do­re­en st­ei­nert

Die Ex von Rap­per Si­do hat ei­ne cle­ve­re Ge­schäfts­idee

In Touch (Germany) - - Inhalt - (IM)

„Der Kon­takt mit mir soll wirk­lich nur für Men­schen sein, die Hil­fe brau­chen.“

Auf die­se Idee muss man erst mal kom­men! Bis­her kennt man Do­re­en St­ei­nert vor al­lem als „Pop­stars“-kan­di­da­tin der Band Nu Pa­ga­di und als Ex-freun­din von Rap­per Si­do. Doch seit Neu­es­tem wid­met sie sich noch ei­ner ganz an­de­ren Auf­ga­be: Die hüb­sche Blon­di­ne möch­te ein­sa­men Men­schen zur Sei­te ste­hen und bie­tet auf ih­rer Web­sei­te den Ser­vice „Do­re­en 4 you“an. Via E-mail oder Te­le­fon hat Do­re­en für je­den ein of­fe­nes Ohr, dem ein Pro­blem auf der See­le brennt. Die Idee da­zu kam der 30-Jäh­ri­gen, als sie An­fang des Jah­res un­ter schwe­ren Ver­bren­nun­gen zwei­ten Gra­des litt und al­lein zu Hau­se lag. „In dem Mo­ment rea­li­sier­te ich, dass ich mich mein gan­zes Le­ben lang schon so fühl­te: ein­sam! Wenn ich durch mei­ne Ar­beit ver­hin­dern kann, dass sich ein an­de­rer Mensch ge­nau­so fühlt, dann ist das schon ein Er­folg für mich“, er­klärt Do­re­en im In­touch-in­ter­view.

Dann ist „Do­re­en 4 you“al­so für Hil­fe­su­chen­de ge­dacht?

Ge­nau. Vie­le Men­schen wis­sen ein­fach nicht, an wen sie sich wen­den kön­nen. Man­che sind ein­fach ein­sam, an­de­re wol­len nicht mit ih­rer Fa­mi­lie und Freun­den spre­chen, weil sie viel­leicht auch Teil des Pro­blems sind.

Mit wel­chen Pro­ble­men wen­den sich die Men­schen denn an dich?

Mit al­len! Meis­tens geht es tat­säch­lich um Lie­bes­kum­mer. Aber es mel­den sich auch vie­le, die kein Selbst­be­wusst­sein ha­ben und mit ih­rem Bo­dy un­zu­frie­den sind.

Und wel­che Rat­schlä­ge gibst du in die­sen Si­tua­tio­nen?

Gar kei­ne. Wer bin ich denn, dass ich das Recht ha­be, an­de­ren Men­schen zu sa­gen, was sie tun und las­sen sol­len? Dar­um geht es bei mir nicht. Ich bin ein­fach nur da, in­ter­es­sie­re mich für die Pro­ble­me an­de­rer und hö­re ih­nen zu. Das reicht oft schon völ­lig aus, um dei­nem Ge­gen­über zu hel­fen.

Hast du ei­ne Aus­bil­dung oder ein Coa­ching für die­se Ar­beit ge­macht?

Nein. Ich bin kei­ne Psy­cho­lo­gin oder Seel­sor­ge­rin – ich ver­su­che ein­fach, an­de­ren zu hel­fen, in­dem ich ih­nen das Ge­fühl ge­be, nicht al­lein auf der Welt zu sein. Wenn ich von mei­nen Er­fah­run­gen be­rich­te und sie er­ken­nen, dass es an­de­ren oft ge­nau­so schlecht er­gan­gen ist, dann kann das schon sehr hilf­reich sein.

Den­noch ver­langst du Geld für dei­ne Hil­fe …

Ja, und ich kann ver­ste­hen, wenn ei­ni­ge sich dar­über wun­dern und es zu­nächst kri­ti­sie­ren. Aber ich ha­be fi­nan­zi­ell viel in­ves­tiert für die Ent­wick­lung des Tools. Die ge­stell­ten Rech­nun­gen de­cken Ser­ver- und Te­le­fon­kos­ten.

