Es wa­ren ein­mal ... Ku­rio­se Zei­ten Das biss­chen Was­ser auf den Schul­tern ...

Wis­sen Sie, was ein Fisch­bein­rei­ßer mach­te? Frü­her gab es selt­sa­me Pro­fes­sio­nen. Man­che ha­ben sich bis heute in un­se­rem Sprach­ge­brauch er­hal­ten.

Landfrau - - LANDFRAN DAZUMAL - TEXT: RE­DAK­TI­ON • FO­TOS: MORPHART/FO­TO­LIA.COM

HUT AB IM DUT­ZEND

Stroh­hü­te wur­den frei Haus ins Dorf ge­lie­fert. Mit da­bei war stets die Waa­ge, um die ba­re Münze ab­zu­wie­gen, die der Ver­käu­fer mit sei­ner Wa­re ver­dien­te.

WI­DER DEN DURST

Das küh­le Nass war da­mals so kost­bar wie heute. Des­halb lohn­te es sich für Hau­sie­rer, es mit sich her­um­zu­schlep­pen. Ih­re Be­häl­ter ge­hör­ten zu den Früh­for­men un­se­rer heu­ti­gen Ruck­sä­cke.

LOTTOSCHEIN GE­FÄL­LIG?

Das Lot­te­rie­we­sen ent­wi­ckel­te sich be­reits im Ita­li­en des 15. Jahr­hun­derts. Ur­sprüng­lich als Wahl­me­tho­de ge­nutzt, um durch Zie­hung die neu­en Stadt­rä­te zu er­mit­teln, wur­de dar­aus in Kombination mit dem re­gen Wett­we­sen bald das Lot­to­spiel.

WAS DARF’S DENN SEIN, EI­NE NA­DEL VIEL­LEICHT?

Na­deln gab es da­zu­mal noch nicht im Zeh­ner­pack im Kauf­haus. Bis weit ins 19. Jahr­hun­dert zo­gen Händ­ler mit in Pa­pier ge­steck­ten Na­deln von Haus zu Haus, da­mals ein kri­sen­si­che­res Ge­schäft.

In ei­nen Ei­mer passt viel Was­ser, noch mehr passt in zwei. Des­halb zog die Kü­chen­magd frü­her mit ei­ner aus­ge­tüf­tel­ten Stel­la­ge zum Brun­nen, um das Was­ser für den Haus­halt her­an­zu­schaf­fen. In Zei­ten, in de­nen flie­ßend Was­ser ein fer­ner Traum der Zu­kunft war, wur­de je­der Li­ter auf die­se mü­he­vol­le Wei­se trans­por­tiert.

QUACKSALBER & GESUNDMACHER

Bis heute hat sich die we­nig schmei­chel­haf­te Be­zeich­nung in un­se­rem Sprach­ge­brauch er­hal­ten. Da­zu­mal mein­te sie ei­nen mehr oder min­der kun­di­gen Kur­pfu­scher, der durch die Dör­fer zog, um Zäh­ne zu zie­hen und sei­ne Tink­tu­ren an­zu­prei­sen. Schon da­mals galt je­doch der Be­such beim Arzt als die er­folg­ver­spre­chen­de­re Me­tho­de, Krank­hei­ten los­zu­wer­den.

BUN­TE BIL­DER

Un­ter­hal­tung muss­te auch da­mals sein. Die Zau­ber­la­ter­ne (la­ter­na ma­gi­ca) , ein Pro­jek­ti­ons­ge­rät, war vom 17. Jahr­hun­dert an über­all in Eu­ro­pa be­kannt. Schau­stel­ler zo­gen mit ihr durch die Lan­de.

FISCHBEINE REISSEN FÜR DIE SCHÖN­HEIT

Da­mit die Da­men glän­zen konn­ten, muss­ten Ar­bei­ter im Ha­fen tüch­tig schuf­ten: Sie zer­klei­ner­ten die wi­der­stands­fä­hi­gen Bar­ten von Wa­len, die dann zu Kor­setts ver­ar­bei­tet wur­den; sie steck­ten aber auch in Reif­rö­cken, Son­nen­schir­men, Hü­ten, Schu­hen und Puff­är­meln. Es gab al­so reich­lich zu tun für Fisch­bein­rei­ßer. Erst im 20. Jahr­hun­dert starb der Be­rufs­stand aus.

Sau­rer Se­gen

Nicht nur das Was­ser kam di­rekt an die Haus­tür, auch der Es­sig, der für die Halt­bar­keit von Spei­sen da­mals noch ei­ne viel grö­ße­re Be­deu­tung hat­te als heute. Der sau­re Se­gen wur­de im Holz­fass trans­por­tiert.

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