PARTYZEITEN

Rock da dis­cote­que

In München - - INHALT - St­an­ley Be­a­m­ish

La Fleur hat mal wie­der al­les rich­tig ge­macht. Die ge­bür­ti­ge Schwe­din ent­schied sich vor ein paar Jah­ren ge­gen den fi­nan­zi­ell wo­mög­lich si­che­re­ren, de­fi­ni­tiv aber auch spie­ßi­ge­ren Apo­the­ker­be­ruf und kon­zen­trier­te sich fort­an voll und ganz auf die Mu­sik. Ei­ne ver­meint­lich wa­ge­mu­ti­ge Ent­schei­dung, die mitt­ler­wei­le mit ei­ner stark flo­rie­ren­den DJ-Kar­rie­re be­lohnt wur­de. Ne­ben ih­rer Home­ba­se im Ber­li­ner Wa­ter­ga­te, re­si­diert sie nun schon den zwei­ten Som­mer in Fol­ge bei der La­by­rinth-Ver­an­stal­tung im Pacha auf Ibi­za. Sie be­spiel­te welt­weit die bes­ten Clubs und Fes­ti­vals, nennt ein La­bel na­mens Po­wer Plant ihr Ei­gen und be­kam so­zu­sa­gen als Krö­nung En­de 2017 noch den re­nom­mier­ten Mix­mag Bre­akth­rough-DJ-Award oben­drauf. Kein Wun­der al­so, dass Sze­ne-Grö­ßen wie Lau­rent Gar­nier, Pe­te Tong, Adam Bey­er oder Sa­sha fort­an al­les dar­an setz­ten mit ihr zu­sam­men­zu­ar­bei­ten. Mit Letz­te­rem, dem Sa­sha al­so, hat La Fleur gera­de die her­aus­ra­gen­de „För­bin­delse”-EP auf Last Night On Earth her­aus­ge­bracht, wel­che heu­te ih­re Li­ve-Pre­mie­re fei­ert. Der fach­kun­di­ge Sup­port kommt von World Le­agueMas­ter­mind Re­né Vaitl. (9.11. Pacha)

Vie­le von de­nen, die heu­te zu Ian Poo­leys Tracks das Tanz­bein schwin­gen, wa­ren ge­wis­ser­ma­ßen noch in Abra­hams Wurscht­kes­sel, als die­ser sei­ne un­glaub­li­che Kar­rie­re star­te­te. Takt­ge­ber, Herz und See­le der Hou­se-Mu­sik, All-Ti­me-Fa­vo­rit von Kri­ti­kern und Fans und mit­hin ei­ner der re­nom­mier­tes­ten Elec­tro- und Tech­no-Ar­tis­ten der Welt und al­ler Zei­ten so­wie­so ... Und ob­wohl er stets be­müht ist, die Ba­lan­ce zu hal­ten zwi­schen Klas­sik und Mo­der­ne, so war er doch die letz­ten drei Jahr­zehn­te ei­ner, der die elek­tro­ni­sche Tanz­mu­sik maß­geb­lich vor­an­ge­bracht und mit sei­nen sti­lis­tisch viel­sei­ti­gen Pro­duk­tio­nen im­mer auch wei­ter­ent­wi­ckelt und per­fek­tio­niert hat. Haupt­au­gen­merk legt der Wahl-Ber­li­ner der­zeit auf sei­ne bei­den La­bels, das alt­ein­ge­ses­se­ne Poo­led­mu­sic und das et­was jün­ge­re Mon­ta­ge, auf dem er vor ge­rau­mer Zeit un­ter dem Pseud­onym Sil­ver­show­er ei­ne viel­be­ach­tet EP an den Start brach­te. Doch zwei La­bels kön­nen sei­nen enor­men Out­put na­tür­lich noch lan­ge nicht re­gu­lie­ren, wes­we­gen Poo­ley re­gel­mä­ßig auch bei ihm na­he­ste­hen­den Plat­ten­fir­men wie In­ner­vi­si­ons, Ovum und Tsuba sei­ne Tracks ver­öf­fent­licht. Mit da­bei beim no­vem­ber­li­chen Rock da dis­cote­que sind: Al Mi­se­ri, Ma­xa­ge, Fabian Kranz, Mar­tin Gi­ura­to, Ben Del­li­an und Stef­fen Leng­ler. Und apro­pos Klas­sik, wer Bock hat kommt ein­fach