Al­so ver­dienst du kei­ne Koh­le da­mit?

Nein. Ich müss­te drei Jah­re lang je­den Tag acht St­un­den te­le­fo­nie­ren, um ein Plus zu ma­chen. Au­ßer­dem ist die Ge­bühr nicht un­wich­tig, um da­für zu sor­gen, dass sich wirk­lich nur Men­schen mel­den, die Hil­fe brau­chen, und nicht wel­che, die mit mir spre­chen wol­len, weil ich ei­ne Per­son des öf­fent­li­chen Le­bens bin.

Kannst du den Be­trof­fe­nen denn wirk­lich im­mer hel­fen?

Ich ver­su­che es. Aber na­tür­lich sto­ße auch ich manch­mal an mei­ne Gren­zen. Wenn ich das Ge­fühl ha­be, dass je­mand drin­gend Hil­fe braucht, die ich nicht leis­ten kann, ge­be ich aus­nahms­wei­se doch mal ei­nen Rat und emp­feh­le, sich mit ei­nem Psy­cho­lo­gen kurz­zu­schlie­ßen.

Das klingt, als wä­re dei­ne Ar­beit nicht oh­ne …

Das ist sie auch nicht. Die Ge­schich­ten neh­men mich oft mit, und ich ge­he mit ih­nen schla­fen. Des­halb ist es wich­tig, dass ich dar­über spre­che, wie es mir da­mit geht. Ich be­hal­te zwar das Er­zähl­te für mich, aber ich muss schon los­wer­den, wenn ein Ge­spräch mal be­son­ders emo­tio­nal for­dernd war.

An wen wen­dest du dich dann?

Ich ha­be zwar ein, zwei en­ge Freun­de, aber ich spre­che vor al­lem viel mit mei­nem Freund. Er ist ein­fach für mich da und in­ter­es­siert sich für mei­ne Sicht der Din­ge, und zwar, oh­ne sie zu be­wer­ten oder zu ver­ur­tei­len. Das ist sehr be­son­ders, und ich kann­te das bis­her nicht.

Wirk­lich nicht?

Nein. Ich hat­te nie wirk­lich Men­schen um mich her­um, bei de­nen ich mich ver­stan­den und auf­ge­fan­gen ge­fühlt ha­be. In der Ver­gan­gen­heit fühl­te ich mich oft sehr al­lein.

Apro­pos Ver­gan­gen­heit: Du bist für vie­le im­mer noch Sidos Ex …

Ja, und das stört mich schon. Na­tür­lich bin ich sei­ne Ex-freun­din, und ich leug­ne mei­ne Be­zie­hung zu ihm ja auch nicht. Aber als wir zu­sam­men­ka­men, war ich 18 – jetzt bin ich 30! Ich bin ein an­de­rer Mensch und ha­be mich wei­ter­ent­wi­ckelt. Er ist wie­der glück­lich, ich bin wie­der glück­lich – da­mit soll­te sich das The­ma doch lang­sam er­le­digt ha­ben.

Auf ih­rer Web­sei­te www.do­re­en­stei­nert.de bie­tet die Sän­ge­rin un­ter der Ka­te­go­rie „Do­re­en 4 you“ih­re Hil­fe an. Ein E-mailAus­tausch kos­tet ab 9,90 Eu­ro, ein 30-mi­nü­ti­ges Te­le­fon­ge­spräch 59,80 Eu­ro. Die Blon­di­ne tritt nicht nur mit ih­rem ak­tu­el­len Pro­gramm „Al­let Neu“in Deutsch­lands Bars auf, sie möch­te nächs­tes Jahr auch ei­ne neue Plat­te her­aus­brin­gen.

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