West­wärts auf ei­nen Im­ker-Bra­ten

1a-Slo­w­food in der „Wald­wirt­schaft Bie­nen­heim“

In München - - INHALT - Pe­ter Trisch­ber­ger

Mün­chen ist mit im­mer­hin acht Lo­ka­len im neu­en Slow Food Ge­nuss­füh­rer ver­tre­ten: „Der Pschorr“und die „Herr­manns­dor­fer Land­werk­stät­ten“am Vik­tua­li­en­markt, der „Klingl­wirt“in Haid­hau­sen, die „Gold­ma­rie“im Schlacht­hof­vier­tel und das „Sir To­bi“im Le­hel sind „al­te“Be­kann­te. Neu auf­ge­nom­men wur­den das „re­si­hu­ber“in Un­ter­send­ling, das „Süß­mund“im Glo­cken­bach-Vier­tel und die „Wald­wirt­schaft Bie­nen­heim“im nicht ganz so zen­tra­len Stadt­teil Au­bing-Loch­hau­sen-Lang­wied. Die Ent­schei­dung „Wo­hin zu­erst?“war et­was schwie­rig. Den Aus­schlag gab dann das traum­haf­te Ok­to­ber-Bier­gar­ten-Wetter und – zu­ge­ge­ben – die ver­lo­cken­de Aus­sicht auf ei­nen gu­ten Schwei­ne­bra­ten am Sams­tag­mit­tag im Frei­en. Die „Wald­wirt­schaft Bie­nen­heim“ist ei­gent­lich das Ver­eins­heim des 125 Jah­re al­ten Bie­nen­zucht­und Obst­bau­ver­eins Mün­chen-Loch­hau­sen und im Münch­ner Wes­ten of­fen­bar als Aus­flugs­ziel für Wan­de­rer und Rad­ler wohl­be­kannt. Das klei­ne Wirts­haus-Schmuck­stück, um­ge­ben von be­sag­ten klei­nen Obst­gär­ten und Im­ker­hüt­ten, wird seit gut acht Jah­ren von Wolf­gang Nie­der­dor­fer und Da­nie­la Mich­ay­low be­trie­ben – jun­ge bay­ri­sche Land­haus­kü­che mit me­di­ter­ra­nem und ös­ter­rei­chi­schem Ein­schlag nen­nen sie ih­ren Kü­chen­stil. Bei ei­nem fri­schen Sedl­mayr-Wei­zen (3,60) von der Mai­sa­cher Braue­rei und ei­nem gu­ten Velt­li­ner (0,25l; 5,60) ge­nie­ßen wir Son­ne und Ru­he ge­mein­sam mit ein paar spor­ti­ven Radl­fah­rerIn­nen, ei­ni­gen Fa­mi­li­en mit Kin­der­wa­gen und Klein­kin­dern, ein paar äl­te­ren Wan­derHerr­schaf­ten und ei­nem Herrn mit reich­lich ge­füll­tem Schwam­merl­korb. Das Böffla­mott ist lei­der aus, aber den Im­ker­bra­ten (12.-) und den Hendl­sa­lat (14,50) gibt es noch. Dau­ert halt ein biss­chen, er­klärt der freund­li­che jun­ge Kell­ner– „ech­tes“Ko­chen braucht eben sei­ne Zeit ... Das steht hier so auch auf der Kar­te, in der au­ßer­dem auf­ge­lis­tet wird, wo Fleisch und Ge­flü­gel her­kom­men und in der die Wirts­leu­te ver­spre­chen, dass bis auf die Kar­tof­fel­knö­del grund­sätz­lich kei­ne „Tü­ten­pro­duk­te“ver­wen­det wer­den – al­so „grund­sätz­li­che“ Slow Food Prin­zi­pi­en halt. Tat­säch­lich hat es dann nicht all­zu lan­ge ge­dau­ert und es hat sich wirk­lich ge­lohnt: der Im­ker­bra­ten, ein tra­di­tio­nell im Rohr ge­bra­te­ner Schweins­bra­ten mit fes­tem, ma­ge­rem Fleisch aus der Schul­ter, ei­nem klei­nen Stück re­scher Krus­te, reich­lich un­ge­bun­de­ner, dunk­ler, „an­stän­di­ger“Sau­ce, die ein we­nig nach Ho­nig schmeckt und da­zu zwei klei­ne or­dent­li­che Fer­tig­knö­del und ein kna­cki­ger Kraut­sa­lat mit Speck – da hat sich das War­ten de­fi­ni­tiv ge­lohnt. Der bun­te Wild­kräut­er­sa­lat mit fei­nem Ho­ni­gSenf-Dres­sing und die Hähn­chen­brust auf Cur­ry-Mayon­nai­se wa­ren op­tisch und ge­schmack­lich ein Ge­nuss – so­zu­sa­gen schlicht, aber er­grei­fend. Beim zwei­ten Be­such an ei­nem Abend un­ter der Wo­che wa­ren wir wie­der sehr an­ge­tan: von ei­nem sehr gu­ten Tel­ler­fleisch (14,50) be­ste­hend aus zwei ma­ge­ren Schei­ben Rind­fleisch, schön weich ge­kocht, oh­ne zu zer­fal­len, da­zu gro­ßen Sel­le­rie­und Ka­rot­ten­stü­cke, ge­schmack­vol­le Kar­tof­feln und frisch ge­rie­be­ner Kren in reich­lich in­ten­si­ver Brü­he – sehr fein! Und von ei­nem „ech­ten“Wie­ner Schnit­zel (19,50) in bes­ter Qua­li­tät und Quan­ti­tät, mit rich­tig gu­ten Brat­kar­tof­feln und fei­nen Wild-Prei­sel­bee­ren. Man kann nur sa­gen: Im Wes­ten viel Gu­tes – auf al­le Fäl­le im „Bie­nen­heim“!

Wald­wirt­schaft Bie­nen­heim

Bie­nen­heimstr.11, 81249 Mün­chen Tel: 089 / 89555927 www.wald­wirt­schaft-bie­nen­heim.de Reservierung er­for­der­lich; Ok­to­ber / No­vem­ber Di bis Fr 17.00 – 22.00 Uhr, nach Be­darf län­ger, Sa bis So 12.00 – 22.00 Uhr, nach Be­darf län­ger. Mon­tags Ru­he­tag!

Fei­nes Ho­nig­schwein

Ech­tes Bie­ne­heim

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