Die Kraft der Idyl­le

Kräu­ter­gar­ten, Kunst und Klang­mas­sa­gen – wah­re Le­bens­qua­li­tät ent­steht na­he den „Him­melsau­gen“ge­nann­ten Wei­hern ge­gen­über der In­sel Use­dom durch Ent­schleu­ni­gung und ein Le­ben im Ein­klang mit der Na­tur.

Landurlaub MV - - RIETHER WINKEL -

Wir blei­ben“, sagt Karl Val­ta. Sei­ne Frau An­ge­la stimmt zu. Es brauch­te Ge­duld, um in dem vor­pom­mer­schen Dorf Klein Ja­se­dow hei­misch zu wer­den. Zu bunt schien die Me­lan­ge sei­ner Be­woh­ner. Star­ke Cha­rak­te­re pas­sen zur Ge­gend – die Ost­see­land­schaft am Pee­ne­strom west­lich vor Use­dom ist rau. Heu­te lässt sich sa­gen: Die Viel­falt al­ter­na­ti­ver Le­bens­for­men und kul­tu­rel­ler Aus­drü­cke, die sich im Lassaner Win­kel fin­den, kann sehr wohl als ge­mein­sa­mer Ent­wurf ge­gen ein stres­si­ges und zer­mür­ben­des Bu­si­ness­le­ben gel­ten. Und das Be­dürf­nis da­nach wächst; das The­ma ist ak­tu­el­ler denn je.

Karl Val­ta ist schon vor mehr als zwei Jahr­zehn­ten aus Ber­lin hier­her­ge­zo­gen. Ent­deckt hat er den Land­strich auf der Su­che nach ei­ner Idyl­le. In der noch nicht zer­sie­del­ten Land­schaft gab es viel Platz für Neu­an­fän­ge. Es wa­ren die un­be­las­se­nen Fle­cken, die ihn und sei­ne Fa­mi­lie letzt­lich über­zeug­ten zu blei­ben. Nackt tol­len­de Kin­der, vom Ba­de­see kom­mend, wa­ren sein ers­ter Ein­druck von Klein Ja­se­dow, er­in­nert sich Karl Val­ta: Ver­lang­sa­mung als Qua­li­tät.

Es ge­lang ihm, das al­te Guts­haus zu er­wer­ben, das sei­nen Charme un­ter al­ler­lei Bau­fäl­lig­keit ver­steck­te. Und wäh­rend er die tot ge­glaub­te Rui­ne in ein statt­li­ches An­we­sen ver­wan­del­te, konn­te er Ver­trau­en bei den Alt­ein­ge­ses­se­nen ge­win­nen. Das Guts­haus kommt dem Orts­bild Klein Ja­se­dows bis heu­te zu­gu­te. „Das Guts­haus war der Grund­stock für mehr“, sagt Karl und zeigt stolz sei­ne Tour­pla­ka­te, mit de­nen er für sei­ne Kon­zer­te als Bluesharp-Spie­ler wirbt. Sei­ne Frau An­ge­la ist bil­den­de Künst­le­rin. Hier ha­ben sie ih­re Frei­heit ge­fun­den, die in der Stadt schwer zu ver­wirk­li­chen war. Im Guts­haus hat er sehr lie­be­voll drei Fe­ri­en­woh­nun­gen nach bau­bio­lo­gi­schen Grund­sät­zen aus­ge­baut und ein­ge­rich­tet. Im Ate­lier oder im Gar­ten

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