Vol­ler Le­ben – Fin­ni­sches Feng-Shui

Far­ben, Blu­men und ein Kom­pass: Welch wich­ti­ge Rol­le die­se drei Ele­men­te in der Ein­rich­tung von Ai­no und Mikko spie­len, er­fah­ren wir bei ei­nem Be­such in ih­rem idyl­li­schen Fa­mi­li­en­reich.

Landhaus Living - - INHALT - TEXT Ana­bel Schleu­ning FO­TOS Kris­ta Kel­ta­nen, Fea­tu­res & Mo­re

Far­ben, Blu­men und Kom­pass – welch wich­ti­ge Rol­le die­se drei Ele­men­te für Ai­no und Mikko spie­len, er­fah­ren wir bei ei­nem Be­such.

Noch heu­te sieht man Ai­no häu­fig mit ei­nem Kom­pass in der lin­ken und ei­ner Farb­pa­let­te in der rech­ten Hand so­wie ei­ner Men­ge Feng Shui im Kopf durch ihr Haus wan­dern: in Ge­dan­ken ver­sun­ken und da­bei doch ge­lei­tet von ei­nem kla­ren Plan. Ihr Haus am Ran­de von Helsinki und sein Am­bi­en­te wer­den hier nicht dem Zu­fall über­las­sen. Ganz im Ge­gen­teil: Sie fol­gen den sti­lis­ti­schen Kri­te­ri­en, wie sie die chi­ne­si­sche Ein­rich­tungs­leh­re klar de­fi­niert, so­dass am En­de der Mensch in Har­mo­nie mit sei­ner Um­ge­bung lebt. Wie das geht? Da­von kann die jun­ge Un­ter­neh­me­rin ei­ni­ges er­zäh­len: „Dein Zu­hau­se soll­te den na­tür­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten sei­ner Um­welt an­ge­passt sein“, er­klärt sie uns. In ei­nem Wohn­zim­mer, das nach Sü­den aus­ge­rich­tet und so­mit von Son­ne und Licht ge­zeich­net ist, soll­ten vor al­lem war­me Far­ben wie Rot oder Oran­ge vor­herr­schen. Wäh­rend ein Schlaf­zim­mer, das sich in Rich­tung Nor­den reckt, in küh­le­ren Far­ben wie Blau oder Sil­ber­grau ge­hal­ten sein kann. So un­ter­streicht die farb­li­che Gestal­tung ei­nes Rau­mes sein na­tür­li­ches Am­bi­en­te und die Men­schen, die da­rin ein- und aus­ge­hen, füh­len sich wohl, weil jeg­li­che at­mo­sphä­ri­sche Dis­so­nanz da­durch aus­ge­schlos­sen wur­de. Dass Ai­no die­ses kla­re Kon­zept ver­folgt, kommt nicht von un­ge­fähr und ent­stand ei­gent­lich aus der Not her­aus. Das

gro­ße Haus, das die ty­pisch fin­ni­sche Bau­wei­se der 1920er Jah­re wi­der­spie­gelt, und sein ei­gent­li­cher Charme wa­ren von den vor­he­ri­gen Be­woh­nern voll­stän­dig rui­niert wor­den. Als Ai­no 2012 mit ih­rem Part­ner Mikko und den drei Kin­dern hier ein­zog, war ihr das al­ler­dings gar nicht so be­wusst. Sie war so ver­zau­bert von der idyl­li­schen La­ge des Hau­ses, ein­ge­bet­tet von Blu­men, Pflan­zen und Wäl­dern und doch nicht weit ent­fernt von Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten und Freun­den. Und na­tür­lich von sei­nem herz­bre­che­ri­schen Vil­la-Kun­ter­bunt-Cha­rak­ter! Als es dann an die Re­no­vie­rung ging, gab es plötz­lich vie­le Mo­men­te des Zwei­felns: „Wir wa­ren ehr­lich ge­sagt kom­plett über­for­dert, als wir rea­li­sier­ten, wie viel hier zu tun war!“, er­in­nert sich die Mut­ter der drei Kin­der. Ne­ben dem Kom­pass, den Far­ben und der Leh­re des Feng Shui wa­ren es zwei Din­ge, die ihr oft den letz­ten Halt ga­ben: die Fa­mi­lie und die um­lie­gen­de Na­tur. Die Kin­der wa­ren so glück­lich, sich hier frei be­we­gen zu kön­nen, im Ge­gen­satz zu frü­her, als die gan­ze Ban­de noch in ei­ner Stadt­woh­nung in Helsinki leb­te. Und Mikko war un­er­müd­lich, was die Ar­beit im Haus an­be­langt: War ein Plan von Ai­no ge­schmie­det wor­den, so mach­te er sich so­gleich ans Werk. Und wenn die ge­bür­ti­ge Ame­ri­ka­ne­rin dann im­mer noch ver­zagt vor dem gro­ßen To-Do-Berg saß, zog sie ih­re Gum­mi­stie­fel an, mach­te sich ei­ne Ther­mos­kan­ne Tee und lief so lan­ge durch die um­lie­gen­den

