Tat­ja­na Kru­se

In München - - LITERATUR - Jon­ny Rie­der

Meer­jung­frau­en mor­den bes­ser

(In­sel)

Ein däm­li­cher Ti­tel macht noch kein üb­les Buch. Mag ja sein, dass der Mer­maid-Style die U-30-Mo­de auf­mischt, aber auch ein Lach­kri­mi soll­te gera­de noch oh­ne aus­kom­men – trotz ma­ri­ti­mer No­te. Ver­mut­lich nur ein Ab­schreck­test. So wie die bei­den Ü-60-Po­wer­bit­ches Kon­ny und Kriem­hild (K&K), die ei­ne B&B-Pen­si­on ma­na­gen, weil ih­re Ren­te den Na­men nicht ver­dient. Yi­nyangig wie Don Ca­mil­lo & Pep­po­ne brau­chen sie ei­gent­lich nie­man­den, um ih­nen den Spaß weg­zu­brem­sen. Schaf­fen sie lo­cker selbst. Aus pu­rer Bo­nus­bos­heit schickt die Au­to­rin ih­nen Gangs­ter vor­bei, die ih­re Pen­si­on or­dent­lich ver­mö­beln. Kriem­hilds längst ge­asch­ter See­Mann soll sei­ne Com­pañe­ros um ei­nen Schatz be­tro­gen ha­ben. Al­les nur Vor­spiel. Es gibt Bitch­catching, ei­ni­ge To­te und vie­le Ga­ga­si­tua­ti­ons. Und na­tür­lich ei­ne Schatz­su­che. Oh­ne Meer. Hier weht kei­ne stei­fe Bri­se, mehr so ein Da­men­lüft­chen. Nett und an­ge­nehm. Wit­zig, wie Kon­ny im­mer wie­der ver­sucht ih­ren Nackt­ka­ter am al­les se­hen­den Ho­tel­re­zep­ti­ons­wach­hund vor­bei­zu­schmug­geln. Und wie Kriem­hild sich den Hand­s­taub­sau­ger mit der Asche ih­res ba­by­li­ke an die Brust drückt. Kann man sich ge­pflegt in die Ka­jü­te klop­fen, wenn um ei­nen her­um die Welt un­ter­geht oder auch nur die üb­li­chen Wirr­köp­fe in ih­re Han­dys sab­bern.

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