Frau­en­power

Das Kon­zert­pro­gramm der kom­men­den Wo­chen ist fest in weib­li­cher Hand

In München - - INHALT - To­bi­as Hell

Die Zei­ten, als man­che Orches­ter Frau­en kon­se­quent aus­schlos­sen ge­hö­ren heu­te zum Glück der Ver­gan­gen­heit an. Und auch wenn man sich die jüngs­ten Ent­wick­lun­gen bei der Be­set­zung von GMD-Pos­ten an­sieht, be­gin­nen auch hier die Da­men zwi­schen Nürn­berg und Bir­ming­ham lang­sam mit ih­rer Auf­hol­jagd. Von ei­nem ech­ten Gleich­ge­wicht sind wird den­noch ein gu­tes Stück weit ent­fernt. Und so kommt ein Fest­kon­zert un­ter dem Mot­to „Star­ke Frau­en“gera­de recht, mit dem man nun im Ga­s­teig hun­dert Jah­re Wahl­reicht für Frau­en fei­ert. Un­ter Lei­tung von Kris­ti­i­na Pos­ka ste­hen dann aus­schließ­lich Wer­ke von Kom­po­nis­tin­nen im Zen­trum. Wo­bei es ne­ben So­fia Gu­bai­du­li­nas „Mär­chen­po­em“und Cla­ra Schu­manns ers­tem Kla­vier­kon­zert mit Emi­lie May­ers fünf­ter Sin­fo­nie, ei­ne echet Ra­ri­tät zu ent­de­cken gilt. So­lis­tin des Abends ist Pia­nis­tin Lau­ma Skri­de. (Phil­har­mo­nie 11.11.)

Be­zeich­ne­te man May­er frü­her so­gar als den „weib­li­chen Beet­ho­ven“, kann man das Ori­gi­nal we­nig spä­ter beim Gast­spiel des Swe­dish Ra­dio Sym­pho­ny Orches­tra hö­ren, wenn Ma­e­s­tro Da­ni­el Har­ding sei­ne Sicht auf die „Eroi­ca“vor­stellt. Be­vor es so­weit ist, be­ginnt der Abend hier al­ler­dings zu­nächst mit der „Chas­se roya­le et ora­ge“aus Ber­li­oz‘ mo­nu­men­ta­ler Oper „Les Troy­ens“, so­wie mit dem Vio­lin­kon­zert Opus 47 von Je­an Si­be­li­us, bei dem es ein Wie­der­se­hen mit Gei­ge­rin Ja­ni­ne Jan­sen gibt. (20.11. Phil­har­mo­nie)

Auch in der Wo­che zu­vor gibt es be­reits in­ter­na­tio­na­le Gäs­te in der Phil­har­mo­nie zu be­grü­ßen, wenn sich das Orches­t­re Na­tio­nal de Lyon die Eh­re gibt. Der fran­zö­si­sche Klang­kör­per hat da­bei aber un­ter der St­ab­füh­rung sei­nes Chefs Leo­nard Slat­kin kei­nes­wegs nur Mu­sik von Mau­rice Ra­vel im Ge­päck, son­dern wird mit Mus­sorgs­kys „Bil­dern ei­ner Aus­stel­lung“und dem von Kha­tia Bu­n­ia­tish­vili in­ter­pre­tier­ten Kla­vier­kon­zert Nr. 2 von Ser­gej Rach­ma­ni­now vor al­lem im rus­si­schen Re­per­toire fün­dig. (13.11. Phil­har­mo­nie)

„Fem­mes fa­ta­les“ste­hen da­ge­gen bei ei­ner Kam­mer­mu­sik­ma­ti­nee der Phil­har­mo­ni­ker im Mit­tel­punkt, die in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Kom­po­si­ti­ons­stu­di­en­gang der Hoch­schu­le für Mu­sik und Thea­ter rea­li­siert wird. Es spielt das Ver­d­an­di-Trio, das sich aus Gei­ge­rin Ilo­na Cu­dek, El­ke Funk-Hoever am Cel­lo und Pia­nis­tin Mir­jam von Kirsch­ten re­kru­tiert. Mes­sen las­sen muss sich der kom­po­nie­ren­de Nach­wuchs da­bei un­ter an­de­rem mit Kom­po­si­tio­nen von Cla­ra Schu­mann und Li­li Bou­lan­ger. (11.11. Künst­ler­haus)

Auf sich auf­merk­sam ge­macht hat Han­na-Eli­sa­beth Mül­ler einst be­reits als Mit­glied im Opern­stu­dio der Baye­ri­schen Staats­oper. Und zum Glück bleibt die So­pra­nis­tin Mün­chen auch nach ih­rer Zeit als fes­tes En­sem­ble­mit­glied ver­bun­den. Sei es am Na­tio­nal­thea­ter oder, wie jetzt, in der Al­ler­hei­li­gen Hof­kir­che, wo sie sich ein wei­te­res Mal als Lied­in­ter­pre­tin prä­sen­tiert. Be­glei­tet von Ju­lia­ne Ruf am Kla­vier hat sich Mül­ler hier­für ne­ben Wer­ken von Schu­mann eben­falls Zem­lins­kys „Wal­zer­ge­sän­ge so­wie Pou­lencs „La cour­te pail­le“vor­ge­nom­men. (11.11. Al­ler­hei­li­gen Hof­kir­che)

Lie­der von Schu­mann und Co mit HAN­NA-ELI­SA­BETH MÜL­LER

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