Wäl­der, vor­bei an Se­en und Blu­men­fel­dern, bis sie wie­der Kraft hat­te, die vie­len Pro­jek­te, die ins Haus stan­den, an­zu­ge­hen. Auch wenn Ai­no und Mikko noch weit da­von ent­fernt sind, die letz­te Re­no­vie­rungs­ar­beit er­le­digt zu ha­ben, so sind sie doch an ei­nem Punkt an­ge­langt, an dem sie sich als Be­woh­ner des Hau­ses ganz und gar glück­lich schät­zen: Flo­ra­le Ta­pe­ten zie­ren die Wän­de, bun­te Wild­blu­men sprie­ßen aus klei­nen und gro­ßen Va­sen. Die Ein­rich­tung zeigt sich in ei­nem ganz char­man­ten Vin­ta­ges­til: hier ein an­ti­ker Kron­leuch­ter, dort ein schmie­de­ei­ser­nes Bett aus al­ter Zeit. Und da­zwi­schen lau­ern über­all klei­ne bun­te De­tails, die die kind­li­chen See­len hüp­fen las­sen: in Form ei­ner Babuschka, ei­nes Ted­dy­bärs oder ei­ner bun­ten Lich­ter­ket­te. „Fast al­le Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de sind schon durch die Hän­de ver­schie­dens­ter Ge­ne­ra­tio­nen ge­reicht wor­den“, er­klärt Mikko, dem Nach­hal­tig­keit sehr wich­tig ist. So ent­steht am En­de ein Reich, in dem sich Klein und Groß hei­me­lig und ge­bor­gen füh­len. Und das ist ei­gent­lich auch schon al­les, was Ai­no und Mikko sich im­mer ge­wünscht ha­ben. Pro­jek­te, die noch an­ste­hen, ver­schie­ben sie heu­te des­halb manch­mal gern auf mor­gen. Statt­des­sen ge­nie­ßen sie die Zeit mit den Kin­dern, un­ter­neh­men ei­nen ge­mein­sa­me Spa­zier­gän­ge durch die Na­tur, be­ob­ach­ten, wie das Le­ben wächst und ge­deiht. Denn Kom­pass, Farb­pa­let­te und die Leh­ren des Feng Shui ... ren­nen ja nicht da­von!

HAL­LO BABUSCHKA Hin­gu­cker aus al­ter Zeit brin­gen den be­son­de­ren Vintage-Flair.

MIX IT Auf der al­ten Holz­wand sor­gen bun­te High­lights für Leich­tig­keit.

VIEL­SEI­TIG Der Raum dient als Spiel-, Ku­sche­lund auch als An­klei­de­raum.

ESSECKE Von Ai­nos Groß­mut­ter kam die Lam­pe, der Tisch von Mik­kos Groß­va­ter.

ES DUF­TET ... über­all bei der Fa­mi­lie. Bun­te Blü­ten aus dem Gar­ten schmü­cken die Wohn­welt.

LÄND­LICH Heu­te strahlt die Kü­che im Coun­try-Look aus Blau­grau und Cre­me­weiß.

SPIEL & SPASS Der Gar­ten des An­we­sens be­steht aus 2000 qm. Da gibt es ge­nug Platz für die Kin­der zum To­ben und Spie­len!

VIL­LA KUN­TER­BUNT Der Charme des Hau­ses ist ty­pisch fin­nisch. Dort, wo ’s blüht und sprießt, fühlt sich die Fa­mi­lie von Ai­no und Mikko wohl

PL­AN­SCHEN Ein­fach mal die Fü­ße bau­meln las­sen und sich ei­ne klei­ne Er­fri­schung gön­nen: Per­fekt!

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