Ge­lun­ge­ne Stil-Di­plo­ma­tie

Woh­nen wie al­le an­de­ren? Nichts für Mo­ni­ca. Mit ih­rem Mit­be­woh­ner An­ders er­stei­ger­te sie ein al­tes Stadt­haus in der Nä­he von Os­lo und re­no­vier­te es in Ei­gen­re­gie.

Landhaus Living - - INHALT - TEXT Ul­ri­ke Her­zog • FO­TOS Ire­ne Sand­ved Lun­de/ Hei­di Hol­ding

Woh­nen wie al­le an­de­ren? Nichts für Mo­ni­ca. Mit ih­rem Mit­be­woh­ner An­ders er­stei­ger­te sie ein al­tes Stadt­haus in der Nä­he von Os­lo.

Fünf Jah­re ist es her, dass Mo­ni­ca und An­ders den Zu­schlag für ihr klei­nes Stadt­haus in Ski be­ka­men. „Ich kann mich noch ge­nau an die­ses Glücks­ge­fühl er­in­nern – ich hat­te nicht da­mit ge­rech­net, da es ei­ni­ge Mit­bie­ter gab“, er­zählt Mo­ni­ca Fu­ru. „Ich rief so­fort mei­ne Mut­ter an und bat sie, sich im In­ter­net Fo­tos des Hau­ses an­zu­se­hen. Ih­re Re­ak­ti­on fiel al­ler­dings et­was an­ders aus als mei­ne“, lacht die jun­ge Mut­ter der ein­jäh­ri­gen Mia, „sie war to­tal ge­schockt, dass ich so ei­nen al­ten, ver­win­kel­ten Kas­ten kau­fen woll­te.“Ei­ni­ge Jah­re und ei­nen enor­men Berg Ar­beit, Pla­nung und Schutt spä­ter fällt die Mei­nung von Mo­ni­cas Mut­ter je­doch wie­der an­ders aus: „Mitt­ler­wei­le liebt sie un­ser Zu­hau­se und ver­bringt hier sehr viel Zeit, manch­mal so­gar et­was zu viel für mei­nen Ge­schmack“, scherzt die Nor­we­ge­rin. „Aber Spaß bei­sei­te: Sie be­wun­dert, was An­ders und ich aus dem her­un­ter­ge­kom­me­nen und eher un­schein­ba­ren Häu­schen ge­macht ha­ben.“Zu dritt le­ben sie auf 120 Qua­drat­me­tern. Ei­ne ganz nor­ma­le Fa­mi­lie eben, so könn­te man mei­nen. Der

Schein trügt: „Vie­le glau­ben, An­ders und ich wä­ren ein Paar. Sind wir aber nicht“, stellt Mo­ni­ca klar. „Wir ver­ste­hen uns gut und sind schon lan­ge be­freun­det. Als wir bei­de auf der Su­che nach ei­nem Haus wa­ren, gin­gen wir ein­fach zu­sam­men auf die Pirsch.“So gut sich die bei­den auch ver­ste­hen, bei der Re­no­vie­rung wa­ren sie sich nicht im­mer ei­nig. Wäh­rend Mo­ni­ca Wert auf De­tails, auf­ein­an­der ab­ge­stimm­te Far­ben und Mus­ter so­wie ei­ne ge­müt­li­che At­mo­sphä­re legt, ist An­ders der Mann fürs Gro­be und hat oft kei­nen Sinn für die Fein­hei­ten der Gestal­tung. „Wir be­ka­men uns hin und wie­der ganz schön in die Haa­re“, so Mo­ni­ca, die be­ruf­lich mit Ta­pe­ten und Stof­fen han­delt, „als An­ders ein­fach den schö­nen al­ten Holz­bo­den her­aus­rei­ßen woll­te, be­kam ich kurz ei­nen Tob­suchts­an­fall“, grinst sie, „glück­li­cher­wei­se hat­te er dar­auf­hin ein Ein­se­hen und wir ei­nig­ten uns, ihn weiß zu la­ckie­ren. Jetzt ge­fällt er uns bei­den. Meist ist es gar nicht so schwer, ei­ne Kom­pro­miss­lö­sung zu fin­den.“Wie schön die­se aus­se­hen kön­nen, ent­deckt man beim Gang durch die Räu­me, die in ei­nem Mix aus Re­tro und Mo­dern er­strah­len. Ge­lun­ge­ne Di­plo­ma­tie eben.

KUNSTSINN Mo­ni­ca liebt Kunst. Die Bil­der, die ihr Opa als jun­ger Stu­dent mal­te, na­tür­lich ganz be­son­ders.

LEICH­TIG­KEIT Hel­le Mö­bel, zar­te Ac­ces­soires und das na­tür­li­che Des­sin der Ta­pe­te ge­ben dem Raum ei­ne fri­sche, nost­al­gi­sche Aus­strah­lung.

ECHT CLE­VER Die Kü­che ver­strömt skan­di­na­vi­schen Mi­ni­ma­lis­mus: was täg­lich ge­braucht wird, fin­det in of­fe­nen Re­ga­len Platz.

ZUF­RIE­DEN Nach fünf Jah­ren ist Mo­ni­ca äu­ßerst glück­lich mit dem Look ih­res Hau­ses, auch wenn sie noch im­mer Plä­ne hat.

TRAUM­WELT Im Zim­mer der klei­nen Mia ließ Mo­ni­ca ih­rer Fan­ta­sie frei­en Lauf: Sie kom­bi­nier­te Erb­stü­cke mit neu­en Mö­beln von Ikea, die sie ab­wan­del­te.

TIE­RISCH Auf dem De­sign-Klas­si­ker von String dür­fen sich Tie­re tum­meln. An der Wand strahlt die sanf­te Ta­pe­te „Fal­ster­bo“von Boråsta­pe­ter.

AB­SCHIED Bald hat dem Flur das letz­te Stünd­lein ge­schla­gen: Er ist das nächs­te Pro­jekt der WG. Er soll grö­ßer und hel­ler wer­den.

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