Land­haus mit Herz

Landhaus Living - - INHALT - TEXT Ca­mil­la Hyny­nen, Ka­ro­lin Kühl • FO­TOS Ca­mil­la Hyny­nen/Ina Agen­cy

Ganz im Wes­ten Finn­lands hat sich Fa­mi­lie Åman ein ge­müt­li­ches Nest ge­schaf­fen.

Uri­ge Ge­müt­lich­keit und ein mo­der­nes Fa­mi­li­en­le­ben in ih­rem neu­en Zu­hau­se zu ver­bin­den, war der Wunsch von Susanna und Fredrik Åman.

Fragt man Susanna und Fr edrik Åman wo sie le­ben, kann schnell Ver­wir­rung auf­kom­men. Denn die Ge­mein­de Mus­ta­saa­ri im äu­ßers­ten W es­ten Finn­lands ist zwei­spra­chig und auch be­kannt un­ter ih­rem schwe­di­schen Na­men Kor­sholm. Über 70 Pr ozent der Ein­woh­ner sind Finn­land­schwe­den, nur knapp ein Drit­tel spricht fin­nisch –so wie Fa­mi­lie Åman. Mit ih­ren bei­den klei­nen Töch­tern Mol­ly und Mai­ja lebt das Ehe­paar hier in ei­ner per­fek­ten Lan­didyl­le. Da­bei ist die nächs­te Stadt nur ei­nen St­ein­wurf ent­fernt. Die La­ge, aber vor al­lem der rus­ti­ka­le Charme des im 19. Jahr­hun­dert er­bau­ten Holz­hau­ses, ge­fie­len Susanna und Fredrik auf An­hieb. Und auch die Tat­sa­che, dass sie selbst nicht mehr viel an dem be­tag­ten Ge­bäu­de ma­chen muss­ten, denn die Vor­be­sit­zer hat­ten das Haus im Jahr 2000 be­reits um­fas­send re­no­viert. „Man sieht, dass die Ar­bei­ten mit viel Know­how und gu­te­mGe­schmack aus­ge­führt wur­den“, fin­det Fredrik. Das er­klärt auch, war­um sich un­ter der Ein­rich­tung der Åmans selbst heu­te noch ei­ni­ge Stü­cke ih­rer Vor­gän­ger fin­den. Ein gu­tes Bei­spiel da­für sind der an­ti­ke Ess­tisch und die da­zu­ge­hö­ri­gen Stüh­le. „Wir fan­den, dass die Mö­bel so schön har­mo­nisch in die­sen Raum mit sei­nem hell­braun la­ckier­ten Die­len­bo­den und der nost­al­gi­schen Mus­ter­ta­pe­te

Aus ei­ner Farb­fa­mi­lie Ver­schie­de­ne Braun- und Bei­ge­nu­an­cen sor­gen für Har­mo­nie in den Räu­men.

pas­sen“, er­klärt Susanna. In Stil­fra­gen sind sie und ihr Mann sich fast im­mer ei­nig. Bei­de lie­ben na­tür­li­che Far­ben und Ma­te­ria­li­en, aber auch prak­ti­sche Aspek­te spie­len für sie ei­ne gro­ße Rol­le. „Ich mag es, wenn es im Haus schön aufgeräumt und or­dent­lich ist“, ver­rät die zwei­fa­che Mut­ter. Da­mit das auch so bleibt, bringt sie ih­ren Kin­dern von An­fang an bei, wie man rich­tig auf­räumt. „Ich fin­de es wich­tig, dass die bei­den das von klein auf ler­nen.“Und so stellt sie am Abend, als Ri­tu­al vor dem Zu­bett­ge­hen, ge­mein­sam mit ih­ren bei­den Mäd­chen al­le Spiel­sa­chen wie­der zu­rück an ih­ren Platz. Das Spiel­zim­mer be­fin­det sich di­rekt ne­ben der ge­räu­mi­gen Kü­che, die das un­an­ge­foch­te­ne Herz­stück des Hau­ses ist. „Das ist ganz ty­pisch in Finn­land,

