Rei­ches Pro­gramm

Se­ri­en­camp, Bi­mo­vie, Ru­mä­nen, Grie­chen, Film­hoch­schu­len

In München - - KURZ BELICHTET -

Das Se­ri­en­camp Fes­ti­val, die größ­te Platt­form für Se­ri­en­fans, zeigt in kos­ten­lo­sen Vor­stel­lun­gen über 30 TV-Se­ri­en ganz un­ter­schied­li­cher Gen­res, u.a. Ba­by­lon Ber­lin und Das Boot, oder in­ter­na­tio­na­le und eu­ro­päi­sche Pro­duk­tio­nen wie The Wal­king De­ad oder West­world. Beim „Pflicht­pro­gramm“kommt z.B. die schön ex­pe­ri­men­tel­le Su­per­hel­den­se­rie Le­gi­on zu Eh­ren. Die Feel­goo­dSe­rie One Night er­zählt, in Echt­zeit von ei­nem Blind Da­te zwei­er Thir­ty So­me­things. Die drei­tei­li­ge Mi­ni­se­rie Gun­pow­der mit St­ar­be­set­zung (u.a. Kit Ha­ring­ton, Tom Cul­len, Ed­ward Hol­croft) dreht sich um die Spren­gung des Hou­se of Lords im 17. Jahr­hun­dert. Usw. usw. Da­zu Po­di­ums­dis­kus­sio­nen, Work­shops und ein um­fang­rei­ches Rah­men­pro­gramm, z.B. ein „Ba­da Bin­ge Li­ve“mit Da­ni­el Schrö­ckert und Don­nie O’Sul­li­van. (Fr 9. bis So 11.11., HFF)

Beim von Bert Reb­handl wie im­mer wun­der­bar ku­ra­tier­ten Ru­mä­ni­sche Film­fes­ti­val gibt es je­de Men­ge zu ent­de­cken. U.a. der 1989 ver­bo­te­ne Der Au­gen­blick der Wahr­heit – Ge­rech­tig­keit, ein His­to­ri­en-Epos rund um die Karls­bur­ger Be­schlüs­se von 1918, bei de­nen Sie­ben­bür­gen und Bes­sa­ra­bi­en Ru­mä­ni­en zu­ge­schla­gen wur­den. Oder die fas­zi­nie­ren­de Po­litfar­ce Mir ist es gleich­gül­tig, ob wir als Bar­ba­ren in die Ge­schich­te ein­ge­hen von Ra­du Ju­de. Da­rin probt ei­ne jun­ge Re­gis­seu­rin im Na­tio­na­len Mi­li­tär­mu­se­um das Re-Enact­ment ei­nes Mas­sa­kers an Ju­den in Odes­sa 1941. Nicht gera­de zur Freu­de der Lai­en­dar­stel­ler und der Be­hör­den. Oder Charles­ton, ein tra­gi­ko­mi­sches Bud­dy-Mo­vie, bei dem sich der ner­di­ge Ge­lieb­te ei­ner gera­de ver­stor­be­nen Frau bei ih­rem trau­ern­den Wit­wer ein­quar­tiert. (Film­mu­se­um, Do 8. bis So 18.11.)

Den Auf­takt zur 32. Grie­chi­schen Film­wo­che macht To­ny Gat­lifs Rem­be­ti­ko-ge­sät­tig­tes Road­mo­vie Djam. Da­rin wird die jun­ge Grie­chin Djam von ih­rem On­kel nach Istan­bul ge­schickt, um ein ra­res Er­satz­teil für ein Boot zu be­sor­gen. Sie be­geg­net dort der fran­zö­si­schen Flücht­lings­hel­fe­rin Avril, die sie un­ter ih­re Fit­ti­che nimmt. Die Ge­sell­schafts­sa­ti­re Suc­cess Sto­ry er­zählt von der Lie­bes­be­zie­hung zwi­schen ei­nem be­rühm­ten Au­tor und Psych­ia­ter und ei­ner jun­gen, ehr­ge­zi­gen Schau­spie­le­rin. Das his­to­ri­sche Dra­ma The Last No­te spielt im von den Na­zis ein­ge­rich­te­ten KZ Chai­di­ri. Und nicht feh­len darf The Kil­ling of a Sa­cred Deer, Ge­or­gi­os Lant­hi­mos’ in Can­nes prä­mier­tes Schuld- und Süh­ne-Dra­ma um das an­ge­spann­te Ver­hält­nis zwi­schen dem 16-jäh­ri­gen Mar­tin und dem Herz­chir­ur­gen Ste­ven, un­ter des­sen Hän­den bei ei­ner OP Mar­tins Va­ter starb. (Ga­s­teig, Do 15. bis So 25.11.)

Bi­mo­vie 24, die von den Gei­er­wal­lis ver­an­stal­te­te queer-fe­mi­nis­ti­sche Frau­en­film­rei­he star­tet mit Las He­re­deras / Die Er­bin­nen, ei­nem viel­fach prä­mier­ten Spiel­film aus Pa­ra­gu­ay. Als die do­mi­nan­te Chi­qui­ta we­gen ih­rer Schul­den in Haft muss, ist ih­re Part­ne­rin Che­la auf sich allein ge­stellt – und lernt die jun­ge An­gy ken­nen. Sil­ber­ner Bär für Darstel­le­rin Ana Brun. Ra­fi­ki dreht sich um die ke­nia­ni­schen Mäd­chen Tom­boy Ke­na und Zi­ki, de­ren Vä­ter bei ei­ner Wahl ge­gen­ein­an­der an­tre­ten. Als aus ih­rer Freund­schaft Lie­be wird, müs­sen sie sich ge­gen die Ab­leh­nung ih­rer Fa­mi­li­en und der Ge­sell­schaft weh­ren. (In Frank­reich ge­fei­ert, in Ke­nia we­gen der po­si­ti­ven Darstel­lung von Ho­mo­se­xua­li­tät ver­bo­ten). Der schrä­ge Do­ku­men­tar­film So help me God / Ni ju­ge, ni so­u­mi­se por­trä­tiert mit An­ne Gru­wez ei­ne hu­mor­vol­le, höchst ei­gen­wil­li­ge bel­gi­sche Un­ter­su­chungs­rich­te­rin, die Brüs­sels Stra­ßen mit ei­ner al­ten En­te un­si­cher macht, und ein mit­un­ter iro­ni­sches, aber im­mer em­pa­thi­sches Ver­hält­nis zu ih­ren Mit­men­schen pflegt. (Neu­es Ma­xim, Do 8. bis Mi 14.11.)

Wer schon mal die be­rühm­ten Re­gis­seur*in­nen von mor­gen ken­nen­ler­nen will: Am So, 18.11. star­tet das 38. Film­school­fest. Zu se­hen gibt es 46 Fil­me aus 18 Län­dern von Sin­ga­pur bis Finn­land, Son­der- und Rah­men­pro­gram­me (HFF und Film­mu­se­um, bis Sa 24.11.).

Stars in Se­rie: GUN­POW­DER

Freu­de am Tei­len: DJAM

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