Un­ter­schlupf im Schnee

Landhaus Living - - INHALT - TEXT C. Björ­ken­dahl, N. End­res • FO­TOS T. Kai­ta­lo/Hou­se of Pictures

In ih­rem ku­sche­li­gen, klei­nen Fe­ri­en­do­mi­zil ge­nie­ßen An­ni­na und Ari die Win­ter­zeit.

Der fin­ni­sche Win­ter ist lang, doch An­ni­na und Ari ge­nie­ßen die Wo­che­n­en­den, die sie in ih­rem au­ßer­ge­wöhn­li­chen Fe­ri­en­haus ver­brin­gen.

Der klei­ne Flur ist Dreh- und An­gel­punkt

Mit­ten in ei­nem tief ver­schnei­ten Wald­stück steht das klei­ne, ro­te Häu­schen von An­ni­na und Ari. Hier in Finn­land ist die kal­te Jah­res­zeit be­son­ders lang, doch das Paar hat sich ei­ne ge­müt­li­che Oa­se ge­schaf­fen, in der man selbst den här­tes­ten Win­ter ge­nie­ßen kann. Vie­le fin­ni­sche Fa­mi­li­en be­sit­zen ein Zweit­haus, das sie im Som­mer als Fe­ri­en­do­mi­zil nut­zen. Ei­ni­ge su­chen auch im Win­ter ei­nen Platz zum Ent­span­nen und Er­ho­len – so wie An­ni­na und Ari. Schon seit vie­len Jah­ren fah­ren sie am Wo­che­n­en­de zu­sam­men mit den Kin­dern Max und Alek­si in ihr 90 Qua­drat­me­ter gro­ßes, ro­tes Holz­haus. Mit dem Au­to dau­ert es nicht lan­ge, um von Lah­ti, wo die Fa­mi­lie un­ter der Wo­che wohnt, hier­her­zu­ge­lan­gen. Das klei­ne Holz­häus­chen wur­de im aus­ge­hen­den 19. Jahr­hun­dert als An­bau er­rich­tet und zum Wä­sche­wa­schen ge­nutzt. Die al­te Bau­wei­se stell­te Ari bei der Re­no­vie­rung vor so man­che Her­aus­for­de­rung: „Das mit Sand und Moos iso­lier­te Dach­ge­schoss zu mo­der­ni­sie­ren, war die Her­aus­for­de­rung schlecht­hin. Es hat ei­ne hal­be Ewig­keit

„Wir Fin­nen lie­ben die kal­te Jah­res­zeit“

Kon­tras­te sor­gen für Span­nung

ge­dau­ert, die Mas­sen an Bau­schutt ab­zu­tra­gen und dann wie­der Ord­nung in das Cha­os zu brin­gen“, er­in­nert sich Ari. Um den tra­di­tio­nel­len und rus­ti­ka­len Charme zu er­hal­ten, wur­den die al­ten Dach­bal­ken in das mo­der­ne In­te­ri­eur in­te­griert. Im un­te­ren Stock­werk wur­de die dun­kel ver­färb­te Holz­de­cke mit ei­ner dün­nen Schicht Far­be ge­stri­chen. Die al­ten, mod­ri­gen Die­len wur­den durch hel­len, pfle­ge­leich­ten La­mi­nat­bo­den er­setzt, der die Zim­mer op­tisch grö­ßer und freund­li­cher wir­ken lässt. Um die Ein­rich­tung hat sich An­ni­na ge­küm­mert: „Ich mag es zeit­los und har­mo­nisch und ha­be dar­auf ge­ach­tet, die Räu­me schön hell zu ge­stal­ten. Hier im Nor­den ha­ben wir we­ni­ger Ta­ges­licht als an­ders­wo, da muss man bei der Ein­rich­tung et­was trick­sen“, er­klärt sie. Die wei­ßen Vorhänge im Wohn­zim­mer bei­spiels­wei­se schüt­zen zwar vor Bli­cken, sind aber licht­durch­läs­sig und ver­dun­keln den Raum nicht. Au­ßer­dem hat An­ni­na mit Farb- und Ma­te­ri­al­kon­tras­ten ge­ar­bei­tet, um Span­nung in das In­te­ri­eur zu brin­gen: Schwarz wird mit Weiß kom­bi­niert, Holz mit Glas oder Ei­sen. Ob­wohl das Haus kom­pakt und klein ist, hat die Fa­mi­lie auf den zwei Eta­gen al­les, was nö­tig ist: Au­ßer den Schlaf­zim­mern gibt es noch ei­ne klei­ne Kü­che, ein Bad mit an­gren­zen­der Sau­na und ein ge­müt­li­ches

