PARTYZEITEN Pi­rou­et­ten auf der Tanz­flä­che

Die Ro­te Son­ne glänzt an Fa­sching mit ei­nem il­lus­tren Li­ne Up und DJ To­ma­hawk macht mit sei­nem tra­di­tio­nel­len Kehr­aus ei­ne Ha­ken da­hin­ter

In München - - INHALT - St­an­ley Be­a­m­ish.

In In­fos steht schon manch­mal ein Zeugs drin­nen, al­so ehr­lich. Beim Oli­ver Hunt­mann zum Bei­spiel. Da geht es viel um nor­di­sche My­then, der Mann ist (im­mer­hin) aus Ham­burg muss man wis­sen, und um die „hy­po­ther­mi­sche Re­duk­ti­on der ri­go­ro­sen Ef­fi­zi­enz“. Und, dass sich wohl „Scher­ben deut­scher In­ge­nieurs­kunst“in sei­ner Mu­sik ent­de­cken las­sen ... al­so bit­te, aber egal, wenn sie mei­nen ... Fakt ist, dass Hunt­mann ei­ner von den ganz Gro­ßen ist. Ei­ner, der den Dance­floor be­schallt und be­herrscht wie kaum ein an­de­rer. Ei­ner, der in Sao Pau­lo und Mel­bourne ge­nau­so ge­fei­ert wird wie in Pa­ris oder New York ... und ge­nau: in Mün­chen. Und hier ste­hen ihm im Rah­men von 5 Chicks Ha­ve Hat­ched zur Sei­te: Ju­li­an Was­ser­mann, sei­nes Zei­chens Elec­tro­ni­ca- und Deep Tech­no-Pro­du­zent, der nicht nur in al­ler Re­gel­mä­ßig­keit die hei­ßest Schup­pen rockt son­dern auch auf an­ge­sag­ten Fes­ti­vals von „Son­neMon­dS­ter­ne“über „Air­beat One“bis „Ra­ve On Snow“die Mas­sen be­geis­ter­te. Im Se­pa­rée wir­ken Ale­ke und Tief­geist, die Elec­tro­ta­pe­te klatscht in­des Co­py Of Jus­tus an die Wand. (9.2. Har­ry Klein)

„Ich mag Mu­sik nur, wenn sie laut ist“, gröl­te ja schon der Grö­ne­mey­er Her­bert. Und lei­se Tö­ne spu­cken auch die Jungs von Laut Mu­sik nicht. Die Grün­der und Re­si­dents des Laut Klub, An­dy Macht, Peak 7 und Egooh sind un­über­hör­ba­re Grö­ßen in Braun­schweigs Tech­no­sze­ne, aber auch über­re­gio­nal zün­det ihr un­ver­wech­sel­ba­rer Sound im­mer. Nun kom­men die „Lau­tis­ten“– wie der tan­zen­de Volks­mund sie ger­ne mal ruft – die im­mer­hin schon seit sa­ge und schrei­be 25 Jah­ren ge­mein­sa­me Sa­che ma­chen, auch ein­mal nach Mün­chen auf Stipp­vi­si­te. Peak 7 und Egooh le­ben ih­ren Takt-Tick dies­mal Rü­cken an Rü­cken aus, An­dy Macht macht‘s da­ge­gen al­lein an den Decks. Zur Un­ter­stüt­zung steht den Nie­der­sach­sen der Ba­den-Würt­tem­ber­ger Dexxis zur Sei­te. Der ehe­ma­li­ge Re­si­dent-DJ des Club Doua­la in Ra­vens­burg wird wie­der mal ein sorg­fäl­tig se­lek­tier­tes Set zwi­schen klas­si­schem Hou­se­sound und te­chy-tri­cky Mi­ni­mal prä­sen­tie­ren. (10.2. Pa­lais)

