DIE BUD­DHIS­TI­SCHE SPI­RI­TUA­LI­TÄT

Holiday & Lifestyle - - MYANMAR -

Mit „Min­ga­la­ba“, wört­lich „Mö­ge Se­gen über dich kom­men“, wer­den Freun­de wie Aus­län­der be­grüßt. In kaum ei­nem an­de­ren Land Süd­ost­asi­ens prägt der Bud­dhis­mus das Le­ben so pro­fund wie in Myan­mar. Von den et­wa 60 Mil­lio­nen Ein­woh­nern sind 700.000 Mön­che und 300.000 Non­nen. Die­se sind nicht nur für das SEE­LEN­HEIL DER GLÄU­BI­GEN zu­stän­dig, son­dern über­neh­men auch die Funk­ti­on von Lehr­kräf­ten, vor al­lem in länd­li­chen Ge­bie­ten. Knapp 90 Pro­zent der Be­völ­ke­rung sind Theravada-Bud­dhis­ten. Die­ser Zweig der Leh­re Bud­dhas pro­pa­giert die Be­frei­ung vom ir­di­schen Le­ben, die Er­leuch­tung aus eigener Kraft zu er­rei­chen. Nach der Ma­ha­ya­na-Schu­le soll­ten be­reits er­leuch­te­te Men­schen, die noch sterb­lich auf der Er­de wei­len, an­de­ren den Weg zur Er­leuch­tung zei­gen. Be­mer­kens­wert in Myan­mar ist, wie der Bud­dhis­mus auch Ele­men­te der heid­ni­s­ch­ani­mis­ti­schen NA­TUR­RE­LI­GIO­NEN so­wie Göt­ter des Hin­du­is­mus in die ei­ge­ne Leh­re har­mo­nisch in­te­griert hat. Die Nat, ani­mis­ti­sche Geis­ter, spie­len ei­ne wich­ti­ge Rol­le im täg­li­chen Le­ben der Men­schen. Es gibt gu­te und bö­se Nat, die hilf­rei­che oder zer­stö­re­ri­sche Rol­len über­nom­men ha­ben. Der Kö­nig der Nat ist Tha­gy­amin, gleich­zu­set­zen mit dem Hin­du-Gott Indra, der wie­der­um Bud­dha sei­ne Ehr­er­bie­tung er­wie­sen hat. Al­len muss man täg­lich und an­läss­lich der vie­len Fes­te Op­fer­ga­ben brin­gen, um die Hür­den des Da­seins mit Bud­dha und den Nat-Geis­tern bes­ser zu meis­tern. Es ver­geht kei­ne Wo­che oh­ne ein Fest. Der Voll­mond ist bei al­len Volks­grup­pen der Zeit­punkt, um oft mehr­tä­gi­ge re­li­giö­se Fes­te zu ze­le­brie­ren. Dann herrscht wäh­rend der Fes­te um die Pa­go­den her­um Jahr­markt­stim­mung. Mit­te April wird das NEU­JAHRS­FEST THINGYAN be­gan­gen. Es ist ei­nes der größ­ten und amü­san­tes­ten Fes­te in Myan­mar. In al­len Or­ten und Städ­ten be­sprit­zen sich die Men­schen mit ge­färb­tem Was­ser. Ein be­son­de­res Er­eig­nis für die Bud­dhis­ten ist der Ge­burts­tag von Bud­dha, gleich­zei­tig auch der Tag sei­ner Er­leuch­tung. Mehr­tä­gig wird das Ves­akh Fest ZU EH­REN BUD­DHAS in al­len Pa­go­den und Tem­peln be­gan­gen. Zum En­de der Re­gen­zeit im Ok­to­ber fin­den über­all im Land span­nen­de Boots­ren­nen und Was­ser­pro­zes­sio­nen statt. Über­wäl­ti­gend ist das Phaung Daw U Fest auf dem In­le-See. In ei­nem Zei­t­raum von drei Wo­chen wer­den hoch ver­ehr­te Bud­dha Sta­tu­en auf ei­ner ge­schmück­ten Bar­ke täg­lich von ei­nem Ort zum an­de­ren ge­bracht.

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