F wie Frak­tio­nen

Illertisser Zeitung - - Politik - (fer)

Al­le Ab­ge­ord­ne­ten, so steht es im Grund­ge­setz, sind frei, an Auf­trä­ge und Wei­sun­gen nicht ge­bun­den und nur ih­rem Ge­wis­sen un­ter­wor­fen. Aber: Sie ge­hö­ren in der Re­gel ei­ner Par­tei an, für die sie in das Par­la­ment ein­ge­zo­gen sind und de­ren Po­si­tio­nen sie ver­tre­ten. Des­halb schlie­ßen sich Mit­glie­der der glei­chen Par­tei zu Frak­tio­nen (vom la­tei­ni­schen Wort „frac­tio“– Bruch­teil) zu­sam­men.

Um ei­ne Frak­ti­on bil­den zu kön­nen, braucht man min­des­tens fünf Pro­zent al­ler Par­la­men­ta­ri­er. CDU und CSU sind zwar zwei Par­tei­en, aber weil sie „auf­grund gleich­ge­rich­te­ter po­li­ti­scher Zie­le in kei­nem Land mit­ein­an­der im Wett­be­werb ste­hen“bil­den sie seit 1949 ei­ne Frak­ti­ons­ge­mein­schaft, der CSU-Lan­des­grup­pen­chef ist au­to­ma­tisch ers­ter stell­ver­tre­ten­der Uni­ons-Frak­ti­ons­chef.

Die Stär­ke der Frak­tio­nen ent­schei­det über die Be­set­zung von Äm­tern, die Zu­sam­men­set­zung der Aus­schüs­se, die Zahl der Aus­schuss­vor­sit­zen­den so­wie die Re­de­zeit im Par­la­ment, die stärks­te Frak­ti­on stellt tra­di­ti­ons­ge­mäß den Bun­des­tags­prä­si­den­ten.

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