Ruhe & Har­mo­nie als Wohn­mot­to

Ess­zim­mer, das in den Wohn­be­reich mit sei­nem uri­gen Ka­min über­geht. Vom Ess­tisch aus hat man ei­nen wun­der­vol­len Blick auf den See, der di­rekt vor dem Grund­stück liegt. Manch­mal kann Ari es selbst kaum glau­ben, dass aus dem ehe­ma­li­gen Wasch­häus­chen die­ses klei­ne Traum­haus wur­de, das für die bei­den ein un­ver­zicht­ba­rer Aus­gleich zum stres­si­gen All­tag ist. „Im Win­ter ge­hen wir Ski­fah­ren, im Som­mer schwim­men wir im See. Egal zu wel­cher Jah­res­zeit – hier ist es ein­fach im­mer schön“, sagt Ari. Drau­ßen be­ginnt es lang­sam zu tau­en und in der Va­se auf dem Tisch ste­hen schon die ers­ten Früh­blü­her. Doch wenn man mit ei­ner wär­men­den Tas­se Tee vor dem lo­dern­den Ka­min­feu­er sitzt und drau­ßen der ge­fro­re­ne See in der Son­ne glit­zert, dann kann die Win­ter­zeit ei­gent­lich gar nicht lan­ge ge­nug dau­ern.

GU­TES TEAM An­ni­na und Ari lie­ben ihr ku­sche­li­ges Nest im Schnee.

STAU­RAUM Die aus­zieh­ba­ren Schub

fä­cher un­ter der Trep­pe bie­ten Platz

für De­cken & Co.

LIEB­LIN­GE Die

fi­li­gra­nen, guss­ei­ser­nen Stüh­le ha­ben An­ni­na und Ari vor vie­len Jah

ren in Dä­ne­mark ge­kauft.

BLACK & WHI­TE Die schwar­ze Ar­beits­plat­te sogt für span­nen­de Kon­tras­te.

GRÜN­ZEUG Schnitt­blu­men ho­len an grau­en Win­ter­ta­gen das blü­hen­de Le­ben und Far­be ins Haus.

Lieb­lings­platz zum Auf­wär­men

Im Wohn­zim­mer ver­bringt die Fa­mi­lie die meis­te Zeit. Vor al­lem, wenn es drau­ßen stürmt oder schneit, ist der Raum mit dem gro­ßen Ka­min­ofen ein be­lieb­ter Zufluchts­ort.

Nor­di­sche Ge­müt­lich­keit

Das So­fa wird durch die flau­schi­gen Kis­sen und die De­cken noch hei­me­li­ger. Die Holz­bal­ken an der De­cke sind mit wei­ßer Far­be ge­stri­chen.

GE­GEN­SÄT­ZE Die schwar­ze Wand und die wei­ße De­cke be­to­nen die rus­ti­ka­len Holz­bal­ken.

DURCH­BLICK Sohn Max hat vom obe­ren Stock­werk aus al­les un­ter Kon­trol­le.

LE­SE­STOFF Im Wohn­zim­mer steht ein

Flecht­korb, in dem An­ni­na al­te Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten

sam­melt.

TRAUM­HAFT Das Schlaf­zim­mer von An­ni­na und Ari ist so ge­müt­lich, dass es den bei­den oft schwer­fällt, mor­gens auf­zu­ste­hen.

WELL­NESS­BE­REICH Die haus­ei­ge­ne Sau­na wird im Win­ter häu­fig ge­nutzt.

FEU­ER­HOLZ Ari sorgt da­für, dass drin­nen nie­mand frie­ren muss.

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