­mein­de­rats zu­frie­den sei, sei un­ver­ständ­lich, „aber man muss es doch ak­zep­tie­ren“.

Es sind wohl die „Be­reit­schaft, auch öf­fent­lich kri­ti­siert zu wer­den“und die „Art, Din­ge beim Na­men zu nen­nen“, die nicht im­mer auf Ge­gen­lie­be sto­ßen. Auf die­se bei­den Ei­gen­schaf­ten Grö­ners wies der Ers­te Lan­des­be­am­te Micha­el Kn­aus hin, der den grip­pe­kran­ken Land­rat Ger­hard Bau­er ver­trat. Gleich­zei­tig be­schei­nig­te Kn­aus dem Wie­der­ge­wähl­ten „ex­zel­len­tes Fach­wis­sen“und „gu­te, im­mer pra­xis­na­he Ide­en“. Die ho­he Wahl­be­tei­li­gung von knapp über 40 Pro­zent sei „Lob und Ansporn zu­gleich“. Kn­aus sieht Rot am See gut auf­ge­stellt, und er kennt Grö­ner „ei­gent­lich nur mit hoch­ge­krem­pel­ten Är­meln“.

Der so Ge­lob­te selbst ist ja ei­gent­lich kein Freund gro­ßer Wor­te und lan­ger Re­den. Am Mon­tag aber gab er fast schon ei­ne klei­ne Re­gie­rungs­er­klä­rung ab und leg­te ei­ne Bi­lanz in Zah­len vor: Um 75 Pro­zent sank die Ver­schul­dung der Ge­mein­de in sei­ner Amts­zeit, nur zwei Kre­di­te in Hö­he von je 350 000 Eu­ro wur­den auf­ge­nom­men, 35 Mil­lio­nen hat die Kom­mu­ne in Bau­maß­nah­men in­ves­tiert, elf da­von flos­sen in den Haupt­ort, 24 in die Teil­or­te, 106 Wohn­bau­plät­ze wur­den al­lein in den ver­gan­ge­nen neun Jah­ren ver­kauft, au­ßer­dem 18 Ge­wer­be­bau­plät­ze. Das spre­che doch für sich. Und all das sei nur mög­lich ge­we­sen auf­grund ei­nes über­aus gu­ten Ver­hält­nis­ses von Ver­wal­tung und Ge­mein­de­rat.

Drei wich­ti­ge Pro­jek­te

Grö­ner nann­te drei Pro­jek­te, die in na­her Zu­kunft be­son­ders wich­tig sei­en. Ers­tens, die Sa­nie­rung der Orts­durch­fahrt: „Das be­darf gründ­lichs­ter Vor­be­rei­tung, da kommt es auf ein Jahr hin oder her nicht an.“Zwei­tens, die Sa­nie­rung des Rat­hau­ses: „Es sieht zwar nicht schlecht aus, aber es ent­spricht in kei­nen Be­lan­gen dem heu­ti­gen Stand.“

Und dann ist da noch die Ver­sor­gung mit schnel­lem In­ter­net. Dar­um ha­be man sich in Rot am See früh ge­küm­mert. Und das The­ma blei­be ein zen­tra­les. Grö­ner warn­te aber vor fal­schen Er­war­tun­gen: „Es wird in den nächs­ten zehn Jah­ren ganz si­cher kei­ne flä­chen­de­cken­de Breit­band­ver­sor­gung mit Glas­fa­ser in je­des Haus ge­ben.“Das ver­hin­der­ten schon die Ge­set­zes­la­ge so­wie be­ste­hen­de Mo­no­pol­stel­lun­gen – und soll­te künf­tig Ber­lin zu­stän­dig sein, dann ver­kom­pli­zie­re das den Pro­zess zu­sätz­lich.

Dies frei­lich war ei­ner der we­ni­gen kri­ti­schen Tö­ne am Mon­tag. An­sons­ten gab es viel Dank in al­le Rich­tun­gen, von Grö­ner be­son­ders an sei­ne Frau. Au­ßer­dem wur­de der Bür­ger­meis­ter be­schenkt und bei ei­nem Um­trunk im Bür­ger­haus ge­fei­ert – be­vor am nächs­ten Tag wie­der Är­mel­hoch­krem­peln an­ge­sagt war.

Fo­to: Se­bas­ti­an Un­be­hau­en

Gro­ßer Bahn­hof für den al­ten und neu­en Schulz: Sieg­fried Grö­ner und sei­ne Frau Syl­via Hähn­le-Grö­ner (vor­ne) freu­ten sich sicht­lich über die war­men Wor­te der Red­ner.

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