Lar­ry Brown

In München - - LITERATUR - Rainer Ger­mann

Joe

(Heyne Hard­core)

Nach der Ver­öf­fent­li­chung des Deutsch­land­de­büts „Fay“vor zwei Jah­ren des be­reits 2004 ver­stor­be­nen ame­ri­ka­ni­schen Au­tors Lar­ry Brown, folgt nun „Joe“: we­der ver­wandt noch ver­schwä­gert, gibt es doch per­so­nel­le Über­schnei­dun­gen. Joe Ran­som ist Al­ko­ho­li­ker, Ex-Häft­ling, Spie­ler und auf dem stei­ni­gen Weg, sein Le­ben auf die Rei­he zu brin­gen. Er be­auf­sich­tigt ei­nen Trupp Ar­bei­ter, die mit Gift­sprit­zen Bäu­me tö­ten, da­mit neu an­ge­pflanzt wer­den kann, in der so feind­se­li­gen wie schö­nen Na­tur Mis­sis­sip­pis. Hier trifft Joe auf Ga­ry, ei­nen Ju­gend­li­chen, der mit sei­nem ge­walt­tä­ti­gen, ver­sof­fe­nen Va­ter Wa­de, sei­ner de­bi­len Mut­ter und sei­nen zwei Schwes­tern Do­ro­thy und Fay in ei­ner al­ten Block­hüt­te in der Wild­nis hau­sen. Wäh­rend Fay schon bald das Wei­te in Rich­tung ih­rer ei­ge­nen Ge­schich­te sucht, ist Ga­ry in ei­nem Alp­traum aus Hun­ger, Käl­te und Miss­hand­lung ge­fan­gen. Joe gibt Ga­ry Ar­beit und küm­mert sich ein biss­chen um den Jun­gen, der we­der weiß, wie alt er ist, noch ei­ne Schu­le be­sucht hat. Das passt Wa­de, den ei­ne dunk­le Ver­gan­gen­heit mit der Ge­gend ver­bin­det, gar nicht und schon bald kommt es zur Kon­fron­ta­ti­on ... Der ehe­ma­li­ge Feu­er­wehr­mann Lar­ry Brown er­lang­te Kult­sta­tus un­ter den Au­to­ren des „Rough South“wie Joe .R. Lands­da­le und Do­nald Ray Pol­lock. Trotz sei­ner meist bru­ta­len Be­schrei­bun­gen der wei­ßen, ab­ge­häng­ten Be­völ­ke­rung des ame­ri­ka­ni­schen Sü­dens, fin­det er oft auch ei­ne zar­te Sym­pa­thie für sei­ne Fi­gu­ren – scha­de, dass Brown sei­nen spä­ten Ruhm nicht mehr ge­nie­ßen konn­te.

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