ein bissl eher, denn ab 20:30 Uhr gibt’s im Rah­men des BMW Club­kon­zert ei­ne mu­si­ka­li­sche Dar­bie­tung mit Mit­glie­dern der Münch­ner Phil­har­mo­ni­ker, die Wer­ke von Pa­vel Haas, Wolf­gang Ama­de­us Mo­zart u.a. zum Bes­ten ge­ben wer­den. (10.11. Har­ry Klein)

Bart Skils, da beisst die Maus kei­nen Fa­den ab, ist im­mer ei­nen Schritt vor­aus, was ihn de­fi­ni­tiv zu ei­nem der an­ge­se­hens­ten und ge­frag­tes­ten Tech­no-DJs der Nie­der­lan­de mach­te. Sei­ne Sets wer­den von Tech­no-Lieb­ha­bern als ex­trem vor­aus­schau­end und mu­si­ka­lisch vi­sio­när ge­fei­ert, wes­we­gen er auch ne­ben Künst­lern wie Alan Fitz­pa­trick, Jo­seph Ca­pria­ti, Ni­co­le Mou­da­ber, Lu­i­gi Ma­don­na und Sam Pa­ga­ni­ni von Adam Bey­ers, mit dem er by the way das un­über­trof­fe­ne „Your Mind“ge­mein­sam pro­du­zier­te, füh­ren­dem Tech­no-La­bel Drum­code un­ter Ver­trag ge­nom­men wur­de. Skils re­prä­sen­tiert mit sei­nem ul­tra mo­der­nen New School-Stil die zu­kunfts­ori­en­tier­te Tech­no-Ge­ne­ra­ti­on, de­ren Sounds auf pu­ris­ti­schen Dance­floor-Groo­ves und je­der Men­ge At­mo­sphä­re fu­ßen. Ne­ben sei­ner Lei­den­schaft fürs DJing konn­te er sich auch im­mer wie­der für die Tä­tig­keit als Re­mi­xer be­geis­tern und fer­tig­te so in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit for­mi­da­ble RMX-Out­ta­kes für Leu­te wie Mo­by, Jo­ris Vo­orn, Ni­co­le Mou­da­ber, Kai­ser­dis­co, Jo­han­nes Heil, Kol­lek­tiv Turm­stra­ße u.v.a. an. Grund ge­nug für die bes­ten Clubs der Welt Skils im­mer und im­mer wie­der zu en­ga­gie­ren, wes­we­gen ihn sei­ne Tour­ne­en zu­letzt vom Ber­li­ner Berg­hain über die Fa­b­ric in London und das Rex in Paris auf das Wi­re Fes­ti­val bis nach To­kio führ­ten. (16.11. Ro­te Son­ne)

