Für die Pin­ge­lig­keit

Hohenloher Tagblatt - - CRAILSHEIM - Ak­tu­ell geht es Deut­sche Pin­ge­lig­keit

Gün­ter Weick um die Nut­zung elek­tro­ni­scher Me­di­en und dar­um, „ein Le­ben im Hams­ter­rad“zu hin­ter­fra­gen. Be­gon­nen hat das mit dem baye­ri­schen Chef ei­nes US-Un­ter­neh­mens, der sich bei ihm dar­über be­klag­te, dass er kei­ne Ver­ant­wort­li­chen mehr fin­de. Frü­her ha­be sich ein Mit­ar­bei­ter, dem ein Feh­ler pas­siert sei, „ei­ne Wat­schen ab­ge­holt“, dann ha­be man die Kuh vom Eis ge­bracht und ge­mein­sam über­legt, wie sich die­ser Feh­ler künf­tig ver­mei­den las­se. Heu­te ver­san­de al­les.

Als sich Weick des Pro­blems an­nahm, stieß er sehr schnell auf Un­men­gen E-Mails mit vie­len Adres­sa­ten: „Da ver­lässt man sich dann blind dar­auf, dass das ge­le­sen und um­ge­setzt wird.“Die einst als Wun­der­mit­tel ge­prie­se­nen neu­en Me­di­en, so Weicks Er­kennt­nis, hät­ten nicht sel­ten ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Ge­sund­heit, vor al­lem aber auf die Zu­sam­men­ar­beit der Men­schen. „Mehr Fluch denn Se­gen“, sei die­ser so all­täg­lich ge­wor­de­ne Um­gang mit­ein­an­der, und lang­fris­tig wer­de so „die Zu­kunft ver­geigt“: „Deut­sche Tu­gen­den wer­den auf dem Al­tar der be­lie­bi­gen Kurz­mit­tei­lun­gen ge­op­fert.“

wer­de oft ge­hasst und ger­ne ver­spot­tet, so Weick im Ge­spräch mit dem HT, da­bei sei es die­se Gründ­lich­keit, die et­wa dem Ma­schi­nen­bau zum Welt­ni­veau ver­hol­fen ha­be. Da­zu pas­se so gar nicht, mit wel­cher Acht­lo­sig­keit heu­te kom­mu­ni­ziert wer­de, oh­ne dass sich je­mand dar­an stö­re. Ge­ra­de die Kom­mu­ni­ka­ti­on sei heu­te wich­tigs­tes Werk­zeug, und wenn hier ge­schlampt wer­de, ha­be das Aus­wir­kun­gen auf al­les. Über­kor­rekt­heit und all die Tu­gen­den, die Deutsch­land wie­der groß ge­macht hät­ten, sei­en mit dem An­spruch an gu­te Qua­li­tät ver­bun­den. Das al­les wer­de aufs Spiel ge­setzt.

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