Heinz Bu­de

Ador­no für Rui­nen­kin­der. Ei­ne Ge­schich­te von 1968 (Han­ser)

In München - - LITERATUR - Jon­ny Rie­der

2017 fei­er­te Fris­co 50 Jah­re Sum­mer of Lo­ve, Ame­ri­kas gre­at hip­pie mo­ment, be­glei­tet von Er­in­ne­run­gen vol­ler Weh­mut. Deut­lich am­bi­va­len­ter dürf­te der Blick sein, den die Post-BRD die­ses Jahr auf 1968 schrot­flin­tet. Ge­ne­ra­ti­ons­for­scher Heinz Bu­de (Das Al­tern ei­ner Ge­ne­ra­ti­on. Die Jahr­gän­ge 1938 bis 1948) nutzt die „letz­te Ge­le­gen­heit vor der end­gül­ti­gen His­to­ri­sie­rung von 1968“, um noch ein­mal über die Ge­heim­nis­se die­ser Zeit­strahl­mar­ke ab­zu­grü­beln: „Viel­leicht ge­lingt es mir, im mög­lichst prä­zi­sen Spe­ku­lie­ren über das Le­ben die­ser Äl­te­ren zu er­fas­sen, wel­chen Ver­wun­dun­gen sie aus­ge­lie­fert wa­ren und wel­che in­ne­ren Wi­der­stands­kräf­te sie dar­aus ge­won­nen ha­ben.“Bu­de re­mixt sei­ne al­ten In­ter­views mit den 68ern Pe­ter Märthes­hei­mer, Adel­heid Gutt­mann, Klaus Bre­genz, Ca­mil­la Blis­se und Pe­ter Gen­te – kei­ne Stars, die ir­gend­wann im Dschun­gel­camp lan­den. Wel­che Be­deu­tung hat­te 1968 für die 68er? „68 ist nicht Welt­ver­än­de­rung, son­dern Selbst­ver­än­de­rung“, es­senzt Gutt­mann. Ein Aha, das die Sum­mer-of-Lo­ve-Leu­te in­tui­tiv er­kannt hat­ten. Bu­des schö­nes klei­nes Buch be­rührt mit Tie­fe und li­te­ra­ri­scher Ele­ganz, oh­ne die Sub­stanz des The­mas ei­ner fo­to­shop­pi­gen Vin­ta­ge-Ro­man­tik zu op­fern.

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