Wenn die Le­na Bart ih­ren Ge­burts­tag fei­ert, ist na­tür­lich mal wie­der al­ler­hand ge­bo­ten. So wer­den z.B. TRAP10 aus dem Wes­tend an­tan­zen um zu­sam­men mit WUT-Kol­lek­ti­vMem­ber Car­vi und Chef-Re­mo­ter Dexxis so manch hei­ße Schei­be auf die Plat­ten­tel­ler zu wuch­ten. Be­son­de­re Auf­merk­sam­keit aber ge­bührt frei­lich dem Ge­burts­tags­kind, das als Ge­win­ne­rin der „Mar­ry Klein sucht Münch­ner Mä­dels“-Ak­ti­on einst ent­deckt wur­de. Mitt­ler­wei­le ist sie nicht nur ei­ne fest ge­buch­te Kon­stan­te in den nam­haf­ten Eta­bliss­ments un­se­re Stadt, son­dern auch Re­si­dent im Har­ry Klein, Ver­an­stal­te­rin und Ide­en­ge­be­rin für Pro­jek­te wie den Vi­su­al Pod­cast, mit dem sie die Mar­ry in die­sem Jahr re­prä­sen­tier­te. Bart ver­kör­pert da­bei ein ganz ei­ge­nes mu­si­ka­li­sches Spek­trum – elek­tro­ni­sche Tanz­mu­sik in al­len Fa­cet­ten fü­gen sich bei ihr wie von selbst zu­sam­men, vom Warm-Up bis zur Af­ter­hour – Le­na hat den Groo­ve im Bart ... äh ... Blut. Und last but not least ei­ne Frau, die sich fol­gen­des Mot­to ins Tech­no-Herz tä­to­wiert hat: „Joy, pas­si­on and in­spi­ra­ti­on“. Mehr als 25 Jah­re pu­re Mu­siklei­den­schaft, Freu­de und die Fä­hig­keit an­de­re zu be­geis­tern, das trifft wohl den Na­gel auf den Kopf, wenn man von ihr, von kei­ner ge­rin­ge­ren als the one and on­ly San­dra Gold spricht. Im­mer am Ball blei­ben und weit­aus mehr als 100 % ge­ben – das war und ist stets ihr An­spruch. Denn wir al­le wis­sen: Wer auf­hört, bes­ser zu wer­den, hört auf gut zu sein. Ihr Sound lässt sich da­bei kei­nes­wegs auf ei­nen Style re­du­zie­ren. Kon­stant wand­lungs­fä­hig reißt sie in al­ler Re­gel­mä­ßig­keit sämt­li­che Gen­re-Gren­zen lust­voll ein und be­geg­net dem Pu­bli­kum mit ih­rer ei­ge­nen „De­fi­ni­ti­on of Elec­tro­nic Dan­ce Mu­sic“. (16.11. Pa­lais)

Pas­send zur Jah­res­zeit legt uns Da­ni­el Bortz gleich mal was ganz be­son­ders Hei­ßes in den Kühl­schrank: „Hot In The Fridge“, sein neu­es­ter Re­lease, hält sich da­bei nicht lan­ge mit ei­nem be­lie­bi­gen In­tro oder gar ei­nem quä­lend lan­gem Vor­spiel auf, son­dern packt Hö­rer wie Tän­zer di­rekt bei den Oh­ren und um­hüllt sie mit ei­ner dunk­len Pri­me-Ti­me-Tech­no-Wol­ke. Kurz und schmerz­los ge­stal­tet er da­bei die Ein­lei­tung, die be­glei­tet von trei­ben­den Ein­peit­schern, schnell die Rich­tung vor­gibt. Dann geht’s hin­ein in den dich­ten Ge­räu­schene­bel aus des­sen Tie­fen sich das bass­las­ti­ge The­ma er­hebt und die Crowd gleich­sam wa­bernd um­schließt. Süß ist das, und ge­fähr­lich… Die gleich­zei­tig er­schie­ne­ne, zwei­te Sing­le „Don’t Dis­turb Bjorn“gibt sich da eher et­was zu­rück­hal­tend, aber das auch nur auf den ers­ten Hin­hor­cher. Ein ver­spielt klin­gen­des, harm­lo­ses Rinn­sal dass die ge­neig­te Hö­rer­schaft für ei­nen kur­zen Mo­ment in Si­cher­heit wiegt, be­vor es die­se dann in ih­ren ver­spul­ten So­und­stru­del hin­ein­zieht… Bei­de Songs wird er wohl auch dann am 17.11. im Blitz kre­den­zen, wo er zu­sam­men mit Hen­rik Schwarz und Sa­scha Si­bler an den Decks steht, wäh­rend sich im Takt wiegt ...

Un­über­trof­fen: BART SKILS

Die rich­ti­ge Ent­schei­dung: LE FLEUR

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