Ti­ki

Aus der po­ly­ne­si­schen Kul­tur, haupt­säch­lich von den Ha­waii-in­seln, stam­men die­se un­ge­wöh­li­chen Cock­tails auf der Grund­la­ge von Rum, Li­kö­ren, Früch­ten und Blu­men, die in reich­lich ver­zier­ten Ge­fä­ßen mit At­tri­bu­ten von To­tems ser­viert und un­ter Ein­hal­tung b

Karibik - - Inhalt - VON IN­TER­NA­TIO­NA­LER CHEFKOCH JOR­GE MÉNDEZ RO­DRÍ­GUEZ-AREN­CI­BIA FOTOS: FERVAL (BARKEEPER OSVALDO SAINZ GRACÍA, RE­STAU­RANT POLINESIO, HO­TEL TRYP HABANA LIBRE)

Ei­ne Cock­tail­kunst aus Vor­zei­ten

Die Ein­füh­rung die­ser ei­gen­tüm­li­chen Gas­tro­no­mie in den west­li­chen Ge­schmack ist zwei­fels­frei mit zwei Us­ame­ri­ka­ni­schen Un­ter­neh­mern ver­bun­den, die Ele­men­te der po­ly­ne­si­schen Kul­tur, ins­be­son­de­re von den Ha­wai-in­seln, in Ein­rich­tun­gen über­tru­gen, die in den 30er Jah­ren des 20. Jahr­hun­derts sehr bald Ruhm er­lang­ten: Er­nest Ray­mond Beau­mont-gantt, ein jun­ger Mann, der, nach­dem er den Sü­den des Pa­zi­fiks be­reist hat­te, im Jah­re 134 die Bar Don The Be­ach­com­ber er­öff­ne­te; und Vic­tor Ju­les Ber­ge­ron Jr., Be­grün­der ei­ner sehr ver­brei­te­ten und er­folg­rei­chen Ket­te von Re­stau­rants mit po­ly­ne­si­scher The­ma­tik.

Letzt­ge­nann­ter be­gann in Oak­land, Ka­li­for­ni­en, mit ei­nem klei­nen Bar-re­stau­rant, das sich Hin­ky Dink´s nann­te und aus dem bald sein be­rühm­tes Tra­der Vic´s ent­stand. 140 ex­pan­dier­te er auf sein ers­tes Fran­chise Un­ter­neh­men in Se­at­tle, Wa­shing­ton, dem folg­te ein zwei­tes in Ha­wai, und nach und nach wur­den über 40 dar­aus, die sich noch heu­te an ver­schie­de­nen Or­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka, En­g­land, Ka­na­da, der Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te, Chi­nas und Ja­pans be­fin­den bzw. be­fan­den. Meh­re­re die­ser Fran­chi­sing­ein­rich­tun­gen wur­den in Ho­tels der Hil­ton Ket­te er­öff­net, wie im Habana Hil­ton, das sich ge­gen­wär­tig Habana Libre Tryp nennt und im März des Jah­res 18 er­öff­net wur­de und wo noch heu­te das Po­ly­ne­si­sche Re­stau­rant funk­tio­niert und sein Kon­zept und ur­sprüng­li­che Aus­ge­stal­tung bei­be­hält.

WAR­UM TI­KI?

Das Wort ent­stammt ver­mut­lich ei­ner süd­ame­ri­ka­ni­schen Spra­che. Es fin­det in der ta­hi­tia­ni­schen und ha­waia­n­i­schen Spra­che An­wen­dung, um Fi­gu­ren (Sta­tu­en, To­tems, Ab­bil­der) zu be­zeich­nen, die Teil des po­ly­ne­si­schen Glau­bens sind. Sie sind eben­falls bei den Ma­o­ri in Neu­see­land und auf den Cook In­seln an­zu­tref­fen, die für ih­re ri­tu­el­len Tä­to­wie­run­gen be­rühmt sind.

Ver­schie­de­ne Vor­komm­nis­se sind mit ei­nem häu­fi­gen Zu­rück­grei­fen auf das Exo­ti­sche die­ser Re­gio­nen des Pa­zi­fi­schen Oze­ans ver­bun­den, so­wohl was his­to­ri­sche Er­eig­nis­se als auch Mo­den und Le­bens­for­men be­trifft, die in Fil­men dar­ge­stellt wur­den, wel­che mit ih­ren Hand­lun­gen und Ton­spu­ren ins­be­son­de­re die The­ma­tik von Ha­wai be­han­deln:

Der Ein­tritt der USA in den Zwei­ten Welt­krieg dien­te als In­spi­ra­ti­on für Roman­zen, die ver­filmt wur­den und ent­spre­chen­de Mu­sik­ti­tel her­vor­brach­ten.

Die Ex­pe­di­ti­on des Nor­we­gers Thor Hey­er­dahl im rus­ti­ka­len Boot Kon-ti­ki im Jah­re 147, die ihn von den Küs­ten von Pe­ru bis in das Ar­chi­pel von Po­ly­ne­si­en führ­te, fand in ei­nem Ro­man Nie­der­schlag, der in  Spra­chen über­setzt und 11 mit ei­nem Os­kar für den bes­ten Do­ku­men­tar­film ge­ehrt wur­de.

Ein­glie­de­rung Ha­wais als 0. Bun­des­staat in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka im Jah­re 1.

Dre­hen der Mu­sik­ko­mö­die Blue Ha­waii im Jah­re 11 durch Pa­ra­mount Pic­tu­res. Un­ter dem glei­chen Na­men wur­de das Mu­sik­the­ma des Films un­ter den Top-hits je­ner Zeit ver­ewigt und eben­so der gleich­na­mi­ge Cock­tail, der zu den in­ter­na­tio­na­len Klas­si­kern ge­hört.

Auf­schwung des Sur­fens in der West­li­chen He­mi­sphä­re, ins­be­son­de­re in Ka­li­for­ni­en, wo 11 die be­rühm­te Rock Grup­pe The Beach Boys ent­stand, die ein Mu­sik­gen­re und ei­ne Kul­tur ein­führ­te, die eben­falls Surf be­nannt wur­de. Die­ses war seit Ur­zei­ten ei­ne sport­li­che Be­tä­ti­gung ge­we­sen, bei der auf den Wel­len des Mee­res ent­lang ge­glit­ten wird und die zu Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts in Ha­waii wie­der auf­ge­nom­men wor­den war.

Die Ti­ki Kul­tur wird mit ei­ner un­ge­zwun­ge­nen Am­bi­en­tie­rung ver­voll­stän­digt, die von rus­ti­ka­len Holz­bau­ten, Korb­mö­beln, ty­pi­schen Spei­sen und präch­ti­ger Klei­dung so­wie un­ge­wöhn­li­chen Cock­tails be­stimmt ist. Zu­be­rei­tet auf Grund­la­ge von Rum, Li­kö­ren, Früch­ten und Blu­men wer­den die­se in reich­lich ver­zier­ten Ge­fä­ßen mit den At­tri­bu­ten von To­tems ser­viert und un­ter Ein­hal­tung ver­schie­de­ner Ri­ten kon­su­miert. Ur­sprüng­lich wur­den auch exo­ti­sche Si­rups ver­wen­det, de­ren Re­zep­te in vie­len Fäl­len noch im­mer Ge­heim­nis­se sind. Dies al­les wird von der Üp­pig­keit der Na­tur der Tro­pen und dem of­fe­nen Lä­cheln der Ha­waii­aner be­glei­tet.

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