weil hier schon seit je­her der wär­men­de Ofen steht, und die rest­li­chen Räu­me da­mals gera­de im Win­ter eher un­ge­müt­lich wa­ren“, er­zählt Susanna. Die­ses Pro­blem hat die Fa­mi­lie heu­te zum Glück nicht mehr, da die meis­ten Räu­me bei der Re­no­vie­rung des Hau­ses mit ei­ner Fuß­bo­den­hei­zung aus­ge­stat­tet wur­den. Den­noch ge­nie­ßen die vier die uri­ge Ge­müt­lich­keit, die von der Feu­er­stel­le in der Kü­che aus­geht. Für Susanna ist es so­gar ihr liebs­ter Ort im gan­zen Haus. Wäh­rend sie beim Ko­chen und Ba­cken Entspannung fin­det und die Kin­der im Ne­ben­zim­mer fried­lich spie­len, tüf­telt der hand­werk­lich be­gab­te Fredrik lie­ber an ei­ner sei­ner neu­en Ide­en: Ein Freund, der aus weg­ge­wor­fe­nen Din­gen ein­drucks­vol­le Kun­st­ob­jek­te macht, brach­te Fredrik auf die Idee, sich mit Re­cy­cling zu be­schäf­ti­gen. Seit­her baut der Fa­mi­li­en­va­ter Lam­pen und an­de­re De­ko­ob­jek­te, die dem Haus ei­ne per­sön­li­che No­te ver­lei­hen. Auch Susanna hat ein Fai­b­le für Selbst­ge­mach­tes und lässt sich ger­ne von Wohn­zeit­schrif­ten und Blogs in­spi­rie­ren. Da­bei be­schränkt sie sich nicht nur auf den ro­man­ti­schen Landhausstil, son­dern kom­bi­niert ger­ne Al­tes mit neu­en Ele­men­ten. So wie im Wohn­zim­mer der Fa­mi­lie, das eher klas­sisch ein­ge­rich­tet ist. Hier ma­chen es sich Susanna und Fredrik am Abend ger­ne ge­müt­lich und ge­nie­ßen die Har­mo­nie in ih­rem lie­be­voll ein­ge­rich­te­ten Familiennest.

Alt & Neu ge­sellt sich gern Raue Scha­le, wei­cher Kern: Das uri­ge Haus bie­tet je­de Men­ge Wohn­kom­fort.

Ein Treff­punkt für

die gan­ze Fa­mi­lie

Die groß­zü­gi­ge Kü­che samt Ess­platz ist das Herz­stück des Hau­ses. Der Ka­min und ein tra­di­tio­nel­ler Holz­ofen sor­gen für ku­sche­li­ge Be­hag­lich­keit im Win­ter.

Su­san­nas Kochoase mit Land­h­aus­flair

Die Kü­chen­schrän­ke fer­tig­te der Vor­be­sit­zer des Hau­ses an. Der ho­he Tisch in der Mit­te des Rau­mes dient als zu­sätz­li­che Ar­beits- und Abla­ge­flä­che.

TON IN TON Mus­ter­ta­pe­te, Die­len­bo­den und Mö­bel sind in war­men Braun

tö­nen ge­hal­ten.

SITZ­ECKE Im Ge­gen­satz zum Rest des Hau­ses ist das Wohn­zim­mer eher klas­sisch mit mo­der­nen Ele­men­ten ein­ge­rich­tet. HOLZ­LA­GER Ei­ne gro­ße Kis­te wur­de auf Rä­der mon­tiert und dient nun als Ka­min­holz­stän­der.

FA­MI­LI­EN­FRÜH­STÜCK mit frisch ge­ba­cke­nem Brot und Mar­me­la­de.

Die Trep­pe ...

war beim Ein­zug dun­kel­blau ge­stri­chen. Susanna und Fredrik ent­schie­den sich für ein de­zen­tes Grau, das den Flur hel­ler wir­ken lässt.

Vintage-Traum mit Aus­blick

Die licht­durch­flu­te­te Veran­da des Hau­ses dient als ge­müt­li­cher Win­ter­gar­ten. An den Wän­den tum­meln sich al­ler­hand Floh­markt­fund­stü­cke, die dem Raum ei­ne nost­al­gi­sche At­mo­sphä­re ver­lei­hen.

SELBST GE­MACHT Die Buch­sta­ben über dem Bett ge­stal­te­te die Haus­her­rin mit­hil­fe der De­cou

pa­ge-Tech­nik.

LÜ­CKEN­FÜL­LER Der klei­ne Tisch im Re­tros­til steht in ei­ner Ni­sche im Flur. KIN­DER­REICH Die tra­di­tio­nell ge­stal­te­ten Ein­bau­bet­ten von Mol­ly und Mai­ja wa­ren be­reits vor­han­den. AUSSENANSICHT mit je­der Men­ge Charme: Das 1880 er­bau­te Holz­haus ist ein ech­tes Schmuck­stück.

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