Den Ball im Blick

Kruschelpost - - SPORT -

Ge­ra­de ist ei­nes der be­rühm­tes­ten Ten­nis-Tur­nie­re der Welt zu En­de ge­gan­gen. Viel­leicht hast du schon mal da­von ge­hört – es heißt Wim­ble­don (ge­spro­chen: wim­beldn). Wim­ble­don ist ein Stadt­teil von Lon­don in En­g­land. An­ja Küh­ne aus Ber­lin war auch da­bei. Sie ist aber kei­ne Spie­le­rin, son­dern Li­ni­en­rich­te­rin. Die 39-Jäh­ri­ge hat Klecks Kle­ver von ih­rem auf­re­gen­den Job er­zählt.

Was ist die Auf­ga­be ei­nes Li­ni­en­rich­ters beim Ten­nis?

An­ja: „Man muss wäh­rend des Mat­ches die Bäl­le be­ob­ach­ten, die von den Spie­lern ge­schla­gen wer­den. Dann muss man ent­schei­den, ob der Ball im Feld ist oder au­ßer­halb.“

Wie vie­le Li­ni­en­rich­ter gibt es bei den Spie­len in Wim­ble­don?

An­ja: „Auf den gro­ßen Plät­zen gibt es neun, al­so für je­de Li­nie ei­nen. Auf den klei­nen Plät­zen gibt es nur sie­ben. Das heißt: Da muss man sich dann wäh­rend des Ball­wech­sels von ei­ner Li­nie zur an­de­ren be­we­gen.“

Kann man die schnel­len Bäl­le über­haupt ver­fol­gen?

An­ja: „Das ist schon re­la­tiv schwie­rig, weil man in­ner­halb kür­zes­ter Zeit ent­schei­den muss: Ist der Ball auf der Li­nie oder nicht? Je schnel­ler die Pro­fis spie­len, um­so schwie­ri­ger ist es. Al­so bei den Män-nern ist es noch schwie­ri­ger.“

Was machst du, wenn du un­si­cher bist?

An­ja: „Dann sagt man lie­ber nichts, als dass man fälsch­li­cher­wei­se ,Aus’ ruft und vom Schieds­rich­ter über­stimmt wird. Das macht im­mer kei­nen so gu­ten Ein­druck.“

Hast du denn schon mal falsch ge­le­gen?

An­ja: „Ja, je­der macht na­tür­lich Feh­ler. Wenn man Glück hat, wird es nicht ent­deckt, weil der Schieds­rich­ter auf dem Stuhl das auch nicht bes­ser sieht. Oder man wird vom Schieds­rich­ter über­stimmt, das ist dann Pech.“

Be­kommst du viel von den Ten­nis-Pro­fis mit?

An­ja: „Nicht wirk­lich. Na­tür­lich, sie ste­hen di­rekt vor ei­nem. Man ist al­so nur so ei­nen oder zwei Me­ter weit weg. Aber im Nor­mal­fall hat man kei­nen Kon­takt mit den Spie­lern. Manch­mal gu­cken sie ei­nen an, wenn sie der Mei-nung wa­ren, dass man falsch ent­schie­den hat.“

Fällt dir ein be­son­de­res Er­leb­nis mit ei­nem der Spie­ler ein?

An­ja: „Mir ist es vor Kur­zem pas­siert, dass ein Spie­ler mich um­ge­rannt hat, weil ich mehr oder

we­ni­ger im Weg ge­stan­den ha­be. Dann hat er sich ganz lieb ent­schul­digt. Das ma­chen die Spie­ler ja auch nicht mit Ab­sicht. Kon­takt ha­ben darf man mit den Spie­lern aber nicht, weil man neu­tral sein soll.“

Hast du schon mal ei­nen Ball ab­be­kom­men?

An­ja: „Ja, das kann durch­aus pas­sie­ren – weil man ein­fach zu lang­sam ist. Da­mit muss man rech­nen bei den schnel­len Auf­schlä­gen. Dann hat man ei­nen schö­nen blau­en Fleck.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.