Ein Häu­schen wie aus Zu­cker

Landhaus Living - - LANDHAUS - TEXT Kers­tin Her­me­lin, Chris­ti­na Reu­ter • FO­TOS So­fi Syk­font/Hou­se of Pictures

Pünkt­lich zum ers­ten Ad­vent fla­ckert im Zu­hau­se von Jes­si­ca Jo­wi­lin nicht nur die ers­te Ker­ze: Auch im Back­ofen der Ca­fé­be­trei­be­rin brennt jetzt im­mer ein Licht.

Man kau­fe ein in die Jah­re ge­kom­me­nes Schwe­den­haus, re­no­vie­re es und mi­sche das Gan­ze mit ei­ner gro­ßen Pri­se Nost­al­gie – so lau­tet das per­sön­li­che Wohn­re­zept von Jes­si­ca Jo­wi­lin. Be­ruf­lich be­treibt sie in der Kle­in­stadt En­köping ein ge­müt­li­ches Ca­fé na­mens „Tant Gre­de­lin“, des­sen Stamm­kund­schaft nicht nur für die sinn­lich-sü­ßen Saf­ran­tört­chen Schlan­ge steht. Die Zu­cker­werk­statt der jun­gen Mut­ter be­fin­det sich in der Sand­ga­tan 29, in ei­nem der äl­tes­ten Häu­ser der Stadt, das mit uri­gen Holz­bän­ken so­wie al­ten schwe­di­schen Tapeten lie­be­voll de­ko­riert ist und wo die Be­die­nun­gen rot-weiß ka­rier­te Schür­zen tra­gen. Pas­send da­zu setzt Jes­si­ca ih­re ku­li­na­ri­schen Krea­tio­nen mit viel Lie­be in Sze­ne: Kaf­fee und Tee wer­den in ver­schnör­kel­ten Vintage-Kan­nen, Ku­chen und Ge­bäck auf hüb­schen Tel­lern ser­viert. „Egal ob Tas­sen, Tel­ler oder Kan­nen – ich lie­be al­tes Por­zel­lan!“, er­klärt sie mit ei­nem brei­ten Grin­sen. Seit mitt­ler­wei­le sechs Jah­ren wid­met sich die Un­ter­neh­me­rin der sü­ßen Sei­te des Le­bens, in de­ren Ge­nuss auch Ehe­mann Hen­rik und

Hya­zin­then blü­hen in je­dem Raum

Spiegel re­flek­tie­ren das Ker­zen­licht

Toch­ter Noe­lia re­gel­mä­ßig kom­men. Denn so­bald in der Back­stu­be des „Tant Gre­de­lin“die letz­ten Lich­ter aus­ge­hen, zieht es Jes­si­ca zu­rück ins länd­li­che Lill­kyr­ka, wo vor ih­rem klei­nen, rot-wei­ßen Holz­häus­chen schon er­war­tungs­voll meh­re­re La­ter­nen bren­nen. Ty­pisch für schwe­di­sche An­we­sen die­ser Art, dient die ver­glas­te Veran­da mit ih­ren hüb­schen Spros­sen­fens­tern gleich­zei­tig auch als Ein­gangs­be­reich. Ei­ne al­te Holz­bank, die Jes­si­ca pas­send zur Jah­res­zeit in fest­li­chem Rot her­ge­rich­tet hat, er­leich­tert vor al­lem wäh­rend der schnee­rei­chen Win­ter­mo­na­te den ob­li­ga­to­ri­schen Schuh­wech­sel, um da­nach mög­lichst schnell in das vor­ge­wärm­te Wohn­zim­mer über­sie­deln zu kön­nen. Zwei Holz­öfen und die Backlei­den­schaft der Haus­her­rin sor­gen da­für, dass es bei den Jo­wi­lins im­mer wun­der­bar ein­la­dend und ge­müt­lich ist. „Wir ha­ben im Wohn­zim­mer ei­nen al­ten, schwe­di­schen Ka­chel­ofen in­stal­lie­ren las­sen, der jetzt im Win­ter auf Hoch­tou­ren läuft – ein­mal be­heizt, ver­sorgt er näm­lich fast das ge­sam­te Haus mit Wär­me. Zum Glück zählt das Holz­ha­cken zu Hen­riks Auf­ga­ben“, er­klärt Jes­si­ca schmun­zelnd. Im Ge­gen­zug hat sie bei der

Rot-Weiß trifft auf sat­tes Grün: Jes­si­cas Weih­nachts­de­ko stammt häu­fig aus dem ei­ge­nen Gar­ten

