DER KLAS­SI­KER

Kei­ne Zeit zum Durch­at­men

In München - - INHALT - To­bi­as Hell

Seit ih­rem gro­ßen Durch­bruch beim ARD Wett­be­werb hat das Qua­tu­or Ebè­ne Mün­chen stets die Treue ge­hal­ten. Kein Jahr, in dem die Fran­zo­sen hier nicht min­des­tens ein­mal vor aus­ver­kauf­tem Haus für Be­geis­te­rung sorg­ten. An­fang De­zem­ber dür­fen sich die Fans des cha­ris­ma­ti­schen En­sem­bles nun auf ein ganz be­son­de­res Event freu­en. Ist ihm doch gleich ein gan­zes Kam­mer­mu­sik­fest ge­wid­met, für wel­ches man ein Wo­che­n­en­de lang das Prinz­re­gen­ten­thea­ter in Be­schlag nimmt. Dass dem Qua­tu­or Ebè­ne Be­rüh­rungs­ängs­te mit an­de­ren Gen­res von je­her fremd sind, das wis­sen Fans na­tür­lich längst – Schleicht sich bei den Zu­ga­ben doch auch gern mal ei­ne klei­ne jaz­zi­ge No­te ein. Zum Auf­takt ih­res reich be­pack­ten Wo­che­n­en­des steht das ers­te von drei Kon­zer­ten nun un­ter dem Stich­wort „Beet­ho­ven & Folk“, hin­ter dem sich ne­ben den Streich­quar­tet­ten Nr. 1 und 15 ei­ne Rei­he an Kost­pro­ben von skan­di­na­vi­scher Folk Mu­sic ver­birgt. Für den au­then­ti­schen Sound sor­gen da­bei Chris Stout an der Shet­land Fidd­le und Ca­trio­na McKay an der Har­fe, so­wie das Da­nish String Quar­tett, mit de­nen man kol­le­gi­al die Büh­ne teilt. (1.12. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Ganz klas­sisch bleibt es da­ge­gen am fol­gen­den Tag, wo man auf ei­nen wei­te­ren Münch­ner Pu­bli­kums­lieb­ling trifft: Li­sa Ba­tia­sh­vili, die das Qua­tu­or Ebè­ne an die­sem Nach­mit­tag auf­stockt, wenn das Kon­zert für Kla­vier, Vio­li­ne und Streich­quar­tett von Er­nest Chaus­son auf dem Pro­gramm steht. Ab­ge­run­det wird das mu­si­ka­li­sche An­ge­bot durch Wer­ke von Schubert und Schu­mann, so­wie die Mit­wir­kung der Pia­nis­tin­nen Aki­ko

Ya­ma­mo­to und Sha­ni Di­lu­ka. (2.12. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Viel Zeit zum Durch­at­men wird da­nach we­der dem Pu­bli­kum noch den vier Fran­zo­sen selbst blei­ben. Lädt man doch be­reits we­ni­ge St­un­den spä­ter an glei­cher Stel­le zum glanz­vol­len Ab­schluss­kon­zert, das vom Kla­vier­kon­zert Nr. 1 von Jo­han­nes Brahms ein­ge­läu­tet wird. Ganz oh­ne Star­gast geht aber na­tür­lich auch die drit­te Run­de nicht über die Büh­ne. Und der hört in die­sem Fal­le auf den Na­men Mar­tin Fröst. Er prä­sen­tiert sich hier­bei mit ei­ne Aus­wahl von Brahms‘ „Un­ga­ri­schen Tän­zen“, so­wie als Fünf­ter im Bun­de, wenn zum Fi­na­le das Kla­ri­net­ten­quin­tett op. 115 des Kom­po­nis­ten an­ge­setzt ist. (2.12. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Hoch­ka­rä­tig be­setz­te Kam­mer­mu­sik er­war­tet das Pu­bli­kum eben­falls in der Re­si­denz, wo sich die ar­me­ni­sche Pia­nis­tin Li­li­an Ako­po­va mit Cel­list Ju­li­us Ber­ger und Ni­ko­las Ko­ekert an der Gei­ge zum Trio zu­sam­men­schließt. Drei Künst­ler­per­sön­lich­kei­ten, die in der Ver­gan­gen­heit gera­de im klei­nen Kon­zert­for­mat im­mer wie­der über­zeu­gen konn­ten und nun er­neut ge­mein­sam die­ser Lei­den­schaft nach­ge­hen. Freu­en darf man sich da­bei auf Mu­sik von Jo­seph Haydn und Fe­lix Men­dels­sohn, so­wie das Kla­vier­trio Nr. 2 in e-moll von Dmi­tri Schosta­ko­witsch. (27.11. Al­ler­hei­li­gen-Hof­kir­che)

Allein steht bzw. sitzt hin­ge­gen Igor Le­vit auf der Büh­ne des Prinz­re­gen­ten­thea­ters. Nach den viel­fach be­ju­bel­ten Kon­zer­ten der ver­gan­ge­nen Sai­son, wir der auch po­li­tisch ak­ti­ve Aus­nah­me­pia­nist hier sei­nen groß an­ge­leg­ten Zy­klus fort­set­zen, in des­sen Rah­men er sich mit den Kla­vier­so­na­ten Lud­wig van Beet­ho­vens aus­ein­an­der­setzt und auch nach jah­re­lan­ger Be­schäf­ti­gung mit der Mu­sik des Kom­po­nis­ten im­mer wie­der neue Nu­an­cen frei­legt. (25.11. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Wer sei­nen Beet­ho­ven lie­ber im gro­ßen For­mat hört, muss eben­falls nicht in Tr­üb­sal ver­fal­len. Stat­tet doch auch Alt­meis­ter Sir An­drás Schiff sei­nen Münch­ner Fans end­lich ein­mal wie­der ei­nen Be­such ab und hat da­bei die No­ten für die Kla­vier­kon­zer­te Nr. 2 und 3 im Ge­päck. Be­glei­tet wird er da­bei vom Bu­da­pest Fes­ti­val Orches­tra, das sich in den letz­ten Jah­ren un­ter Lei­tung sei­nes Grün­ders Iván Fi­scher lang­sam aber kon­ti­nu­ier­lich ei­nen Platz in der ers­ten Rei­he der eu­ro­päi­schen Spit­zenen­sem­bles er­ar­bei­tet hat. (28.11. Phil­har­mo­nie)

Die Pu­bli­kums­lieb­lin­ge des QUA­TU­OR EBÈ­NE be­kom­men ihr ei­ge­nes Kam­mer­mu­sik­fest

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