MÄN­NER-PAN­NEN

Der neue Ar­beits­kol­le­ge hat­te es Tan­ja an­ge­tan – bis er ihr sei­ne Woh­nung zeig­te

JOY (Germany) - - INHALT -

Al­les be­gann mit ei­nem klei­nen Job­flirt. Ich war neu in der Fir­ma, und Ma­ri­us war von An­fang an su­per­süß zu mir. Wir ver­stan­den uns auf An­hieb. Na ja, er war zwar nicht un­be­dingt mein Traum­typ. Ein biss­chen zu schlak­sig und sei­ne Au­gen ver­schwan­den kom­plett hin­ter wu­sche­li­gen Lo­cken, die auch mal wie­der ei­nen Fri­seur ver­tra­gen konn­ten. Aber was ihm an Sex-ap­peal fehl­te, mach­te er mit Charme wett. „Du siehst heu­te Mor­gen aber wie­der fan­tas­tisch aus. Du strahlst ja rich­tig“, war sei­ne Stan­dard­be­grü­ßung. Meist dicht ge­folgt von ei­ner echt wit­zi­gen Sto­ry, die er ir­gend­wann ver­gan­ge­nes Jahr auf Ba­li oder sonst wo er­lebt hat­te. Auf sei­nem Tisch häuf­ten sich vie­le klei­ne Mit­bring­sel von sei­nen Rei­sen (das hät­te mir ei­ne ers­te War­nung sein kön­nen). Aber zu dem Zeit­punkt mach­te ihn das für mich noch span­nen­der. Sein In­ter­es­se an mir war eben­falls groß – und so nahm un­se­re „Lo­ve­sto­ry“ih­ren Lauf … Ein an­züg­li­cher Spruch hier, ein ver­stoh­le­ner Blick da. Er war ein we­nig schüch­tern, al­so nahm ich nach ein paar Wo­chen mei­nen gan­zen Mut zu­sam­men und frag­te Ma­ri­us, ob wir nicht mal aus­ge­hen wol­len. Mit Tisch re­ser­vie­ren, Ker­zen und gu­tem Wein. Er war be­geis­tert! Um Punkt 19 Uhr tra­fen wir uns vor mei­nem Lieb­lings­i­ta­lie­ner. Er war­te­te schon auf mich: mit ei­nem rie­si­gen Blu­men­strauß und Pra­li­nen. „Ein biss­chen kit­schig, aber doch ir­gend­wie süß“, dach­te ich. Und ge­nau­so ver­lief auch der Rest des Abends. Wir ver­stan­den uns rich­tig su­per. Es fing an, rich­tig zwi­schen uns zu knis­tern! Lo­gisch, dass ich zu sei­nem An­ge­bot, noch auf ein Glas Wein mit zu ihm zu kom­men, nicht Nein sag­te. Und wir wis­sen ja al­le, wie so was en­det … Zu­ge­ge­ben: Ich hat­te ewig kei­nen Sex mehr ge­habt und ver­spür­te echt Lust auf ein paar „schmut­zi­ge“Din­ge. Lei­der be­kam ich in die­ser Hin­sicht im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes be­reits ei­nen Vor­ge­schmack, als ich in sein Au­to stieg. Und nein, ich mei­ne kein wil­des Fum­meln. Son­dern al­te Piz­za­schach­teln und müf­fe­li­ge Spor­tKla­mot­ten auf der Rück­bank, lee­re Ener­gy­drink-do­sen un­term Bei­fah­rer­sitz und ein Rest an­ge­fut­ter­ter Dö­ner zwi­schen mei­nen Fü­ßen. Eee­e­k­lig! Ich hät­te aus­stei­gen sol­len. Lei­der blieb ich. Als er die Tür zu sei­ner Woh­nung öff­ne­te, traf mich der Schlag. Igitt, es müf­fel­te to­tal! Kein Wun­der, wie ich fest­stell­te, als ich mich

„Der Be­griff dre­cki­ge Fan­ta­sie be­kam plötz­lich ei­ne ganz neue Be­deu­tung“

scho­ckiert um­blick­te: Sei­ne Woh­nung war ei­ne klei­ne Müll­de­po­nie! Auf dem Bo­den sta­pel­ten sich al­te Zeit­schrif­ten und Kar­tons, das So­fa ver­sank un­ter ei­nem rie­si­gen Berg dre­cki­ger Kla­mot­ten be­gra­ben, und über­all stan­den Ta­ke-away-tü­ten – die dem Ge­ruch zu­fol­ge noch halb voll wa­ren und wohl wo­chen­lang hier rum­la­gen. Es war ein­fach nur wi­der­lich. Als ich aus Ver­se­hen ge­gen ei­nen Beu­tel im Wohn­zim­mer stieß, flog mir ein Schwarm Obst­flie­gen ent­ge­gen. STOPP! Ich muss­te hier raus. So­fort!!! Das Elend konn­te ich mir nicht mal mit ei­ner gan­zen Kis­te Wein schön­trin­ken! Al­lein beim Ge­dan­ken an sei­ne schmut­zi­gen Wein­glä­ser – und vor al­lem an sein Bett (wann hat er wohl das letz­te Mal sei­ne La­ken ge­wech­selt? 2011?) – wur­de mir schlecht. Ich sag­te Ma­ri­us, mir wä­re von dem Rot­wein im Re­stau­rant to­tal schwin­de­lig ge­wor­den, und zisch­te so schnell wie mög­lich ab. Auf sei­ne Nach­rich­ten re­agier­te ich nicht. Im Bü­ro ge­he ich ihm seit­dem aus dem Weg. Ja, ich hat­te Lust ge­habt, schmut­zi­ge Din­ge mit Ma­ri­us an­zu­stel­len. Aber nicht, da­für erst den Schmutz in sei­ner Mes­si-woh­nung zu be­sei­ti­gen!

BÖ­SE ÜBER­RA­SCHUNG Bei Mes­si dach­te Tan­ja als Ers­tes an den ar­gen­ti­ni­schen Fuß­ball­star. Seit Ma­ri­us nicht mehr…

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