Das rät der Ex­per­te:

In Touch (Germany) - - Attacke - Anm.d.red.)

Im Intouch-in­ter­view spricht Psy­cho­lo­ge Prof. Dr. Al­f­red Ge­bert über Mob­bing, die Fol­gen und Lö­sun­gen … Ab wann spricht man von Mob­bing? Ich wür­de sa­gen: Wenn je­mand ei­nen an­de­ren so är­gert, dass die­ser so ge­trof­fen ist, dass er nicht mehr auf Au­gen­hö­he mit der Person agie­ren kann. Und wenn das Op­fer an­fängt, sich zu­rück­zu­zie­hen… Kann das denn wirk­lich ei­ne Fol­ge von Mob­bing sein? Ja! Mob­bing-op­fer zie­hen sich schnell in ein Schne­cken­haus zu­rück. Sie schla­fen nicht mehr gut, be­kom­men Bauch­schmer­zen und ih­re Leis­tung wird schlech­ter. In der Schu­le oder im Be­ruf fällt das na­tür­lich auf – und der Vor­ge­setz­te mag ei­nen nicht mehr. Da ge­rät man schnell in ei­nen Teu­fels­kreis. Was tue ich, wenn ich ge­mobbt wer­de? Zu­nächst ist es wich­tig, schnell ei­nen Drit­ten ein­zu­schal­ten. Im Be­ruf oder der Schu­le wä­re das der oder die nächs­te Vor­ge­setz­te. Man soll­te schon in den An­fän­gen die Not­brem­se zie­hen und klar­stel­len, dass man so nicht mit sich um­ge­hen lässt – sonst kann es schnell zu spät sein. Denn wenn es erst mal so rich­tig los­geht, gibt es kaum ei­nen Weg zu­rück. Soll­te ich den Tä­ter selbst auch an­spre­chen? Ja, aber nie­mals al­lein. Es ist wich­tig, im­mer ei­nen Un­ab­hän­gi­gen hin­zu­zu­zie­hen, weil sich das Op­fer sonst schnell klein­krie­gen lässt. War­um mob­ben man­che Men­schen über­haupt? Das rührt aus dem In­stinkt, der Stär­ke­re sein zu wol­len – und das zu ge­nie­ßen. Des­halb su­chen sich die Mob­ben­den oft un­si­che­re Per­so­nen, bei de­nen sie das Ge­fühl ha­ben, ih­nen über­le­gen zu sein. Oft hat Mob­bing auch mit dem Wunsch zu tun, den Er­folg von an­de­ren zu min­dern. Gibt es Stra­fen für das Mob­bing?

Ja, man kann vor Ge­richt ge­hen. Es hängt aber im­mer da­von ab, ob man Be­wei­se hat – zum Bei­spiel Fotos oder Ton­auf­nah­men. Und das ist lei­der nicht im­mer ein­fach … Wel­che An­lauf­stel­len gibt es?

Es gibt vie­le Selbst­hil­fe­grup­pen, die man im Netz fin­den kann. Sol­che Grup­pen wür­de ich so­gar emp­feh­len, da man dort mit Gleich­ge­sinn­ten zu­sam­men ist und gu­te Rat­schlä­ge ein­ho­len kann. (Be­ra­tungs­stel­len in ganz Deutsch­land fin­det man un­ter: www.fair­ness-stif­tung.de,

Ihr Va­ter macht sich gro­ße Sor­gen … „Ich hof­fe, dass sie da heil wie­der raus­kommt. Man weiß ja, wie die Mäd­chen in sol­chen Sen­dun­gen ver­heizt wer­den“, sorgt der Schau­spie­ler sich um sei­ne Toch­ter. Ma­thieu Car­riè­re (65) … und muss sie stän­dig trös­ten Am Te­le­fon wein­te Ele­na sich nach den schlim­men Mob­bing-atta­cken ih­rer Mit­strei­te­rin­nen bei ih­rem Va­ter aus.

Prof. Dr. Al­f­red Ge­bert (72)

Der Psy­cho­lo­ge aus Müns­ter ar­bei­tet schon seit vie­len Jah­ren zu­sätz­lich als Coach und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­trai­ner.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.