In­ter­view

Mit Ju­lia Rom­eiß

Landhaus Living - - SELBST GEMACHT -

JR: So ein gro­ßer Spa­gat ist es gar nicht. Im Grun­de ent­wer­fe ich für bei­de Be­rei­che Mar­ken und Kom­mu­ni­ka­ti­on – ein­mal im gro­ßen und meist et­was nüch­ter­nen Stil, ein­mal klein und per­sön­lich. Für mich ist es eher Aus­gleich als Ge­gen­satz. JR: Weil man hier z. B. Druck­ver­fah­ren wie Let­ter­press oder Sieb­druck an­wen­den kann, die sich für gro­ße Kun­den oft nicht loh­nen. Das schät­ze ich sehr. JR: Ich selbst bin noch nicht ver­hei­ra­tet, war aber schon drei­mal Trau­zeu­gin und ha­be an die 100 Hoch­zeits­aus­stat­tun­gen ge­stal­tet so­wie di­ver­se Fo­to­shoo­tings mit­be­treut, da­her ha­be ich ei­ne ganz gu­te Vor­stel­lung. Bei mei­ner ei­ge­nen Hoch­zeit wä­re es mir be­son­ders wich­tig, mit lie­ben Men­schen, die mir am Her­zen lie­gen, zu fei­ern, mit gu­ter Mu­sik, gu­tem Es­sen und na­tür­lich auch je­der Men­ge Do-it-yours­elf-De­ko. JR: Ganz ehr­lich: Ich kann das ei­gent­lich noch gar nicht so recht glau­ben. Es ist wirk­lich ein gro­ßes Glück, dass ich die­ses Pro­jekt ma­chen konn­te und al­les so toll funk­tio­niert hat. Es fühlt sich sehr gut an und hat mir wahn­sin­nig viel Spaß ge­macht. JR: Dass ich al­le Dis­zi­pli­nen selbst über­nom­men ha­be: Ich ha­be die Ide­en ent­wi­ckelt, al­les ge­bas­telt, die An­lei­tun­gen ge­schrie­ben, fo­to­gra­fiert und das Lay­out ge­stal­tet. Wenn mich mein Freund und vie­le an­de­re Men­schen nicht un­ter­stützt hät­ten, hät­te es wohl nicht so pro­blem­los ge­klappt. JR: Up­cy­cling ist gera­de in al­ler Mun­de. Din­ge wie­der­zu­ver­wer­ten, die man ei­gent­lich weg­ge­wor­fen hät­te, und die­se durch DIY auf­zu­wer­ten, hal­te ich für sehr zeit­ge­mäß. Ich ha­be vor ei­ni­ger Zeit ei­ne Pflan-

Als De­si­gne­rin ent­wirfst du Wer­be­ma­te­ri­al für gro­ße Un­ter­neh­men und ge­stal­test gleich­zei­tig Hoch­zeits­pa­pe­te­rie für Pri­vat­leu­te. Wie meis­terst du die­sen Spa­gat?

War­um aus­ge­rech­net Hoch­zeits­pa­pe­te­rie? Wie sieht für dich per­sön­lich die per­fek­te Hoch­zeit aus? Im Ok­to­ber er­schien dein ers­tes Buch. Wie fühlt es sich an, Au­to­rin zu sein? Was war die größ­te Her­aus­for­de­rung bei die­sem Pro­jekt? Wie der Buch­ti­tel „Up­cy­cling“be­reits ver­rät, nutzt du al­te Ma­te­ria­li­en, um neue Dekoideen zu ge­stal­ten. Wie kam es da­zu?

zen­ta­sche aus al­ten Tü­ten ge­näht und die­se auf mei­nem Blog vor­ge­stellt. Da­durch ist der Ver­lag auf mich auf­merk­sam ge­wor­den. Für den Vor­schlag, ein Up­cy­cling-Buch zu ma­chen, war ich gleich Feu­er und Flam­me.

Wo­her be­kommst du dei­ne Ide­en, was in­spi­riert dich?

JR: Ich ver­rei­se ger­ne und ver­su­che im­mer, mit of­fe­nen Au­gen durchs Le­ben zu ge­hen. In­spi­rie­rend kann ein Spa­zier­gang durch ei­ne frem­de Stadt sein oder in der ei­ge­nen Hei­mat­stadt nicht im­mer den ge­wohn­ten Weg zu ge­hen. Na­tür­lich bin ich auch viel auf Blogs und Pin­te­rest un­ter­wegs – au­ßer­dem bin ich ein Ma­ga­zin-Jun­kie und lie­be es, in Zeit­schrif­ten zu stö­bern.