Fa­sching is‘! Ja­wohl! Und wo­hin sonst als zur Sal­ta Mon­tes soll­te man wohl ge­hen? Zu­mal dann der Acid Pau­li auch zu­ge­gen ist, die­ser mu­si­ka-

li­sche Tau­send­sas­sa al­so, des­sen Plat­ten­kis­te min­des­tens ge­nau­so bunt ist wie die Ko­s­tü­me der An­we­sen­den. Aber, da­mit auch er sich zwi­schen­durch mal ei­ne klei­ne Er­ho­lung gön­nen kann, wur­de ihm von den Im­pre­sa­ri­os sein gu­ter Kum­pel Uli­ses zur Sei­te ge­stellt. Tags drauf dann der tra­di­tio­nel­le Ro­te Son­ne Fa­schings­ball. Hier­für kommt Spen­cer Par­ker ex­tra aus Ber­lin an­ge­reist, wo er im Nor­mal­fall das Berg­hain und die Pan­ne-Bar ge­konnt zu zer­le­gen weiß. Sei­ne so cal­led „We­a­pons Of Choice“sind Hou­se und Tech­no, doch auch Dis­co lan­det ger­ne mal auf dem Plat­ten­tel­ler. Sein ei­ge­nes Work Them-La­bel ist so ziem­lich der hot­tes­te Shit on the street, und zwar world­wi­de, eh’ klar ... In­so­fern al­so kein Wun­der, dass er es de­fi­ni­tiv im Kreuz hat or­dent­lich Ban­ger­ka­ra­mell in die Men­ge zu bal­lern. Das Li­ne Up kom­plet­tie­ren: Aliou­ne, Mat­ze Cra­mer, Si­mon D, Paul Junk u.a. Und nun schwingt euch in eu­re Ko­s­tü­me, ihr Prin­zes­sin­nen und Nar­ren, Cow­boys und In­dia­ner, Pi­ra­ten und Sträf­lin­ge, SM-Skla­ven und Vi­deo­spiel­hel­din­nen und -hel­den – dies sind eu­re Näch­te! Über­flüs­sig zu er­wäh­nen, dass auch die­ses Jahr wie­der ein ver­rückt de­ko­rier­ter Dance­floor be­reit steht. (12. + 13.2. eben­da)

Tja, und wo wir doch grad schon mal bei Tra­di­ti­on und Fei­ern sind, nimm das: Kehr­aus mit DJ To­ma­hawk. Be­reits zum 25. Mal fin­det Mün­chens wohl äl­tes­te und kul­tigs­te Kehr­aus­par­ty mit dem To­ma­hackl statt. Auch in die­sem Jahr bläst das Ur­ge­stein der lo­ka­len Plat­ten­un­ter­hal­ter den nim­mer sat­ten Nar­ri­schen wie­der ei­nen wil­den Fa­schings­par­ty­mix um die Oh­ren. Egal ob ver­klei­det oder nicht, das Muf­f­atca­fé gilt de­fi­ni­tiv als ei­ne der ers­ten Adressen für all die Fei­er­hung­ri­gen nach dem aus­ge­las­se­nen Trei­ben auf dem Vik­tua­li­en­markt. (13.2. be­reits ab 17 Uhr)

Nach wie vor ei­ne tol­le Idee ist die Par­ty­rei­he Plug In Beats. Die Idee ent­stand, um den vie­len ge­flüch­te­ten Men­schen in un­se­rer Stadt ein Fo­rum zu bie­ten, bei dem ein­mal nicht über sie ge­spro­chen, son­dern mit ih­nen ge­fei­ert wer­den kann, soll, darf. Grund­prin­zip: Spiel du mir dei­ne Mu­sik vor, dann spiel ich dir meine vor. Al­le Gäs­te kön­nen ihr Han­dy an die An­la­ge an­stöp­seln und ei­nen vor­be­rei­te­ten Track zum Abend bei­tra­gen. Nur die mit­ge­brach­ten Han­dys und das Prin­zip Zu­fall steu­ern den mu­si­ka­li­schen Ver­lauf des Abends. Auf pa­kis­ta­ni­schen Ban­ghra-Pop folgt so se­ne­ga­le­si­scher Reg­gae, auf sy­ri­schen Ori­en­talRock er­klingt deut­scher HipHop usw.Und weil im­mer nur ein Track pro Han­dy ab­ge­spielt wird, ist die Mi­schung ent­spre­chend ab­wechs­lungs­reich und viel­fäl­tig und her­aus kommt ei­ne kras­se Wild-Style-Par­ty, bei der man mit nichts rech­nen und al­les er­war­ten kann, soll, darf ... (16.2. Fei­er­werk)