Ein­rich­tung gan­ze Ar­beit ge­leis­tet – auch wenn die mas­si­ve Bau­wei­se des Hau­ses öf­ter mal zur Ge­dulds­pro­be wur­de: „Wir woll­ten zwi­schen Ess- und Wohn­zim­mer ger­ne ein gro­ßes, al­tes Fens­ter ein­set­zen. Es hat uns un­glaub­lich viel Kraft ge­kos­tet, mit der Sä­ge ei­ne pas­sen­de Öff­nung in der Bal­ken­kon­struk­ti­on zu schaf­fen. Ge­lohnt hat es sich aber trotz­dem, denn wenn wir heu­te Freun­de und Fa­mi­lie ein­la­den, kön­nen un­se­re Gäs­te in bei­den Räu­men sit­zen, oh­ne sich iso­liert zu füh­len. Selbst das Knis­tern des Ka­min­feu­ers dringt so bis in das Ess­zim­mer.“Um mehr Platz zu schaf­fen, bau­te das Paar au­ßer­dem den Dach­bo­den aus, strich sämt­li­che Holz­ver­tä­fe­lun­gen weiß und brach­te an ein­zel­nen Wän­den nost­al­gi­sche Tapeten der schwe­di­schen Mar­ke Boråsta­pe­ter an, die für Vintage-Fan Jes­si­ca wie ge­macht sind. Wie in ih­rem Ca­fé lebt sie ihr Fai­b­le für al­te Mö­bel und ver­träum­te De­koac­ces­soires auch zu Hau­se voll aus. Von be­tag­ten Holz­ti­schen mit Patina über ro­man­ti­sche Kron­leuch­ter bis hin zu ver­schnör­kel­ten Sup­pen­ter­ri­nen, die kur­zer­hand zum Blu­men­topf um­funk­tio­niert wer­den – Spür­na­se Jes­si­ca ent­geht sel­ten et­was: „Un­ser wun­der­schö­nes, al­tes Kla­vier mit den Lö­wen­fü­ßen stammt vom städ­ti­schen Sperr­müll, hat da­für aber auch ei­nen Ha­ken: Es wiegt über 600 Ki­lo­gramm und wir be­nö­tig­ten sechs kräf­ti­ge Män­ner, um es bis nach Hau­se zu trans­por­tie­ren. Be­reut ha­be ich es aber den­noch nicht“, er­klärt die Haus­her­rin ver­gnügt. So lie­be­voll die 33-Jäh­ri­ge je­den Raum auch mit Tan­nen­zwei­gen, ver­spiel­ten Lich­ter­ket­ten und selbst ge­mach­ten Krän­zen ge­schmückt hat – die ge­müt­lich ein­ge­rich­te­te Kü­che mit ih­rem tra­di­tio­nel­len Holz­ofen hängt ihr ganz be­son­ders am Her­zen. „Ich ba­cke auch in mei­ner Frei­zeit lei­den­schaft­lich ger­ne und für mich gibt es nichts Schö­ne­res, als wenn das gan­ze Haus nach Zimt und frisch ge­ba­cke­nen Leb­ku­chen duf­tet. Noe­lia ist mit ih­ren an­dert­halb Jah­ren zwar noch et­was zu klein, aber wer weiß, viel­leicht kön­nen wir über­nächs­tes Weih­nach­ten schon das ers­te Leb­ku­chen­haus ge­mein­sam de­ko­rie­ren.“

DURCH­BLICK Ein Fens­ter ver­bin­det Wohn- und Ess­zim­mer auf un­ge­wöhn­li­che Wei­se.

DEKOWIESE Für das ver­schnör­kel­te Ta­ges­bett hat Jes­si­ca Kis­sen­be­zü­ge aus al­ten Tisch­läu­fern ge­näht.

HAR­MO­NIE Holz­bo­den und -de­cke pas­sen ide­al zu den wei­ßen Tü­ren.

HAUCH­ZART Ge­hä­kel­te Spit­zen­de­cken zie­ren die Kü­che.

NACH­WUCHS Auch Töch­ter­chen Noe­lia hat die Backlei­den­schaft ge­erbt.

Ach­tung, frisch ge­stri­chen!

Wie im rest­li­chen Haus hat Jes­si­ca auch in ih­rer Kü­che zum Farb­ei­mer ge­grif­fen. Zu­sätz­lich wur­den die be­tag­ten Kie­fern­holz­schrän­ke mit neu­en Grif­fen ver­se­hen.

Das Ess­zim­mer der Jo­wi­lins ...

ist in hel­lem Weiß ge­hal­ten, wirkt da­bei aber al­les an­de­re als kühl. Die al­ten Die­len und mas­si­ven De­cken­bal­ken ver­lei­hen dem Raum ei­ne ge­hö­ri­ge Por­ti­on Wär­me, das gro­ße Ver­bin­dungs­fens­ter fun­giert als zu­sätz­li­che Ta­ges­licht­quel­le.

EIN­GE­MACHT Fich­ten­spit­zen

kom­men in of­fe­nen Weck­glä­sern toll zur

Gel­tung.

EMP­FANG Den Ein­gangs­be­reich de­ko­riert Jes­si­ca im­mer pas­send zur Jah­res­zeit.

BLICK­FANG im Dach­ge­schoss:

die nost­al­gi­schen Tapeten.

EIN­LA­DEND Der lie­be­voll de­ko­rier­te Haus­ein­gang im Win­ter.

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