Ne­ben dei­nem Job als De­si­gne­rin und Buch­au­to­rin hast du auch ei­nen ei­ge­nen Blog. Wie schaffst du das al­les?

JR: Na ja, das al­te Sprich­wort „selbst­stän­dig = selbst und stän­dig“kann ich voll und ganz un­ter­schrei­ben. Ei­ne strik­te Tren­nung zwi­schen Ar­beit und Pri­vat­le­ben gibt es nicht, weil sich vie­le Be­rei­che über­schnei­den. Aber da die meis­ten Din­ge, an de­nen ich ar­bei­te, auch sehr viel Spaß ma­chen, gibt mir das im­mer wie­der neue Kraft.

Gibt es Pro­jek­te, die du un­be­dingt noch rea­li­sie­ren möch­test?

JR: Frü­her ha­be ich im­mer da­von ge­träumt, Aus­stel­lun­gen zu ge­stal­ten, da ich es wich­tig fin­de, durch De­sign den Men­schen ei­nen Mehr­wert mit­zu­ge­ben und nicht ein­fach „hüb­sche Din­ge“zu ma­chen. Mit dem Buch­pro­jekt ha­be ich auf je­den Fall auch schon ei­nen Traum ver­wirk­licht. Ich könn­te mir vor­stel­len, in Zu­kunft mehr Do-it-yours­elf-Work­shops an­zu­bie­ten oder auch das The­ma Aus­stel­lung mit DIY zu ver­bin­den – denn Bas­teln macht glück­lich!

Als Wohn­zeit­schrift sind wir na­tür­lich neu­gie­rig: Wie wohnst du?

JR: Wir be­woh­nen ei­ne klei­ne, aber sehr fei­ne Alt­bau­woh­nung in Mün­chen. Dar­in fin­den sich De­si­gn­klas­si­ker, aber auch vie­le Mö­bel, die wir selbst ge­baut ha­ben oder die mein Freund, der als Pro­dukt­de­si­gner ar­bei­tet, ent­wor­fen hat. Au­ßer­dem ha­ben wir bei­de ei­ne Schwä­che für Prints und Gra­fi­ken so­wie un­se­re Samm­lung von al­ten Po­la­ro­id­ka­me­ras, die ste­tig wächst.

Hast du ei­nen Lieb­lings­raum zu Hau­se?

JR: Im Som­mer ist es de­fi­ni­tiv un­ser Bal­kon. Ich lie­be es, zu gärt­nern und kau­fe Un­men­gen von Pflan­zen. Hier mor­gens den Tag mit ei­nem Milch­kaf­fee zu be­gin­nen, ist für mich das Größ­te! Nicht nur im Win­ter ist mein zwei­ter Lieb­lings­raum die Kü­che, weil ich sehr ger­ne ba­cke und ko­che. Wir ha­ben oft Freun­de zu Be­such, mit de­nen wir hier stun­den­lang sit­zen und re­den.

Was war das letz­te Mö­bel­stück oder Woh­nac­ces­soire, das du ge­kauft hast?

JR: Ei­ne Po­la­ro­id SX70 Land Ca­me­ra für

un­se­re Samm­lung.

Pflegt ihr be­stimm­te Tra­di­tio­nen, auf die du nicht ver­zich­ten möch­test?

JR: Seit ich ein Kind bin, gibt es bei uns an Hei­lig­abend Fon­due – und auch wirk­lich nur an die­sem ei­nen Tag im Jahr. Au­ßer­dem ist es mir wich­tig, zu­sam­men in die Kir­che zu ge­hen. Das ge­hört un­be­dingt da­zu.

Bald ist Weih­nach­ten – wie ver­bringst du die Fest­ta­ge?

JR: Ganz tra­di­tio­nell mit der Fa­mi­lie in mei­ner al­ten Hei­mat. Und na­tür­lich mit gu­tem Es­sen und vie­len Freun­den, die wäh­rend der Fei­er­ta­ge auch wie­der im Lan­de sind.

„Up­cy­cling. Aus alt mach neu: 70 krea­ti­ve Ide­en zum Sel­ber­ma­chen“(19,99 Eu­ro) von Ju­lia Rom­eiß er­scheint im BLV-Ver­lag. Mehr In­fos: www.eins­tu­eck­vomglu­eck.com

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