La­schet ver­län­gert Lock­down für Gü­ters­loh

Ös­ter­reich nimmt ge­ne­rel­le Rei­se­war­nung für Nord­rhein-West­fa­len zu­rück

Kieler Nachrichten - - POLITIK - VON CARS­TEN LINNHOF

DÜS­SEL­DORF. Nach dem Co­ro­na-Aus­bruch beim Fleisch­ver­ar­bei­ter Tön­nies bleibt das öf­fent­li­che Le­ben im Kreis Gü­ters­loh für ei­ne wei­te­re Wo­che bis zum 7. Ju­li ein­ge­schränkt. Der Land­kreis Wa­ren­dorf da­ge­gen kann auf­at­men. Dort lau­fen die Ein­schrän­kun­gen um null Uhr in der Nacht zu Mitt­woch aus, wie NRW-Mi­nis­ter­prä­si­dent Ar­min La­schet (CDU) ges­tern in Düs­sel­dorf sag­te.

Das Ro­bert-Koch-In­sti­tut hat­te in der Nacht zu Mon­tag neue Zah­len zur so­ge­nann­ten Sie­ben-Ta­ge-In­zi­denz ver­öf­fent­licht. So liegt im Kreis Gü­ters­loh die Kenn­zif­fer der Neu­in­fek­tio­nen pro 100000 Ein­woh­ner in­ner­halb der ver­gan­ge­nen sie­ben Ta­ge noch deut­lich über der Mar­ke von 50. Dem­nach setz­te sich nach sehr ho­hen Wer­ten durch den Co­ro­na-Aus­bruch beim Fleisch­ver­ar­bei­ter Tön­nies der Ab­wärts­trend fort. Im Kreis Wa­ren­dorf war die wich­ti­ge Kenn­zif­fer für die Pan­de­mie­be­kämp­fung schon am Frei­tag mit 47,9 Neu

in­fek­tio­nen pro 100000 Ein­woh­ner in den ver­gan­ge­nen sie­ben Ta­gen un­ter die wich­ti­ge Mar­ke von 50 ge­fal­len. Nach Da­ten von Mon­tag liegt der Wert ak­tu­ell bei 22,0 Fäl­len.

La­schet zu­fol­ge ist nach dem Co­ro­na-Aus­bruch bei Tön­nies das Vi­rus nach Ein­schät­zung der NRW-Lan­des­re­gie­rung kaum auf die sons­ti­ge Be­völ­ke­rung über­ge­sprun­gen. Wenn man die Tön­nies-Be­schäf­tig­ten her­aus­rech­ne, ha­be die wich­ti­ge Kenn­zif­fer der

Neu­in­fek­tio­nen pro 100000 Ein­woh­ner in­ner­halb der ver­gan­ge­nen sie­ben Ta­ge im Kreis Gü­ters­loh bei 22,5 ge­le­gen. In ei­nem Un­ter­neh­men in So­lin­gen soll es nach In­for­ma­tio­nen der „Rhei­ni­schen Post“ei­nen Co­ro­na-Aus­bruch mit bis­her 22 In­fi­zier­ten ge­ge­ben ha­ben.

Ös­ter­reich hat un­ter­des­sen die aus­ge­spro­che­ne ge­ne­rel­le Rei­se­war­nung für ganz Nord­rhein-West­fa­len zu­rück­ge­nom­men. Auch für Be­woh­ner der be­trof­fe­nen Region um die Groß­schlach­te­rei Tön­nies gel­te: Wer ei­nen ne­ga­ti­ven Co­ro­na-Test vor­wei­se, wer­de sei­nen Ur­laub in Ös­ter­reich an­tre­ten kön­nen, so die zu­stän­di­ge Mi­nis­te­rin Eli­sa­beth Kös­tin­ger.

Kri­tik gab es ges­tern an Bay­erns Stra­te­gie, Co­ro­na-Tests für je­der­mann an­zu­bie­ten. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) kri­ti­sier­te Mas­sen­tests oh­ne sys­te­ma­ti­sches Vor­ge­hen als nicht ziel­füh­rend und un­nö­ti­ge Be­las­tung. Bay­erns Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der wies das zu­rück.

Am Frank­fur­ter Flug­ha­fen wur­de ges­tern ein „Walk-in­Test­cen­ter“er­öff­net, das je­dem Rei­sen­den die Mög­lich­keit bie­tet, vor dem Start ei­nen Co­ro­na-Test zu ma­chen. Die der­zei­ti­ge Ka­pa­zi­tät be­tra­ge et­wa 300 Tests pro St­un­de, hieß es.

Seit Be­ginn der Co­ro­naPan­de­mie sind US-Wis­sen­schaft­lern zu­fol­ge welt­weit be­reits mehr als 500000 Men­schen nach ei­ner In­fek­ti­on mit dem Vi­rus ge­stor­ben. Das ging aus Da­ten der Johns-Hop­kin­sU­ni­ver­si­tät in Bal­ti­more her­vor.

FO­TO: F. GAMBARINI/DPA

Lock­down ver­län­gert: NRW-Mi­nis­ter­prä­si­dent Ar­min La­schet (vorn) und der Gü­ters­lo­her Land­rat Sven-Ge­org Ade­nau­er.

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