Nort­hern Stom­pers, fun­ky Floaters, mo­dern Mo­vers so­wie Mo­townund Phil­ly-Hym­nen ste­hen im­mer dann im Fo­kus, wenn der zu recht be­rühmt be­rüch­tig­te Soul­food All­nigh­ter auf dem Pro­gramm steht. An den Plat­ten­tel­lern, mit dem schwar­zen Gold han­tiert dann in der Re­gel das Soul­food-DJTeam. An des­sen Spit­ze na­tür­lich Flo­ri­an Kel­ler, je­nem Mo­dernNort­hern-Soul-Funk-Af­fi­cio­na­do al­so, dem die Her­zen der Crowd stets zu Fü­ßen lie­gen. Tat­kräf­ti­ge Un­ter­stüt­zung be­kommt er seit eh und je von sei­nen eben­so lang­jäh­ri­gen wie treu­en und nicht min­der ta­len­tier­ten Weg­ge­fähr­ten Rein­hard Jel­len und Leo Ernst. Und ein Spe­cial Gu­est steht wohl auch auf dem Zet­tel, wes­we­gen hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand schon mal der Na­me Theo Thön­nes­sen fällt. Aber, nix gwiss wo­ass ma ned ... Wir blei­ben ge­spannt ... (17.2. Glo­cken­bach­werk­statt)

Back to Muf­f­at­werk, denn da lässt der Freez mal wie­der sei­nen pum­me­li­gen Tanz­bä­ren von der Lei­ne. Pan­daPar­ty ist meist dann an­ge­sagt, wenn das le­ckers­te aus den Be­rei­chen HipHop, Back­pa­cker­trap, Reg­gae, Dan­ce­hall, Re­mi­xe und Mas­h­ups aus den Play­ern, Com­pu­tern, Plat­ten­tel­lern oder sonst wo­her, wor­aus… egal: dringt. Und wer 2013 bei „Rock im Park“mal auf der Red Bull Area zwi­schen Cen­ter- und Al­ter­nas­ta­ge ge­fei­ert hat, wer am „Roc­co del Schlacko“im Po­ny­hof ge­rockt hat, oder wer auf dem „Tau­ber­talfes­ti­val“war, der weiß wor­um es geht und je­dem egoFM-Hö­rer ist sie so­wie­so ein Be­griff. Aber was macht jetzt die­se Pan­daPar­ty ei­gent­lich so be­son­ders? Blö­de Fra­ge, simp­le Ant­wort: Die Mas­h­ups, Re­mi­xes und Edits von Gen­reKlas­si­kern, in ei­ner Form wie man sie noch nie ge­hört hat. Da­zu kommt ei­ne fein aus­ge­wähl­te Zu­sam­men­stel­lung von HipHop, Trap, aber auch Dan­ce­hall, Reg­gae oder Funk und hier und da auch mal ei­ne Glo­bal Bass- oder Dub­step-Num­mer ... Der Freez und sei­ne Leu­te ver­wursch­teln ein­fach al­les was gut ist, Ni­veau hat und so fett ist, dass man ein­fach tanzen muss! Und so wird auch ei­ner wie­der sei­ne Pi­rou­et­ten auf der Tanz­flä­che dre­hen und der nennt sich ... „Der Herr der sie­ben Mee­re“

Fa­schings­prinz: ACID PAU­LI

Meis­ter des Mas­h­up: FREEZ & PAN­DAS

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